Persönlichkeit
: Professor Valentini erfreut Freienwalder

Francesco Valentini wäre heute 230 Jahre alt geworden- Er schwärmte von Freienwalde und dem Oderbruch.
Von
Ernst-Otto Denk
Bad Freienwalde
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Valentinis Sommerhäuschen.

Oderlandmuseum

Der erste Schritt für einen Erinnerungsstein an Francesco Valentini ist getan. Ein tonnenschwerer Megalith wurde mit schwerer Technik auf das Plateau des „Heldenhains“ in Bad Freienwalde transportiert und an der vorgesehenen Stelle abgelegt. Alle bisherigen Aktivitäten verliefen kostenfrei. Die Stadt Bad Freienwalde spendierte die Inschrift: In memoriam Professor Francesco Valentini (1789-1862).

Wer war Valentini, dem ein solches Denkmal gesetzt wurde? Am 27. September 1789 war sein Geburtstag, eben zu jener Zeit, als die Baupläne für das heutige Kurmittelhaus und für das Freienwalder Schloss gezeichnet wurden. Professor Valentini fand Freienwalde mit seinem Bad und der Landschaft großartig und liebenswert. Somit reihte er sich ein in den Kranz der zahlreichen Berliner Prominenten, die den Ort damals ebenso schätzten wie er.

Valentini kam nicht nur als Kurgast, sondern betätigte sich aktiv zum Wohle der Stadt. Er gilt als Mitbegründer des Freienwalder Verschönerungsvereins und führte den Vorsitz von 1847 bis 1859. Es bedarf weiterer Forschung, um seine Aktivitäten zu dokumentieren. Sein 230. Geburtstag soll dazu Anlass sein. Auf dem damaligen Ziegenberg, den er Monte Caprino taufte, heute „Heldenhain“, ließ er sich ein Häuschen errichten, wo er arbeitete, meditierte und den großartigen Blick auf das Oderbruch genoss. An gleicher Stelle wurde 1920 das Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges errichtet. Der von Valentini so geschätzte Fernblick ist heute wegen des Baumbestandes nicht  mehr nachvollziehbar, kann auch durch eine Baumfällaktion wegen des ungünstigen Zuganges des Heldenhains nicht wieder hergestellt werden.

Theodor Fontane widmete seinem Zeitgenossen eine ganze Seite in den „Wanderungen"  und vor einiger Zeit promovierte eine Wissenschaftlerin mit ihrer Doktorarbeit über den berühmten Sprachwissenschaftler und Lexikographen. Valentini verstarb am 15. August 1862 in Berlin  und fand dort auch seine letzte Ruhestätte  zwischen dem Zaun des ehemaligen Flughafens Tempelhof und einer nahe gelegenen Moschee.