Prominenter Besuch
: Schlittenfahrt mit Olympiasiegern

Die vier deutschen Kanuten Franziska John, Sebastian Brendel, Ronald Rauhe und Jan Vandrey besuchen den WSV Bad Freienwalde.
Von
Conradin Walenciak
Bad Freienwalde
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  • Hatten Spaß: Sebastian Brendel und Jan Vandrey (sitzend, v. l.) rodelten unter den Blicken von WSV-Chef Dieter Bosse und Trainer Stefan Wiedmann (stehend, v. l.) den Auslauf der 20-Meter-Schanze hinab. Danach ging es auf die 40-Meter-Anlage.

    Hatten Spaß: Sebastian Brendel und Jan Vandrey (sitzend, v. l.) rodelten unter den Blicken von WSV-Chef Dieter Bosse und Trainer Stefan Wiedmann (stehend, v. l.) den Auslauf der 20-Meter-Schanze hinab. Danach ging es auf die 40-Meter-Anlage.

    Conradin Walenciak
  • Besuch auf der Skisprung-Anlage: Ronald Rauhe, Franziska John, Jan Vandrey und Sebastian Brendel (hinten, v. l.) ließen sich von Moritz Terei und Max Unglaube (vorn, v. l.) das Skispringen zeigen.

    Besuch auf der Skisprung-Anlage: Ronald Rauhe, Franziska John, Jan Vandrey und Sebastian Brendel (hinten, v. l.) ließen sich von Moritz Terei und Max Unglaube (vorn, v. l.) das Skispringen zeigen.

    Conradin Walenciak
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Hoher Besuch war am Montag zu Gast auf der Skisprung–Anlage des WSV Bad Freienwalde: Mit Franziska John, Sebastian Brendel, Ronald Rauhe und Jan Vandrey sahen sich vier teilweise mehrmalige Olympiasieger im nördlichsten Skisprung–Gebiet Deutschlands um.

Insgesamt sechs olympische Goldmedaillen und 21 Weltmeistertitel haben die vier Kanuten bisher schon gesammelt — von einer Skisprung–Schanze gesprungen, ist bislang aber noch keiner von ihnen. Geändert hat sich das auch am Montag nicht. „Runterspringen werde ich da ganz sicher nicht“, sagte Rauhe schon kurz nach Ankunft.

Dass es überhaupt eine Sprungschanze in Bad Freienwalde gibt, war von den Vieren bisher nur Brendel geläufig. „Hier gewesen bin ich aber noch nicht“, so der dreimalige Olympiasieger, der in Schwedt geboren ist. Auf Skiern stehe er allerdings regelmäßig. Im Wintertrainingslager gehöre das zum Ausdauertraining dazu. Gleiches gilt für Vandrey, der ebenfalls aus der Oderstadt stammt und gemeinsam mit Brendel 2016 in Rio de Janeiro im Zweier–Canadier erfolgreich war. Auch für ihn war es der Premieren–Besuch in der Skisprung–Arena. „Dass es hier so etwas gibt, ist für mich komplett neu“, gab der 27–Jährige zu.

Zustande kam der Besuch der vier Sportler beim WSV Bad Freienwalde im Zuge des „Brandenburger ChampionsShip“ — einer Aktion von Lotto Brandenburg. Das Unternehmen unterstützt die vier Brandenburger Sportler und will durch gemeinsame Aktionen den Sport fördern und sich dabei für Gemeinwohlorientierung und -begeisterung einsetzen, sagte Lotto–Geschäftsführerin Anja Bohms am Fuße der Schanze. Ziel sei es außerdem, die eine oder andere Herausforderung für die vier Spitzensportler zu suchen.

Diese bestand dieses Mal — nachdem sich die Kanuten bei früheren Veranstaltungen beispielsweise im Rollstuhl–Basketball versucht hatten — darin, sich auf den Zitterbalken der 60–Meter–Schanze zu setzen und anschließend gemeinsam mit dem WSV–Springer–Nachwuchs den Auslauf hinabzurodeln. Der WSV–Nachwuchs — also Max Unglaube (12 Jahre) und Moritz Terei (11) — war von den vier Besuchern durchaus angetan. „Ich habe sie schon mal im Fernsehen gesehen“, sagte Max. „Es ist cool, dass sie hier sind. Aber noch besser wäre es gewesen, wenn richtige Skispringer mitgekommen wären.“ Im Kanu saßen die Beiden auch schon einmal. „Das macht Spaß“, versicherte Moritz. Aber Skispringen sei besser.

Nachdem sich alle vier Profi–Sportler der Mutprobe auf dem Zitterbalken gestellt hatten, ging es zum Rodel–Duell. Auf mit Skiern präparierten Schlitten galt es, den Auslauf der 40–Meter–Schanze hinabzufahren. Und trotz vorheriger Diskussionen ob des Gewichtsvorteils der Erwachsenen — Brendel und Vandrey wiegen zusammen etwa 190, Unglaube und Terei 72 Kilogramm — konnten sich die Jung–Skispringer gegen diese beiden durchsetzen. Im Duell mit dem Duo Rauhe/John sah es dann anders aus, hier behielten die Kanuten die Oberhand. Spaß hatten die Rodler aber allemal, auch wenn es einigermaßen doll gehoppelt habe, wie Rauhe nach der Abfahrt bemerkte.

Begeistert zeigten sich die vier Olympiasieger dann auch vom Können der WSV–Springer in deren eigentlichem Metier. Unglaube und Terei sprangen nämlich noch ein paar Mal von der 60–Meter–Schanze, versetzten die Profis damit ins Staunen. „Respekt vor dem, was die beiden Jungs hier abliefern“, so Brendel, der zum ersten Mal live bei einem Skisprung dabei war. „Die müssen echt Mut haben“, zeigt sich auch Vandrey beeindruckt.

Für Dieter Bosse, Vereinsvorsitzender des WSV Bad Freienwalde, war der Besuch der Kanuten eine schöne Gelegenheit, den Profisportlern seinen Verein und das Skispringen generell näherzubringen. Für ihn war es derweil nicht das erste Mal, Spitzensportler anderer Sportarten an der Schanze zu begrüßen. „Wir machen hier etwas Besonderes“, so der WSV–Chef. „Das zieht die Leute eben an.“