Thaiboxen in Bad Freienwalde
: Kampfsport Muay Thai will die Kurstadt begeistern

Stefan Grasse (39), leidenschaftlicher Thai-Boxer aus Bad Freienwalde, lädt zur ersten Muay Thai Freiluft-Kampfnacht ein. Was wird dort geboten?
Von
Udo Plate
Bad Freienwalde
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Kampfsport:

Mit diesen Akteuren gibt es ein Wiedersehen in der Fight Night: Sven Kampehl, Jannis Stork, Jonas Riemann (alle Berlin), Bob, dem menschlichen Sandsack, Franz Schneider (kniend Bralitz), Veranstalter Stefan Grasse, die beiden Kurstädter Tom Grasse und Kelvin Pegel, Sulivan Janisch (Oderberg) sowie Mattis Erpel aus Reichenberg (v.l.).

Udo Plate

In Bad Freienwalde fliegen bald wieder die Fäuste, zumindest auf einem Teil des großen Parkplatzes in der Tornower Straße 6. Stefan Grasse startet am 6. Juli ab 15.30 Uhr mit der ersten kurstädtischen Muay Thai Freiluft-Kampfnacht sein erstes Kampfsport-Abenteuer als Veranstalter.

Ein echtes Herzens-Projekt: „Es war immer ein Traum von mir, solch eine Fight Night auf die Beine zu stellen. Dafür habe ich in den vergangenen Jahren hart gearbeitet. Ich denke, nun kommt dieser Schritt, eine echte Herzensangelegenheit, für mich zum richtigen Zeitpunkt. Ich bin bereits seit dem Frühjahr fast täglich für dieses Projekt unterwegs“, erzählt der 39-jährige Kurstädter, der beruflich mit einem Hausmeisterservice und einem eigenen Kampfsport-Gym in der Kurstadt zweigleisig unterwegs ist.

Einsatz von Ellenbogen, Knien und Umklammern möglich

Die Kampfsportart Muay Thai kommt aus Thailand und ist dort Nationalsport. Typisch für Muay Thai oder Thaiboxen sind neben klassischen Box- und Kicktechniken auch der Einsatz von Ellenbogen, Knien und Clinch, dem Umklammern des Gegners. Dabei sei Muay Thai momentan stark im Kommen, so der Kurstädter. „Es entwickelt sich gerade, aber trotzdem muss noch einiges passieren.“ Er denkt diesbezüglich vor allem an Wettkampf-Veranstaltungen in der Region. Denn: „Du brauchst regelmäßige Kämpfe als Athlet“, betont Grasse. Muay Thai wurde vor mehreren hundert Jahren als eine Form des Nahkampfes entwickelt, bei der der gesamte Körper als Waffe eingesetzt wird. Der Körper funktioniert als eine Einheit.

Zwei Trainer in Aktion: Stefan Grasse und Jack Sowathee (rechts), der in Berlin erfolgreich ein Gym betreibt

Zwei Trainer in Aktion: Stefan Grasse und Jack Sowathee (rechts), der in Berlin erfolgreich ein Gym betreibt.

Udo Plate

Stefan Grasse und seine Mitstreiter präsentieren mit echten Kämpfen in drei Blöcken mit jeweils drei oder vier Vergleichen einen tieferen Einblick in das Thaiboxen. Der Beginn um 15.30 Uhr (Einlass ab 15 Uhr) erlaubt es auch den jüngeren Interessierten, sich direkt vor Ort zu informieren und die Sportler anzufeuern.

„Unser Programm ist vielfältig ausgerichtet. Es soll eine familiäre Veranstaltung, wie im Ursprungsland Thailand üblich, werden“, erklärt Grasse, der bereits seit Monaten mit den Vorbereitungen der Kampfsportveranstaltung, die als Freiluftveranstaltung auf einem Teil des großen Bad Freienwalder Parkplatzes Tornower Straße 6 stattfindet, mehr als alle Hände voll zu tun hat. Geboten werden sportlich faire Wettkämpfe im Muay Thai.

Frauen und Männer steigen in den Ring

Kämpfe mit Fäusten, Knien, Füßen und Ellbogen, die, je nach Regelwerk, angewandte Techniken zeigen. In den Ring steigen junge wie ältere Sportler, männlich und weiblich, Anfänger sowie Fortgeschrittene. Die Kämpfe werden in unterschiedlichen Klassen ausgetragen. „Die Zuschauer können bei den realistischen, aber dennoch fairen sportlichen Wettkämpfen mitfiebern und die Kämpfer anfeuern, während die ihr Bestes im Ring geben – nach monatelanger Vorbereitung“, verspricht Grasse, der im Kartenvorverkauf 400 Tickets bereithält, packende Duelle.

Die Eintrittskarten können in Berlin bei Asiasportartikel, Danziger Straße 136 sowie Optic Ortel, Karl-Marx-Straße 22, LVM Björn Hentschel, Königstraße 43 und Kurstadt Ink Tattoo, Königstraße 45, alle in Bad Freienwalde, erworben werden. Sollte es noch Restkarten geben, werden diese dann an der Tageskasse angeboten.

Grasse will nichts dem Zufall überlassen und hat neben dem Boxring einen professionellen Sicherheitsdienst sowie Catering engagiert. Auch an ein unterhaltsames Rahmenprogramm ist gedacht. So werden die uckermärkischen „Schwarzwölfe“, eine Kostprobe ihres Lebens als Ritter präsentieren. Zudem zeigen in den anderen Pausen philippinische Stockkämpfer ihre Kampfkunst. Und es gibt weitere prämierte Überraschungen. So können Markenboxhandschuhe, Asiasport-Gutscheine, Privattrainingsstunden und ein Lions-Pub Gutschein gewonnen werden.

Körperlich fordernder Sport

Stefan Grasse, Ende 30, der nach dem Informatikstudium seinen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt ab 2000 nach Berlin verlegt hatte, kam in Hellersdorf zum Kampfsport Thaiboxen. Er sei seit der ersten Einheit „Feuer und Flamme“, für den körperlich fordernden Sport, der ihn an seine Grenzen bringt. Auf die Frage, was ihm der Thaibox-Sport bisher gegeben habe, fällt Stefan Grasse die Antwort leicht: Er habe nicht nur viele Freunde gewonnen, auch aus anderen Vereinen, sondern sich körperliche, geistige sowie charakterliche Stärke aneignen können.

Sein nächster Schritt führte den Bad Freienwalder zu Markus Brosch ins Ringside-Gym in Friedrichshain. Ihm gefielen die kurzen Anfahrten – aber auch die Kompetenzen der Trainer und des Teams, erklärt Grasse, der seit 2017 wieder in Bad Freienwalde heimisch ist und sich nun als Organisator von Kampftagen einen Namen machen möchte. „Gerade für die Kämpfer ist das eigene Publikum enorm wichtig. Ohne die Fans erleben wir den Sport doch alle völlig anders. Es fehlen Emotionen und Euphorie. Das sind für alle Kämpfer schon wichtige Faktoren“, überlegt Grasse, wohl wissend, dass er die Wettkampfbedingungen bei seiner Veranstaltungspremiere vorgibt. Jetzt muss nur noch der Wettergott mitspielen, dann sollte dem Kampfsportereignis nichts mehr im Weg stehen.