Osterspektakel
: Hoffest, Eiertrudeln, Schnitzeljagd

Mal laut, mal leise, mal kreativ, mal genießerisch: Das Osterwochenende hatte im Oderland einiges zu bieten
Von
Nadja Voigt
Zollbrücke/Prötzel
Jetzt in der App anhören
  • Luden zum "Ostertrommeln" ins Theater am Rand: Hermann Naehring und Axel Meier. Die beiden Percussionisten nahmen die Besucher mit auf eine Reise durch die Welt des Klangs.

    Luden zum "Ostertrommeln" ins Theater am Rand: Hermann Naehring und Axel Meier. Die beiden Percussionisten nahmen die Besucher mit auf eine Reise durch die Welt des Klangs.

    Wolfgang Rakitin
  • Basteln fleißig: Vanessa und Lotta bei dem von den Kreativ-Klucken in der Baracke Harnekop veranstaltetem Osterfest.

    Basteln fleißig: Vanessa und Lotta bei dem von den Kreativ-Klucken in der Baracke Harnekop veranstaltetem Osterfest.

    Wolfgang Rakitin
1 / 2

Das Osterwochenende stand im Oderland ganz im Zeichen von Schlemmerei und Bastelei, musikalischen und anderen Genüssen.

Rund um die Ziege drehte sich am Sonntag in Zollbrücke alles auf dem Hof von Michael Rubin: Ziegenboulette, Ziegenburger, Ziegenpfanne, Ziegenleberwurst sowie Eis und Brot aus Ziegenmilch. Daneben lockten diverse Händler an ihre Stände, an denen es Obst, Gemüse und Pflanzen aber auch Selbstgenähtes, Hüte und Honig gab. Frisch gebackenes Brot und Kuchen aus dem Holzbackofen in Neulietzegöricke. Auch das Stallkino und der Hofladen waren gut besucht – obwohl sich die Besucher, wie auch die Weißen Deutschen Edelziegen, am liebsten draußen aufhielten. Zum Hof fanden die Besucher per Rad oder Auto, zu Fuß aus Zollbrücke oder mit dem Motorrad.

Dort gab es im Theater am Rand beim Ostertrommeln in diesem Jahr Weltmusik mit asiatischen und lateinamerikanischen Einflüssen von Hermann Naehring und Axel Meier zu erleben. Hunderte folgten von Freitag bis Sonnabend dem Ruf der Trommeln an den Oderdeich. Doch es wurde nicht nur getrommelt, sondern auch federleichte, fast sphärische Klänge gesucht. Mit allem, was an Instrumenten — vom Schlagzeug bis zur Klangschale — aufgeboten werden konnte. Und auf die Bühne passte, denn die bot kaum noch Bewegungsraum für die beiden Klangkünstler und Multi–Instrumentalisten. Mitreißend nahmen der Lehrer Naehring und sein früherer Schüler Meier, die erst im letzten Jahr das erste gemeinsame Konzert gaben, das Publikum mit auf eine Reise durch die Welt des Klangs, die von Lateinamerika bis Afrika und sogar Japan reichte.

755289

Um Tradition ging es auch in der Gemeinde Prötzel am Wochenende. In Harnekop drehte sich am Sonnabend alles rund ums Ei: Dort wurde gebastelt und gemalt, wurden selbstgebackene Torten und Kuchen verzehrt und mit Eierlikör angestoßen. Bereits seit Anfang März hatten die Kreativ–Klucken aus dem Ort gemeinsam mit dem Lernprojekt Brandenburger Kinderland das Fest gemeinsam mit den Kindern vorbereitet und das Gemeindehaus in eine Osterwelt verwandelt: Mit überlebensgroßen Holzhasen, Girlanden und Tischdeko. An der Klucken–Bar gab es zudem Osterwasser sowie frisch Gegrilltes und abends statt des – aufgrund der hohen Waldbrandgefahrenstufe — abgesagten Osterfeuers eine gemütliche Runde an der Feuerschale.

Bereits seit 1998 findet in Harnekop am Osterwochenende ein Fest für die ganze Familie statt. Zunächst an der Hauptstraße, inzwischen rund um das Gemeindehaus, liebevoll im Ort Baracke geschimpft. „Wir wollen das Dorfleben erhalten und die Vereine zusammenhalten“, so Carola Damaszek, die seit 2016 den Kreativ–Klucken angehört. Die neun Frauen kümmern sich im Ort rund ums Jahr um verschiedene Feste und Aktivitäten.

Bereits seit zehn Jahren gibt es den Verein „Kultur und Landleben“ in Prädikow. Ebenfalls am Sonnabend richteten die insgesamt 36 Mitglieder das Osterfest am Dorfplatz aus. „Wir haben fast aus jeder Familie Mitglieder im Verein“, sagt die Vorsitzende, Ute Wenzel, stolz. Ebenfalls zur Tradition gehört zu Ostern das von den Jägern und Familie Behnen gesponserte Schwein, das gemeinsam in den Abendstunden verzehrt wird. Zuvor durften jedoch die Kleinen und Kleinsten auf Schatzsuche im Dorf gehen. Begleitet von ihren Eltern machten sie sich auf die Suche nach den zuvor versteckten Osternestern. Das Ei stand am Ostermontag auch im Mittelpunkt in Bad Freienwalde. Zum „Ostereiertrudeln in den Karpaten“ hatten die NaturFreunde Oberbarnim–Oderland in die Kurstadt eingeladen. Bereits zum 14. Mal fand das Trudeln statt, das jedes Jahr vor allem Kinder anzieht. Auch, weil wieder gebastelt werden konnte.