Sommertheater: Ein Geschenk für die Kurstadt

Premiere der 17. Sommerkomödie: iina Schöltzke (die Junge), Barbara Raunegger (die Hausfrau), Ariane Swoboda die (Karrierefrau) und Susanne Rader (die Vornehme, von links) - von links - sind die "vier Heldinnen im Hochzeitsrausch":
Steffen GöttmannHöchste Zeit“ ist es für „vier Heldinnen im Hochzeitsrausch“, dargestellt von Barbara Raunegger, Susanne Rader, Tina Schöltzke und Ariane Swoboda, das Leben und die Liebe zu überdenken. Obwohl bei der Komödie allein Frauen auftreten, ist es doch auch ein vergnügliches Lehrstück für Männer, die etwas mehr über ihre Rolle im Leben der Frau erfahren möchten.
Spiegel gibt Ratschläge
Drei in ihrer Lebenssituation und in ihrem Auftreten doch sehr unterschiedliche Frauen werden am Tag der Hochzeit von der Braut eingeladen. Grund ist, dass diese Frauen am Kennenlernen des künftigen Ehemanns beteiligt waren. Die vermeintlichen Brautjungfern wundern sich darüber und offenbaren dem Publikum im Verlauf des Hochzeitsmorgens ihre Sorgen und den Inhalt ihrer Handtaschen. Da finden sich die Zuschauer wieder, schmunzeln oder lachen herzlich. Der Spiegel an der Wand gibt mit männlicher Stimme den Damen schlaue Ratschläge.
Da ist die junge Mutter, die sich nichts sehnlicher wünscht, als einen Heiratsantrag vom Vater ihres Kindes. Gleichzeitig traut sie ihm die Betreuung des Kindes nicht zu und ruft ihn ständig an. Überhaupt spielt das Handy, neben der Handtasche, eine wichtige Rolle bei den Damen. Damit dirigieren und kontrollieren sie ihre Umwelt und es wird klar: ohne Handy geht gar nichts mehr. Aber auch nicht ohne die Handtasche, die mitunter als Waffe oder auch Schutzschild dient. Das können nur Frauen verstehen.
Befremdlich wirkt, dass sich die Damen untereinander siezen, auch wenn sie sich intimste Geheimnisse verraten. Aber vielleicht wollen die Autoren des Stückes diese Distanz gerade aufrechterhalten. Am Ende bleiben alle doch bei ihren bisherigen Mustern: der Heiratswunsch geht in Erfüllung, die ersehnte Scheidung wendet sich in eine wiederaufgeflammte Liebe, die sorgende Ehefrau, die von ihrem Mann unterdrückt wird, bleibt bei ihm. Ob die angehende Braut, die glaubt, mit einem Schlagerstar fremd gegangen zu sein, am Ende doch heiratet, können die Besucher selbst erleben.
Intendant Matthias Raupach begrüßte zur Premiere am Freitagabend die ersten Gäste mit Handschlag. Denn er führte Regie und stand diesmal nicht selbst auf der Bühne. Sowohl das Stück, als auch das neue Haus, machen die Besucher neugierig. Deshalb sind die ersten 14 Tage bereits ausverkauft. „Wer jetzt noch Karten will, muss sich beeilen“, so Raupach.
Wiener Blut in der Kurstadt
„Du bringst uns mit Wiener Blut und viel Herzblut in die Stadt“, sagte die Landtagsabgeordnete Jutta Lieske (SPD) zu Raupach . Mit dem Hof–Theater besitze Bad Freienwalde einen "unglaublichen Kristall–Mosaikstein. Die scheidende Landtagsabgeordnete überreichte dem Verein 200 Euro. „Zum Sommer in Bad Freienwalde gehört die Sommerkomödie“, betonte ihr Kollege Marco Büchel (Linke). Der Vorhang öffne sich nicht nur für neue Theaterstück, sondern auch für Verwandlung des Film– ins Hoftheater. „Es ist ein Geschenk für die Stadt“. so Büchel.
„Super, ich glaube die Männer hatten genauso viel Spaß wie die Frauen“, freute Bürgermeister Ralf Lehmann (CDU) nach der Vorstellung. „Ich finde es ganz toll, was ihr geschaffen habt.“ Die Stadt werde auch weiter den Verein unterstützen. Das Stück, die Musik und das ganze Ambiente kam auch beim Publikum an, darunter Stammkunden wie Kurt Müller aus Vevais sowie Astrid Grap und Kerstin Großkopf aus Bad Freienwalde.
