Tradition
: Altranfter Diskothek „Breitengrad“ feiert zehnjähriges Jubiläum

Mit durchschnittlich 100 Gästen betreibt Waldemar Kinder seit zehn Jahren mit Erfolg die Altranfter Disko „Breitengrad“.
Von
Steffen Göttmann
Altranft
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  • Waldemar Kinder mit Tochter Vivien am Tresen lud vergangenen Sonnabend zur Jubiläumsparty ein, zu der mehr als 100 Gäste kamen. Gefeiert wird regelmäßig jeweils von 22 bis 4 Uhr.

    Waldemar Kinder mit Tochter Vivien am Tresen lud vergangenen Sonnabend zur Jubiläumsparty ein, zu der mehr als 100 Gäste kamen. Gefeiert wird regelmäßig jeweils von 22 bis 4 Uhr.

    Wolfgang Rakitin/MOZ
  • Eine Tafel an der Fassade des Breitengrades erinnert an den "Dorfkrug an der Heerstraße".

    Eine Tafel an der Fassade des Breitengrades erinnert an den "Dorfkrug an der Heerstraße".

    Steffen Göttmann/MOZ
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„Das Gebäude befand sich in der Zwangsvollstreckung, doch keiner wollte es haben“, berichtet er. Ein Makler habe es ihm ohne Provision angeboten, weil es die Bank unbedingt loswerden wollte. Seine Vorgänger hätten auch eine Gaststätte betrieben, aber damit Schiffbruch erlitten. Der Unterhaltung des Gebäudes dienten die vier Wohnungen im Obergeschoss, die alle vermietet sind. Die Diskothek sei damit ein Zubrot, so Waldemar Kinder, der seit 2004 zusammen mit seinem Bruder die Stadthalle in Wriezen betreibt und zuletzt auch das Lokal „Schamotte“ in Bad Freienwalde mit Saal, Küche und Kegelbahn gekauft hat.

Eine Party pro Monat

Je einmal im Monat eine Tanzveranstaltung organisiert Waldemar Kinder in den drei Lokalen. Im „Breitengrad“ lasse er nur Gäste ab 21 Jahren ein und lasse dies kontrollieren. Jugendliche seien dagegen in der Wriezener Stadthalle willkommen. Dass das „Breitengrad“ eben keine Jugend–Disko sei, habe sich herumgesprochen, weshalb sich zu den Stammkunden aus der Region in und um Bad Freienwalde und Wriezen regelmäßig viele Strausberger und Eberswalder gesellen, betont er. Gerade für  „ältere“ Disko–Besucher sei das Angebot in der Region nicht so groß.

Als „Krug an der Heerstraße“ habe die Gaststätte eine lange Tradition und sei das älteste Haus an der Straße, sagt Waldemar Kinder. Ihm sei aber nicht bekannt, was oder ob vom Ursprung noch etwas übrig sei. Von 1375 bis 1975 war sie unter diesem Namen bekannt. Auf einem Platz neben dem Haus seien einst die Pferde gewechselt worden. Doch der Name erschien dem neuen Betreiber zu sperrig. „Weil das Haus  zwischen Wriezen und Bad Freienwalde liegt, kamen wir auf Breitengrad“, fügt er hinzu.

Kinder ist gelernter Tischler, hat aber bereits zu DDR–Zeiten Lehrgänge für Licht– und Tontechnik sowie Schallplatten–Unterhaltung absolviert. Damit konnte er sich freiberuflich neben seiner eigentlichen Arbeit als DJ engagieren. Die Fertigkeiten, die er sich in seinem ursprünglichen Beruf erworben hat, nutzt er, um seine Häuser instand zu setzen.

„Als ich das Haus 2007 kaufte, waren die Wasserleitungen wegen Frost geplatzt  und es war nichts mehr drin“, berichtet er. Zwei Jahre brauchte er, um das Haus auf Vordermann zu bringen. Zuerst habe er die Fassade saniert, so dass das Haus gleich freundlicher aussah. Eine  Auffrischung steht kurz bevor, denn die Farbe blättert. „Das ist bei alten Häusern so“, weiß Kinder. Anfang 2010 feierte er Eröffnung, das genaue Datum habe er vergessen.

Außer Terrazzo–Boden alles neu

Gast– und Nebenraum sowie den Saal baute er selber zur Diskothek aus. Vorn ist der Tresen mit Sitz– und Stehplätzen, wo sich die Gäste unterhalten können. „Außer dem unverwüstlichen Terrazzo–Boden aus der DDR ist hier alles neu“, sagt der Wirt. Im Nebenraum sei die Cocktailbar und im Saal werde getanzt. Vom Schlager bis Rock sowie aktuelle Hits locken die Gäste auf den Tanzboden. Die Musik kommt aus dem Laptop. Von der Idee, Live–Musik anzubieten, habe er sich verabschiedet. Die Bands seien zu teuer. Regionale Gruppen, die noch bezahlbar sind, spielen im Sommer auf Dorffesten und stellen daher keine besondere Attraktion mehr dar.

Wenn im Mai die Dorffeste  beginnen, machen sich die Gäste rar, weiß Kinder aus Erfahrung. Daher öffne er seine Betriebe nur von September bis April. Der Betrieb im Sommer lohne sich nicht. Daher sei die Zahl der Veranstaltungen für die Mieter im Haus erträglich.