Spargelernte
: Harte Zeiten für Spargelbauern

Auf 15 Hektar baut Axel Schenk in Neuenhagen Spargel an. Im Markt konkurriert er mit Massenproduzenten, die 400 Hektar bewirtschaften.
Von
Conradin Walenciak
Neuenhagen
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Eine Kiste voll: Ramona Menz zeigt im AGRO-Hofladen in Neuenhagen die ersten geernteten Spargelstangen. Der Preis fürs Kilo schwankt zwischen sieben und zwölf Euro.

Conradin Walenciak

Seit 16 Jahren ist er inzwischen im Spargel-Geschäft tätig. Von Beginn an war es für ihn ein Anliegen, den regionalen Ansatz zu verfolgen. Doch der sei inzwischen kaum noch umsetzbar. „Das fängt bei den Angestellten an und geht beim Vertrieb weiter“, sagt Axel Schenk. „Es findet sich kaum noch ein Einheimischer, der Spargel stechen will – und das zum Mindestlohn.“ Das Arbeitsamt versuche zwar, Arbeitslose nach Neuenhagen zu vermitteln, „doch die kommen dann einmal und haben am nächsten Tag Rückenschmerzen.“

Kaum regionale Arbeitskräfte

Bis vor vier Jahren beschäftigte Axel Schenk ausschließlich regionale Arbeitskräfte auf seinen Feldern. Doch diese Zeiten sind vorbei. „Jetzt sind es fast nur noch Polen“, sagt er. Die würden bei ihm besser bezahlt werden als in ihrem Heimatland. „Das Verständnis der neuen Generation zur Arbeit ist ein anderes geworden“, so der 62-Jährige. „Es gibt einige, die nicht die Motivation haben, für ihr Geld entsprechend zu arbeiten.“

Auch der regionale Absatz seines Spargels werde inzwischen erschwert. „Es drücken so viele Anbieter ihre Ware in den Markt. Für die Kleinen wird es immer schwieriger, sich gegen sie durchzusetzen.“ Mit ihren etwa zehn bis 15 Hektar großen Anbauflächen gehört die AGRO zu diesen Kleinen. „In Kremmen wird auf 400 Hektar Spargel gepflanzt. Das ist eine ganz andere Hausnummer“, blickt Axel Schenk Richtung Oberhavel. Hinzu kommt, dass die Massenproduzenten am Ende ihre Produkte auch noch günstiger anbieten könnten. „Wir stellen unsere Marktstände seit 16 Jahren an die gleichen Stellen. Jetzt baut Kremmen direkt daneben seinen Stand auf und bietet seinen Spargel preiswerter an. Das ist nicht gut für uns“, so Schenk.

Wenn das so weitergehe, sehe er keine großartige Zukunft mehr für regionale Landwirtschaftsbetriebe. „Für die Bauern wird alles teurer. Seien es Landmaschinen oder die Arbeitslöhne“, zählt der AGRO-Geschäftsführer auf. „Was die Landwirte aber am Ende dafür bekommen, wird von Jahr zu Jahr weniger.“ Vor allem, wenn es immer mehr Großbetriebe gebe oder die Produktion ins Ausland verlegt werde. „Das ist sehr schade“, bedauert Schenk. „Ich persönlich will wissen, wo die Produkte, die ich kaufe, herkommen. Ich will keine Milch aus Neuseeland, Steaks aus den USA oder Spargel aus Peru.“

Kunden kommen aus Berlin

Das hört er auch immer wieder von seinen Kunden, die teilweise sogar aus Berlin kommen, um sich ihren Spargel in Neuenhagen zu holen. „Unser Produkt ist beliebt und wird gut angenommen“, freut sich Axel Schenk. „Mir ist es wichtig, dass ich etwas Vernünftiges und Gesundes anbiete.“ Und schmecken soll sein Spargel natürlich auch. „Aber davon bin ich überzeugt.“

Bei ihm komme deshalb auch nur das eigene Gemüse auf den Teller. „Ich brauche keinen Spargel aus Kremmen oder Beelitz. Meiner schmeckt mir am besten.“ Ein bestimmtes Lieblingsgericht habe Axel Schenk aber nicht. „Man kann Spargel so vielfältig zubereiten – mit Schinken umwickelt, in Kombination mit einem Schnitzel oder einfach nur in brauner Butter gebraten. Das mag ich alles gern.“

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Hier beginnt der Infotext fett danach wieder normal⇥Autor XXX