Ski-Spektakel: Wagemutige Sprünge beim 19. Wintersporttag in Bad Freienwalde
Früh übt sich
Auch Sascha Leeske ist mit seiner Familie gekommen. Der 42-Jährige aus Eberswalde ist regelmäßig bei den Veranstaltungen des Wintersportvereins dabei. „Ich stand noch nie auf Skiern, auch nicht Alpin oder Langlauf“, erzählt er. Aber alle seien sie große Wintersportfans. „Wir wollen das den Kindern näher bringen“, sagt Leeske, vielleicht entwickelten sie ja Interesse für den Sport. Sein Sohn Bjarne ist fünf. Für ihn haben sie kleine Skier ausgeliehen, damit er auf der Mini-Schanze, auf dem auch das Po-Rutschen probiert wird, seine ersten „Sprünge“ wagen kann.
Alle Interessierten können sich die Ausrüstung am Container bei Rico Unglaube und Timo Schröder ausleihen. Unglaubes Sohn Max springt auch im Verein und ist eines der vielen Nachwuchstalente. Über eine schulische Veranstaltung vor fünf Jahren kam er zum WSV und trainiert seitdem fünfmal die Woche sowohl auf der Schanze als auch im Athletiktraining. „Es gab noch keinen Tag, dass er nicht zum Training wollte, was ja in dem Alter bei Kindern doch vorkommen kann“, erzählt der Vater.
Am Waffelstand stehen Susanne Holz und Ulrike Fechner, ihre Kinder springen, sie selber helfen an kulinarischer Front. Holz kommt aus Berlin, zweimal die Woche geht es nach Bad Freienwalde zum Training. Ihre Tochter Alvine ist 15. Nachdem sie Skispringen bei den Olympischen Winterspielen im Fernsehen verfolgte, wollte sie es selber probieren. Seit Ende 2018 springt sie nun beim WSV. Kurz darauf drückt sich Alvine vom Holzbrett ab, ihr Pferdeschwanz flattert im Wind, die Skier auf der Schanze produzieren einen Zischlaut, mit einem "Plopp“ hebt sie ab.
Versteckte Talente
Die Eltern engagieren sich gerne, selber springt jedoch keiner. Auch Marco Lipke überlässt das lieber seinem Sohn. „Stolz“ sei er auf Florian. Die Angst, wenn dieser sich in die Tiefe stürzt und dann durch die Luft schwebt, sei im Laufe der Zeit verschwunden. Nun sei es nur noch die „normale“ Sorge, die Eltern alltäglich haben.
Dieter Bosse springt auch nicht mehr, würde aber gerne den Standort ausbauen und mehr Nachwuchs fördern. Er zeigt auf den Andrang am kleinen Hüpfhügel und sagt: „Natürlich bricht man bei so einem Wetter keine Besucherrekorde, aber vielleicht versteckt sich ja das ein oder andere Talent. Im Mittelpunkt soll heute aber der Spaß stehen.“



