Tierisches Problem
: „Den Finger in die Wunde legen“

Oderaues Gemeindevertreter diskutieren „wolfsfreie“ Zone
Von
Nadja Voigt
Neureetz
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Viel diskutiert: Der Wolf (hier im Freigehege in Groß Schönebeck) und der Umgang mit ihm

Wolfgang Rakitin

Das Thema Wolf hat erneut die Gemeindevertreter von Oderaue beschäftigt. Nachdem im November 2018 mehrere Schafe zwischen Altreetz und Neuwustrow gerissen wurden — von einem Wolf, wie der Besitzer vermutete — wurden in der Gemeinde die Rufe nach einer „wolfsfreien Zone“ laut. Auch wenn sich inzwischen, wie berichtet, herausgestellt hat, das streunende Hunde für den Angriff verantwortlich waren, halten die Gemeindevertreter an einem Grundsatzbeschluss zum Thema Wolf fest.

Wie Amtsdirektor Karsten Birkholz einschränkte, sei das Thema nicht Regelungsgegenstand der Verwaltung beziehungsweise der Gemeinde. „Das kann nicht durch uns geregelt werden“, sagte der Verwaltungschef aus Wriezen. Allerdings könne man mit einem Schreiben auf ein Regelungsmanagement hinwirken, so Birkholz.

Darauf haben sich nun die Bürgermeister des Amtes Barnim–Oderbruch auf einer ihrer letzten Beratungen verständigt, weshalb nun zunächst Neulewin und jetzt Oderaue das Thema auf der Tagesordnung hatte. „Damit wollen wir das Land zu Maßnahmen auffordern, damit der Wolf nicht wie der Biber zum Problem wird“, erklärte Karsten Birkholz. „Viele Leute haben Angst“, sagte Oderaues Bürgermeister Bodo Schröder. „Wenn wir uns nicht kümmern, geht es uns genauso wie mit dem Biber.“

„Die Wölfe sind längst da“, sagte Gemeindevertreter Kurt Müller aus Neurüdnitz am Montag auf der Gemeindevertretersitzung im Bürgerhaus in Neureetz. In Stara Rudnica auf jeden Fall, so der Landwirt und Jäger. „Wenn sie da sind, sind sie auch hier.“ Allerdings, räumte er ein, seien Hunde derzeit noch das größere Problem für Tierhalter wie ihn selbst. Und auch wenn er selbst nicht erpicht darauf sei, Wölfe zu bejagen, wie er sagte, bekämen sie wie alle Wildtiere jedoch eine Scheu, so der Neurüdnitzer weiter.

„Wir können uns nicht über Gesetze hinwegsetzen, aber wir können den Finger in die Wunde legen“, schloss Ulrich Leupelt, Ortsvorsteher von Altreetz und stellvertretender Bürgermeister von Oderaue, die Diskussion.