Razzia in Bad Freienwalde und Wriezen
: Durchsuchungen nach Entführung in Berlin

Eine Entführung in Berlin hat die Ermittler auch nach Brandenburg geführt. Polizeikräfte und ein Spezialeinsatzkommando waren im Einsatz. In Bad Freienwalde und Wriezen gab es Durchsuchungen.
Von
Dennis Lloyd Brätsch
Bad Freienwalde/Wriezen/Berlin
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Razzia in Bad Freienwalde, Wriezen und Berlin: Wegen einer Entführung durchsuchte die Polizei mehrere Wohnungen. Dabei kamen auch Spezialkräfte zum Einsatz. (Symbolbild)

Razzia in Bad Freienwalde, Wriezen und Berlin: Wegen einer Entführung durchsuchte die Polizei mehrere Wohnungen. Dabei kamen auch Spezialkräfte zum Einsatz. (Symbolbild)

Dennis Lloyd Brätsch
  • Brutale Entführung in Berlin führte zu Razzien in Brandenburg.
  • Polizei und Spezialeinheiten durchsuchten Wohnungen in Bad Freienwalde und Wriezen.
  • 37-Jähriger wurde am 8. Dezember 2024 entführt und misshandelt.
  • Täter forderten 200.000 Euro vom Vater des Opfers, Geldzahlung erfolgte nicht.
  • Ermittlungen dauern an, Beweismittel sichergestellt, keine Festnahmen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Rund drei Monate nach einer brutalen Entführung im Drogenmilieu ist die Berliner Polizei mit einer großen Razzia gegen die mutmaßlichen Täter vorgegangen. Weil es sich um mutmaßliche gefährliche und gewalttätige Verdächtige handelte, waren mehrere Spezialeinheiten im Einsatz. Zusammen mit weiteren Einheiten des LKA durchsuchten sie am Morgen Wohnungen in Berlin und Brandenburg, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Dabei sind auch Wohnanschriften in Bad Freienwalde und Wriezen ins Visier der Ermittler geraten.

Die Durchsuchungen fanden überwiegend in Berlin bei vier Beschuldigten an ihren Wohnanschriften sowie an zwei Aufenthaltsanschriften in Gesundbrunnen, Kreuzberg und Wilmersdorf statt. In Brandenburg wurden zwei Durchsuchungsbeschlüsse in Wohnungen in Bad Freienwalde und einer in Wriezen bei einem weiteren Beschuldigten und zwei Zeugen vollstreckt.

37-Jährigen entführt und nach Brandenburg verschleppt

„Im Fokus der Ermittlungen steht eine gewaltsame Entführung eines damals 37-Jährigen auf einem Parkplatz in Gropiusstadt am 8. Dezember 2024. Gegen mittlerweile fünf Beschuldigte im Alter zwischen 30 und 57 Jahren ermittelt deshalb die 8. Mordkommission des Landeskriminalamts wegen des Verdachts des erpresserischen Menschenraubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und in Tatmehrheit der versuchten räuberischen Erpressung“, so die Staatsanwaltschaft Berlin in einer Mitteilung.

Die mutmaßlichen Täter sollen den 37-Jährigen am Abend des 8. Dezember 2024 in Berlin-Neukölln gewaltsam entführt haben. Der Tatort sei nach bisherigen Ermittlungen ein Parkplatz in der Lipschitzallee im Ortsteil Gropiusstadt. Anschließend verschleppten die Täter den Mann in ein Brandenburger Waldgebiet, wo sie ihr Opfer schwer misshandelt und verletzt haben sollen.

Täter forderten 200.000 Euro vom Vater des Opfers

„Während der Entführung sollen sie versucht haben, den Vater des Opfers zu einer Geldzahlung in sechsstelliger Höhe zu veranlassen. Der Geschädigte wurde nach etwa vier Stunden mit schweren Verletzungen in Brandenburg freigelassen“, so die Staatsanwaltschaft. Es soll um etwa 200.000 Euro gegangen sein, die aber nicht gezahlt wurden, hieß es aus Ermittlerkreisen.

Laut den Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft seien Beweismittel, insbesondere Aufzeichnungen, sichergestellt worden, die nun dabei helfen sollen, die Tatmotivation und Absprachen zwischen den Beschuldigten aufzuklären. Festnahmen seien nicht erfolgt, die Ermittlungen dauern weiterhin an.

Im Jahr zuvor wurde Mann nach Brandenburg verschleppt

Bereits im Jahr zuvor war ein Mann gewaltsam nach Brandenburg verschleppt worden. Laut den Angaben der Berliner Staatsanwaltschaft geschah die Tat am Donnerstag, dem 13. Juli 2023 in Berlin-Marzahn. Alarmiert worden sind die Beamten durch eine Zeugin, die beobachtet hatte, wie ein Mann auf einem Parkplatz am Helene-Weigel-Platz gewaltsam in Auto gezerrt wurde.

Die Täter flüchteten mit dem Entführten über die B158 in Richtung Ahrensfelde, sollen ihr Opfer dann in Ihlow (Gemeinde Oberbarnim) in einem Waldstück an einen Baum gefesselt und geschlagen haben. Auch in diesem Fall ermittelt eine Berliner Mordkommission und sucht weiterhin nach Zeugen.