Simson in Bad Freienwalde: Polizei stellt Fahrer (16) mit getuntem DDR-Moped

Simson-Fahrer in der Königstraße in Bad Freienwalde (Symbolbild). Hier fiel ein 16-Jähriger der Polizei auf, die ihn und sein Moped genauer unter die Lupe nahm.
Udo Plate- In Bad Freienwalde stoppte die Polizei einen 16-Jährigen mit einer Simson.
- Die Simson wirkte nicht serienmäßig – die Geschwindigkeit erschien deutlich erhöht.
- Der Fahrer flüchtete erst mit dem Moped, dann kurz zu Fuß, wurde festgehalten.
- Ein Beamter verletzte sich ohne Zutun des Jugendlichen; der Führerschein wurde sichergestellt.
- Verdacht: verbotenes Kraftfahrzeugrennen und Fahren ohne passende Klasse A1 – Gutachter prüft das Moped.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Nach Angaben der Polizeidirektion Ost bemerkte am Montagabend gegen 21.45 Uhr eine Polizeistreife in der Königstraße eine Simson, die augenscheinlich nicht serienmäßig unterwegs war. Die Beamten wurden auf das Zweirad aufmerksam, weil die Geschwindigkeit, mit der das Moped unterwegs war, vermuten ließ, dass hier leistungssteigernde Maßnahmen verwirklicht wurden, wie Polizeisprecher Marcel Patzwahl auf Anfrage dieser Zeitung erklärt.
Der Entschluss der Beamten, eine Kontrolle durchzuführen, sorgte beim Fahrer für einen Fluchtimpuls. Als der 16-jährige Simson-Freund bemerkte, dass die Beamten eine Verkehrskontrolle anstrebten, ergriff er die Flucht, wie aus dem Polizeibericht hervorgeht.
Der Fahrer steuerte die Simson mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit, ehe er in der Amtsstraße zum Stehen kam. Es gelang dem Fahrer noch, einige Meter zu Fuß zu flüchten, bis die Beamten ihn dort widerstandslos festhalten konnten. Dabei verletzte sich ein Beamter ohne Zutun des 16-Jährigen.
Führerschein des Simson-Fahrers in Bad Freienwalde eingezogen
Der Jugendliche hatte seinen Führerschein abzugeben. Dieser wurde im Rahmen des eingeleiteten Strafverfahrens wegen des Verdachts eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens sichergestellt. Denn seit 2017 macht sich auch derjenige wegen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens strafbar, der sich als Fahrzeugführer „mit nicht angepasster Geschwindigkeit und grob verkehrswidrig und rücksichtslos fortbewegt, um eine höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen“, auch wenn keine weiteren Fahrzeuge an dem Rennen beteiligt sind. Immerhin war der Fahrer nüchtern: Der 16-Jährige habe sich nicht unter dem Einfluss von Alkohol oder anderen Drogen befunden, teilt Patzwald auf Nachfrage mit.
Zudem steht laut dem Polizeisprecher der Verdacht des Fahrens ohne Führerschein im Raum, da der normale Moped-Führerschein (Klasse AM) nicht dazu berechtigt, leistungsgesteigerte Simsons zu fahren. Hierfür wäre die Führerscheinklasse A1 erforderlich gewesen, die der Jugendliche nicht vorweisen konnte. Bereits seit Jahren gibt es eine große Szene rund um das Tuning der DDR-Kleinkrafträder aus Suhl. Mehrere Anbieter versorgen die leistungshungrigen Zweitakt-Fans mit Tuning-Teilen, etwa potenteren Zylindern.
Im Anschluss an die polizeilichen Maßnahmen wurde der Jugendliche an seine Erziehungsberechtigten übergeben. Die Familie werde künftig mit der Kriminalpolizei im Austausch sein. Das Moped, bei dem die Beamten von einer Leistungssteigerung ausgehen, werde nun von einem Gutachter geprüft, berichtet Patzwahl.

