Ruhestand: Schulleiter hinterlässt deutliche Spuren

Hinterlässt große Fußspuren und zunächst einmal eine Lücke: Schulleiter Willi Huwe an der Grundschule „Alex Wedding“ in Falkenberg. Am Freitag feierte er mit seinen langjährigen Wegbegleitern, Mitstreitern und natürlich seinen Schülern Abschied.
Nadja VoigtEinen Abschied zwischen Lachen und Weinen: Die Falkenberger Grundschule „Alex Wedding“ hat am Freitag ihren langjährigen Schulleiter Willi Huwe verabschiedet.
Unter dem Motto „Du hast Spuren hinterlassen“ hatten Kollegen und Schüler ein Programm zusammengestellt. Das bestritten die Bläserklasse der Schule gemeinsam mit Susanne Mette, die Klasse 4b mit einem Gedicht, die Kitas und alle Kinder und Erwachsenen gemeinsam mit dem Kanon „Viel Glück und viel Segen“. Mathias Grewe dankte Willi Huwe im Namen der Eltern.
„Auf deinem Weg durch dein bisheriges Leben hast du viele Spuren hinterlassen“, sagte seine Stellvertreterin Andrea Klinger. Seit 1992 war Willi Huwe, der an der Berliner Humboldt–Universität Erkunde und Sport studierte, als Schulleiter in Falkenberg tätig — 27 lange und bewegte Jahre lang. Immer auf der Suche nach dem richtigen Weg, die Schule zu erhalten und mit Leben zu füllen. „Doch dich ängstigte diese Herausforderung nicht, sondern du handeltest nach der Leitidee des Spruchs ,Gehe nicht, wohin der Weg führen mag, sondern dorthin, wo kein Weg ist, und hinterlasse eine Spur’“, so Andrea Klinger weiter.
Damit auch seine Kollegen seiner Spur folgen könne, ließen sie Willi Huwe seine Fußabdrücke in Beton verewigen. Damit sie künftig am Schuleingang allen den richtigen Weg weisen. „Lieber Willi, wir danken dir für all deine Spuren und für die vielen, vielen Stunden, die du uns als Schulgemeinschaft getragen hast“, so Andrea Klinger in ihrer Rede. „Wir wünschen dir für die nächsten Jahre beste Gesundheit, viel Freude mit deiner Familie, viel Zeit für dich und für andere.“
Diesen Wünschen schloss sich Sylvia Apelt vom Staatlichen Schulamt in Frankfurt an. Und überbrachte die besten Grüße von dessen Leiter und der Ministerin. „Sehr geehrter Kollege, lieber Willi“, sagte Sylvia Apelt, die den Falkenberger Pädagogen lange kennt. Sie habe nun die offizielle Vollmacht, ihn in die Freizeit zu schicken. „Bleib, wie du bist“, wünschte sie dem engagierten Beiersdorfer und passionierten Sportler.
Und weil er nicht nur an seiner Schule die Geschicke bestimmt hat, sondern auch im Amt Falkenberg–Höhe und als Bürgermeister von Beiersdorf–Freudenberg, kamen am Freitag noch weitere Gratulanten nach Falkenberg. Nach der schulinternen Feier, die sich Willi Huwe fröhlich gewünscht hatte, damit ihm der Abschied nicht zu schwer fällt, in der dann aber doch die ein oder andere Träne floss, kam noch eine weitere Schar an Gästen. Darunter der Amtsdirektor des Amtes Falkenberg–Höhe, Vertreter der Gemeinde und der polnischen Partnerschule sowie Christian Wallmann, Endrik Salewski, Holger Witthuhn, Jonas Papenfuss und Alexander Schromm als musikalisches Quintett.
Neben vielen Präsentkörben und Blumen sowie guten Wünschen für den (Un-)Ruhestand bekam Willi Huwe von allen Kollegen und Schülern je einen Schuhabdruck aus Papier, auf den sie geschrieben hatten, was sie ihm — im wahrsten Sinne des Wortes – mit auf dem Weg geben wollten. Aber auch er dankte seinen Mitarbeitern für die gemeinsame Zeit und verabschiedete sich mit einer Rose und herzlichen Worten. Seinen Schülern, immerhin fast 150 Mädchen und Jungen, machte er ein besonderes Abschiedsgeschenk: Ein letzte Mal unterzeichnete er ihre Zeugnisse, die sie am Freitag vor den Winterferien bekamen. „Aber da sind fast nur tolle Zensuren drauf“, beruhigte er die Kinder vor der Zeugnisausgabe bei seiner Abschiedsfeier in der Turnhalle.
Wer den Posten des langjährigen Schulleiters in Zukunft übernehmen wird, stand am Freitag noch nicht endgültig fest. „Das Bewerberverfahren läuft noch“, sagte Sylvia Apelt gegenüber dieser Zeitung. Am 12. Februar werden sich die Bewerber der Schulkonferenz vorstellen. Spätestens Ende März werde dann eine Entscheidung gefallen sein, versprach die Schulrätin für die Grund– und Förderschulen im Landkreis Märkisch–Oderland.