Streik und Protest der Bauern
: Aktionswoche – wo im Oderland Behinderungen drohen

Die Bauern im Oderland planen mehrere Streik- und Protestaktionen. Was sie vorhaben, was dahinter steckt und wo Verkehrsbehinderungen drohen.
Von
Florian Luber,
Peter Grenz
Bad Freienwalde
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Stiefel am Ortseingangsschild in Golzow: Vielerorts bringen die Landwirte damit ihren Protest zum Ausdruck.

Ulf Grieger

In der Woche vom 8. bis 12. Januar werden die Brandenburger Landwirte mit mehreren Protestaktionen unter anderem gegen die Abschaffung der Agrardiesel-Subvention und der grünen Nummernschilder für landwirtschaftliche Fahrzeuge protestieren.

Bereits am Montag, dem 8. Januar, werden sich über 100 Traktoren und LKW aus Brandenburg auf den Weg nach Berlin machen, um dort an einer Demonstration teilzunehmen, bestätigte Timo Scheib, Sprecher des in Gründung befindlichen Vereins „Oderlandbauern„. „Das war bis gestern Abend noch nicht ganz klar, aber jetzt können wir es bestätigen“, so Scheib. In Berlin sei eine Demonstration angemeldet und vor Ort werde voraussichtlich das weitere Vorgehen auch für die Zukunft besprochen, so Scheib. Auch Detlef Brauer, Geschäftsführer der ODEGA, bestätigt, dass auch sie mit 10 Traktoren und Personal in Berlin vor Ort sein werden.

Unterstützung der Bauern auch aus anderen Branchen

„Viele zeigen sich solidarisch“, sagt Scheib und meint damit zum Beispiel Bäcker, Metzger oder auch Tankstellen, die sich beteiligen wollen und streiken. Kay Weisemann bestätigt, dass sich auch Handwerker, Spediteure und auch die Post beteiligen und solidarisch sind. „Wir starten am Montag um 4 Uhr auf dem Kaufland-Parkplatz in Seelow“, sagt der Landwirt aus der Region. Die Auffahrten zur A10 und A12 werden gesperrt und von Frankfurt (Oder) bis zum Berliner Ring will man sich verteilen.

Kreisverkehr in Lebus blockiert

Maik Lamb teilt mit, dass es am Montag von 6.00 Uhr bis 8.30 Uhr zu einer Sperrung des Lebuser Kreisels und damit zu einer Sperrung der B112 in den Richtungen Frankfurt (Oder) und Manschnow sowie der B167 in Richtung Seelow kommen wird. Er berichtete, dass ihm bereits eine Versammlungsbestätigung vorliege und er bereits mit der Polizei in Kontakt stehe, dass alles ablaufen könne. Eine Durchfahrt für Rettungsdienste und mobile Pflegedienste werde ebenfalls gewährleistet sein.

Landesbauernverband auch aktiv

Auch Henrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbandes, konnte einige Pläne der Landwirte bestätigen. Am Montagvormittag sei ein Konvoi für eine Mahnfahrt geplant. Von Seelow aus geht es nach Müncheberg, wo eine Resolution mit den Forderungen an die Bundestagsabgeordnete Simona Koß übergeben werden soll. Dazu gehören die Agrardieselvergütung und die grünen Nummernschilder für Traktoren. Ohne diese Forderungen, so Wendorff, werden die Landwirte erhebliche Einkommenseinbußen hinnehmen müssen. Nach der Übergabe fährt der Konvoi zurück nach Seelow auf den Kaufland-Parkplatz.

Weitere Vorhaben geplant

Außerdem seien am Mittwoch (10. Januar) zwei Mahnwachen in Seelow und Strausberg geplant, sagte Wendorff. Am Freitag (12. Januar) gegen 15 Uhr sei zudem ein Mahnfeuer in Jahnsfelde an der Kreuzung der L36 mit der B1 geplant. „Alles in Vorbereitung auf den 15. Januar“, so Wendorff, an dem eine Großdemonstration in Berlin stattfinden soll. Wichtig war dem Präsidenten des Landesbauernverbandes auch zu betonen, dass man mit den Aktionen „die Pendler nicht belasten und die Menschen nicht von ihrer täglichen Arbeit abhalten“ wolle.

Landkreis sorgt sich um Schülerverkehr

„Wir stehen zwar im engen Kontakt mit der Polizei, wo Aktionen angemeldet sind, müssen aber dennoch mit einem unklaren Streikgeschehen rechnen“, sagt Thomas Berendt, Pressesprecher vom Landkreis. Das könnte sich insbesondere auf den Schülerverkehr auswirken, der in der zweiten Januarwoche wieder startet. Er appelliert an die Eltern, dass sie in der kommenden Woche damit rechnen sollten, dass Schulbusse nicht durchkommen und sie ihre Kinder eventuell abholen müssen – vor allem bei angekündigten sinkenden Temperaturen. „Darüber hinaus kann die Müllentsorgung punktuell eingeschränkt sein“, so der Pressesprecher.

Auch der Landesbetrieb stellt sich mit seinen Straßenmeistereien auf die Aktionswoche ein, bestätigt eine Sprecherin auf Nachfrage. Es können vorkommen, dass, wie bereits bei vorangegangenen Protestaktionen, größere Mengen an Mist auf die Straßen gekippt werden. In diesem Fall müssten die Straßenmeistereien tätig werden. „Wo zuerst geräumt wird, legt dann eine Prioritätenliste fest“, so die Sprecherin.