Öffnung
: Streit um Fontanehaus in Bad Freienwalde geht weiter

Das Fontanehaus soll so schnell wie möglich wieder öffnen, fordert der Kulturausschuss der Stadt Bad Freienwalde.
Von
Steffen Göttmann
Bad Freienwalde
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Aus technischen Gründen geschlossen: Fontanehaus Schiffmühle bei Bad Freienwalde.

Steffen Göttmann

Museum braucht Zubrot

„Wir haben vergangenes Jahr hunderte Stunden Arbeit und Freizeit in das Haus gesteckt“, sagte Ilka Krüger. „Am Fontanehaus hängt zwar nicht meine Glückseligkeit, aber es ist ein POI — ein Point of Interest“, fügte sie hinzu. Allein zwischen Mai und Oktober 2019 wollten 4500 Besucher die Ausstellung sehen. Das Konzept von Michael Zajonz, Kurator der Ausstellung, sei voll aufgegangen, so Ilka Krüger. Sie fügte hinzu: „Das Fontanehaus ist ein Museum, kein Edeka– und kein Aldi–Markt, wir erzielen keinen Gewinn, es wird immer ein Zubrot brauchen.“ Dass so ein Haus mit so einer Geschichte leer steht, lasse ihr das Herz bluten „Fürs Image der Stadt ist das eine Katastrophe, es hat aber offensichtlich keine Priorität“, so die Geschäftsführerin. Für die Stadt sei es wichtig so einen "POI“ zu haben. „Da braucht es mehr als nur jemand, der die Öffnungszeiten absichert“, so die Tourismus–Geschäftsführerin. Für Betriebs– und Personalkosten rechnet sie mit jährlich 20 000 Euro. Das Fontanehaus sei nicht nur ein Museum, sondern habe sich zu einem Treffpunkt für die Schiffmühler entwickelt, zu Kaffee und Kuchen kommen, erklärte Ben Schubert, Projektleiter bei der Tourismus GmbH für das Fontanehaus. Bis dato sei das Museum 7000–mal bei Googlemaps als Ziel angeklickt worden.

Keinen Freifahrtssschein

„Die Tourismus GmbH will von mir einen Freifahrtschein, um Kosten zu produzieren“, sagte der Bürgermeister sichtlich verärgert. Diesen werde er nicht unterschreiben. Die Tourismus GmbH  bekomme jährlich von der Stadt 500 000 Euro Zuschuss und dürfe zehn Prozent in der Bilanz abweichen. Da in diesem Jahr Veranstaltungen wegfallen, habe die städtische Geselschaft genug Geld, um das Haus zu öffnen. Für einen Betreibervertrag müsse Ilka Krüger ein wirtschaftliches Konzept vorlegen, das von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen wird, so Lehmann. Krüger argumentiert, dass es schon ein solches Konzept gibt, da sonst keine Fördermittel geflossen wären.

Marco Büchel und Alexander Greulich (AfD) forderten, dass das Haus so schnell wie möglich öffnet.