Ordnungsamt
: Hundehaufen sorgen in Bad Freienwalde für Ärger

Nicht jeder Hundebesitzer kommt der Pflicht nach, die Haufen zu entsorgen, was viele in Bad Freienwalde ärgert.
Von
Jörn Kerckhoff
Bad Freienwalde
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Nicht jeder Hundebesitzer kommt der Pflicht nach, die Haufen seines Vierbeiners zu entsorgen, was viele Leute in Bad Freienwalde ärgert. (Symbolbild)

Marco Winkler

Grünstreifen voller Hundehaufen

„Sehen Sie sich mal den Grünstreifen vor der Raiffeisenbank an“, kam dieser Tage ein Anruf in der Redaktion dieser Zeitung an. Dieser Grünstreifen sei übersät von Hundehaufen, so die Information der Leserin. Bei einer Betrachtung vor Ort zeigte sich, dass diese Fläche offensichtlich tatsächlich als öffentliche Hundetoilette missbraucht wird. Dutzende Haufen liegen dort herum. Ein Anruf bei Jens Schmoldt, dem Leiter des Ordnungsamts Bad Freienwalde, ergab folgende Auskunft: „Natürlich sind zuerst die Hundebesitzer in der Pflicht, die Haufen zu entfernen. Wenn diese sich nicht darum kümmern, muss allerdings der Grundstücksbesitzer reagieren. Das ist nicht gerecht, aber so ist die Regel.“

Wie sich herausstellt, gehört das Grundstück der evangelischen Kirchengemeinde Bad Freienwalde. Der Verantwortliche dafür ist somit Pfarrer Björn Ferch. Dieser zeigt sich im Gespräch — verständlicherweise — aufgebracht. Zumal er selbst Hundebesitzer ist und das Verhalten einiger seiner „Artgenossen“ absolut nicht nachvollziehen kann. „Wenn die Leute solche Flächen sehen, dann heißt es doch gleich wieder, immer die Hundebesitzer.“ Ein paar schwarze Schafe würden die ganze Herde in Verruf bringen.

Darüber hinaus regt sich Ferch auch darüber auf, dass die Grundstücksbesitzer in der Pflicht sind, wenn sich die Hundehalter, die ihre Vierbeiner einfach irgendwohin machen lassen, aus der Verantwortung stehlen. „Das kann doch eigentlich nicht sein“, ist der Pfarrer erbost. Nichtsdestotrotz kümmere sich die Pfarrgemeinde regelmäßig um die Pflege des Grünstreifens und auch um die Entfernung der Hundehaufen. Allerdings habe die Gemeinde nicht die Kapazitäten jedem neuen Kothaufen hinterherzurennen, so der Pfarrer der Gemeinde.

Gleichzeitig macht Ferch deutlich, dass das Problem der Hundehaufen eines sei, das in der gesamten Innenstadt bestehe. Tütenspender, an denen sich Hundebesitzer einen Beutel für die Hinterlassenschaften ihres Vierbeiners ziehen können, gebe es kaum. Er wäre bereit, sowohl einen Tütenspender als auch einen Abfalleimer auf dem Grünstreifen, der besonders oft als Hundeklo genutzt wird, aufzustellen. Björn Ferch hat aber seine Zweifel daran, dass dies eine wesentliche Besserung bringe. Schließlich gebe es ja eigentlich immer die Möglichkeit, einen solchen Beutel dabei zu haben.

„Wenn wir es nicht probieren, dürfen wir uns aber auch nicht beschweren, dass sich nichts bessert“, sagt Jens Schmoldt dazu und möchte sich mit Björn Ferch besprechen, einen solchen Spender aufzustellen.

Der Wunsch nach einer saubereren Stadt scheint übrigens gar nicht so selten zu sein. Bürgermeister Ralf Lehmann hatte der Freienwalder Karnevalsgesellschaft zur zurückliegenden Faschingszeit den Auftrag einer Bürgerbefragung mitgegeben. Die Narren sollten die Wünsche der Bürger in Bad Freienwalde abfragen. Auch dabei wurde der Wunsch geäußert, dass die Menschen in der Kurstadt ihre Stadt sauberer halten sollen.

600 Tiere leben in der Stadt

„Wer seinen Hund einfach irgendwo hinmachen lässt, ohne den Haufen zu entfernen, begeht eine Ordnungswidrigkeit“, erklärt Jens Schmoldt. Der Strafrahmen für eine Ordnungswidrigkeit sei ein Bußgeld, das zwischen fünf und 1000 Euro liege. „Bei so einem Hundehaufen bewegen wir uns vermutlich im dreistelligen Bereich“, so der Ordnungsamtsleiter. Bei Leuten, die öfter erwischt würden, steige das Bußgeld natürlich. Allerdings müsse man einen Hundebesitzer eben auch auf frischer Tat ertappen, macht Schmoldt deutlich, wo die Krux dabei liegt. Aktuell gebe es rund 600 Hunde im Kerngebiet der Kurstadt, die Ortsteile also nicht mitgerechnet.