Tourismus: Gäste genießen Stille im Malchetal

Symbolbild
dpa/Jens KalaeneDas Missionshaus Malche öffnet sich weiter und will etwas für die Region tun. Neben den Ferienwohnungen und Gästezimmern bietet der Verein Seminare sowie Bildungs– und Freizeitangebote weit über das kirchliche Leben hinaus.
Die Malche ist ein freies Werk in der Evangelischen Kirche, vergleichbar mit dem Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM) oder der Evangelischen Erwachsenenbildung. Sie ist aus dem 1898 als Ausbildungsstätte für Missionarinnen im Nahen Osten gegründeten Bibelhaus Malche hervorgegangen, das später auch den Namen Frauenmission Malche trug. In der Vergangenheit verlebten Schwestern, die in den Nahen Osten oder Afrika als Krankenpflegerinnen und Seelsorgerinnen entsendet waren, ihren Ruhestand zurückgezogen in der Gemeinschaft im Malchetal. Zudem gab es dort die Bibelschule, die Gemeindediakone ausbildete, 2011 aber aufgelöst wurde.
Die Gemeinschaft der Schwestern gibt es noch immer. „Wir sind 17, darunter 14 im Altersruhestand“, sagt Gundula Eichler, die im Missionshaus Malche für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich ist. Geleitet wird die Schwesternschaft von der Oberin Hildegard Börner.
Das Profil hat sich in den vergangenen Jahren deutlich gewandelt. „Wir sind ein Gäste– und Tagungshaus, offen für die Menschen“, bekräftigt Jürgen Paschke. Der Theologe und Publizist war in Niedersachsen für die Malche tätig, befindet sich nun im Ruhestand und unterstützt seine Bad Freienwalder Kollegen in der Öffentlichkeitsarbeit und Personalentwicklung. Als sich das Missionshaus 2012 öffnete, habe man sich gefragt, was gibt es in der Region, wo kann das Missionshaus noch etwas machen.
Inzwischen hat sich das Gästehaus zum wichtigen Standbein entwickelt. Es gibt zwölf Mitarbeiterinnen Lohn und Brot. 70 Betten stehen in zwei Häusern zur Verfügung. „Zu Silvester waren wir mit zwei Gruppen und 13 Einzelgästen ausgebucht, die mit uns gefeiert haben“, berichtet Gundula Eichler. Die Menschen wollten einen anderen Jahreswechsel erleben, der in der Malche mit einer gemeinsamen Andacht und Weihnachtsliedersingen sowie Gebet und Stille verbracht wird. „Jeder Gast zieht eine Losung, das persönliche Leitwort für das Jahr“, schildert sie den Ablauf. Statt Knallerei gab es ein Taizésingen in der Kirche.
Die Stille im Malchetal, das zwischen Bad Freienwalde und Falkenberg liegt, lockt die Menschen an. „Wir haben Internet, aber kein Fernsehen auf den Zimmern“, sagt Gudula Eichler. Die Gäste erholen sich einfach, wandern, unternehmen Tagesausflüge oder nutzen das vielfältige Programm. Es stützt sich auf die Themen Natur und Kultur, Bildung und Spirituelles.
Als Partner hat das Missionshaus die Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNE) Eberswalde gewinnen können. Studenten des Fachbereichs Landschaftsnutzung und Naturschutz setzen zwei Projekte um. Sie pflanzen einen Kräutergarten nach dem Vorbild der Klostergärten und legen einen Waldgarten an, wobei mehrjährige Pflanzen um einen Baum gruppiert werden, so das sie sich gegenseitig im Wachstum befördern.
Zu den Partnern zählt ferner Torsten Riemann, der Seminare über Kommunikation sowie Strategien gegen Burnout hält. Evelyn Christel und Gundula Eichler veranstalten „OasenTage“ mit kreativem Schreiben.
Unter dem Motto „KirchenKulturSommer“ gibt es in diesem Jahr Konzerte mit Torsten Riemann und Klezmermusik mit Harrys Freilach. Höhepunkt ist das Konzert mit Gerhard Schöne am 31. August. Der Fahlberg–Chor bestreitet dann ein Weihnachtskonzert. Das Spirituelle umfasst eine Fastenwoche, eine Seniorfreizeit, den Malche–Regionaltag für Berlin und Brandenburg, ein Auszeit–Wochenende für Frauen sowie das Martinsfest.
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