Naturschutz: Kinder bauen Nistkästen für Vögel

Fast geschafft: Hannes (6) baut mit Manfred Teubner beim ersten Nabu-Gartentag einen Nistkasten für Vögel.
Steffen GöttmannHannes aus Kruge hämmerte und klebte. Zusammen mit Manfred Teubner aus Beerbaum fügte er er Bauteile aus Holz zu einem Nistkasten für Vögel zusammen. „Den wollen wir hier am Kulturhaus aufhängen“, erzählte der Schüler. Bausätze für Nistkästen und Insektenhotels bot Susanne Altvater vom Nabu auf der Terrasse am Kulturhaus an. Zur Einführung in die Gartensaison hat die engagierte Krugerin am Sonnabend in und am Kulturhaus erstmals zu einem Gartentag eingeladen. „Wir wollen die Menschen sensibilisieren, dass jeder etwas für den Insektenschutz tun kann“, erklärte sie. Ein naturnah gestalteter Garten sei lebendiger und bietet vielen Tieren Schutz. Ein Lesesteinhaufen diene als Heimstätte für Amphibien, Reptilien und Kleinsäuger. In einem Komposthaufen fühlen sich Amphibien beispielsweise Erdkröten wohl, auf deren Speisekarte Schnecken stehen.
Statt Pflanzen aus dem Gartencenter sei es besser Wildblumen zu säen, die offene Pollen haben, so dass sich Wildbienen davon ernähren können. „Viele Menschen kennen die Honigbiene, wissen aber nicht, dass in Deutschland 500 Wildbienenarten leben“, sagte Susanne Altvater. Sie selber zieht in ihrem Garten einen Faulbaum und fördert damit den Zitronenfalter, dessen Larven sich von den Blättern ernähren. Ulrich Schulz, Professor an der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde, unterstützte das Ziel des Gartentages durch einen Vortrag über Honig– und Wildbienen.
Wer zudem Schwalben schütze, dürfe sich darüber freuen, dass er im Garten etwas weniger Mücken hat. „Wichtig ist, dass kein Pflanzengift verwendet wird, das Insekten, Amphibien, Käfern und Schnecken den Garaus macht“, so die Initiatorin des Gartentags. Denn es werde auch Tieren gefährlich, die sich von ihnen ernähren. Sie wirbt dafür, den Garten nicht bis in die letzte Ecke aufzuräumen, sondern an die Tiere zu denken.
Saatgut bot Torsten Pelikan, Betreiber eines Bio–Einkaufsmarktes in Eberswalde, der in Kruge wohnt. Er empfahl sein Saatgut aus der Uckermark, das den hiesigen Bedingungen angepasst sei. Wer kein Geld ausgeben wollte, konnte Saatgut tauschen. „Ich dünge meinen Garten nicht“, erklärte Manfred Teubner, auch Nabu–Mitglied. Er hatte zum Tausch Topinambur, Färberkamille aus Altglietzen, Dill und Ringelblume mitgebracht.
