Politiker auf Schul-Besuch: Wie heißt der Ministerpräsident?

Funktion des Landtags: Marco Büchel (MdL, Linke) hält eine Unterrichtsstunde in praktischer Politik in einer fünften Klasse der Kollwitz-Grundschule Bad Freienwalde.
Steffen Göttmann„Sie sitzen bestimmt viel im Büro und am Computer“, sind sich die Fünftklässler der Käthe-Kollwitz-Grundschule in Bad Freienwalde über den Alltag eines Berufspolitikers sicher. Der Landtagsabgeordnete Marco Büchel (Die Linke) gab den Schülern im Fach Politische Bildung einen Einblick in seine Arbeit. Er erläuterte, wie der Landtag vom Abgeordneten bis zum Präsidium funktioniert und wie die Landesregierung arbeitet. Da Büchel seit 2003 in Bad Freienwalde Stadtverordneter ist, konnte er gut vergleichen. Dabei vermied er penibel Wahlkampfthemen und Parteipolitik.
Büchel ist einer von 88 Landtagsabgeordneten, aber der einzige, der direkt aus Bad Freienwalde kommt, erfuhren die Schüler. Es sei seine Pflicht, zu Landtagssitzungen zu erscheinen. „Wenn wir krank sind, müssen wir uns bei der Präsidentin des Landtags entschuldigen“, berichtete Büchel.
Die Schüler durften Fragen stellen, mussten aber auch welche beantworten. Die im Landtag vertretenen Parteien wussten die Kinder sofort. Doch, wer ist denn Ministerpräsident in Brandenburg?, lautete eine der Fragen. Dietmar Woidke (SPD) muss bei den Bad Freienwalder Grundschülern offenbar noch an seiner Popularität arbeiten. „Frau Merkel“ wurde mehrfach genannt. Als Büchel den Kopf schüttelte, fragte ein Blondschopf keck: „Ist es etwa Trump?“
Büchel versuchte, mithilfe eines Beispiels die Aufgaben von Land und Stadt deutlich zu machen. „Wir, im Landtag, entscheiden, ob ihr Hausaufgaben bekommt oder nicht.“ Die Stadt erneuere die Fenster oder erweitere den Sportplatz.
Das Land will in Städten und Gemeinden Kinder und Jugendliche bei Themen, die sie betreffen, besser beteiligen. Wie die Gemeinden dies handhaben, bleibe ihnen überlassen, sagte Büchel. Die Gemeinden des Amtes Falkenberg-Höhe haben dahingehend ihre Hauptsatzungen geändert. Strausberger Kinder wählten am Mittwoch ein Kinder- und Jugendparlament. In Bad Freienwalde gibt es bisher noch nichts. Büchel wollte von den Kindern wissen, was sie in Bad Freienwalde verändern würden. „Weniger Müll auf der Straße“ tauchte mehrfach in den Antworten auf. Ein Junge wünschte sich mehr öffentliche Bolzplätze, ein anderer mehr Geschwindigkeitskontrollen. „Ich würde mir eine Schwimmhalle mit Sauna wünschen“, platzte Lehrerin Ina Thieke heraus. „Dann könnte ich mit den Schülern im Sportunterricht mehr schwimmen gehen.“ Eine Sauna fördere die Gesundheit.
Büchel stellt sich im September wieder der Landtagswahl. Er will das Direktmandat im Wahlkreis holen. 2009 saß er zum ersten Mal im Landtag.
