Trockenheit
: Landkreis sperrt Schlosspark in Bad Freienwalde für Besucher

Trockenheit macht den Bäumen im Schlosspark in Bad Freienwalde zu schaffen. Der Landkreis hat daher der Park gesperrt.
Von
Steffen Göttmann
Bad Freienwalde
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Barriere: Ein Bauzaun blockiert den Serpentinenweg vom Schloss hinaus zum Apothekerberg. Der Landkreis will Unfälle durch herab fallende Äste und umstürzende Bäume verhindern.

Steffen Göttmann

„Weil der Schlosspark der Erholung und auch kulturellen Zwecken dient, besteht eine besondere Verkehrssicherheitspflicht“, erklärte Berendt. Der Park sei nicht mehr sicher. Der Landkreis Märkisch–Oderland als Eigentümer sperre daher ab Dienstag die Wege im nordwestlichen Bereich, führte der  Kreissprecher weiter aus. Die Sperrungen seien durch Zäune sichtbar und würden noch durch Hinweisschilder ergänzt.

Landkreis kommt Versicherungsflicht nach

Die Wege unterhalb des Teehäuschens, die von der Berliner Straße ins Zentrum führen, könnten auch weiter benutzt werden. „Wir bitten die Besucher des Parks angesichts der Einschränkungen um Verständnis“, so Thomas Berendt.

Die Gefahr habe sich bei einer Baumschau offenbart, sagte Berendt auf Anfrage. Wann die Gefahr beseitigt ist, so dass die Wege wieder freigegeben werden, stehe noch nicht fest. „Es muss geprüft werden, welche einzelnen Maßnahmen erforderlich sind“, ergänzte der Kreissprecher.

Der Bad Freienwalder Bürgermeister Ralf Lehmann (CDU) begrüßt, dass der Landkreis seiner Verkehrssicherungspflicht nachkommt und sich seiner Verantwortung bewusst ist. Er habe auch erst am Montag von der Sperrung erfahren.  Die Stadtverwaltung werde keinen Druck ausüben, damit die Wege möglichst schnell wieder frei sind. Wichtig sei es vielmehr, ein Gesamtkonzept für den Schlosspark zu finden., an dem sich auch die Stadt beteiligen würde. Wenn den Bürgern die Erhaltung des Schlossparks wichtig sei, sollten sie dies auch gegenüber der Stadtverordnetenversammlung deutlich machen, um entsprechende Beschlüsse herbeizuführen. Der  Landkreis habe durch den Versuch, das Schloss zu veräußern auch dem Park eine Perspektive geben wollen.

Drei Pflanzphasen im Schlosspark

„Es gab im Schlosspark drei Pflanzphasen  — 1830, 1880 und ab 1910 zu Rathenaus Zeiten“, berichtet Reinhard Schmook, Geschäftsführer der Walther–Rathenau–Stift gGmbH, Träger der Gedenkstätte im Schloss und bis 2017 Schloss–Kastellan. Es gebe im Schlosspark viel Wildwuchs, dem nicht rechtzeitig Einhalt geboten worden sei.  Vor 1758 baute der Apotheker Gensichen Wein an, der jedoch nicht richtig gedieh, weil es in diesem Jahren so kalt war. „Königin Friederike Luise hatte einen Faible für Gartenkunst und ließ im Tal einen barocken Park anlegen“, sagte Schmook. Zwei bis drei von den in ihrem Auftrag gepflanzten Bäumen seien noch vorhanden.

Barock heißt: verschlungene Wege, hier und da einen Busch oder Baum. Der Berg sei noch kahl gewesen „Rathenau fand einen devastierten Park vor“, so Schmook. Er habe an den Park grenzende Grundstücke hinzugekauft, bis er auf 11,5 Hektar kam, was der heutigen Ausdehnung entspricht. Rathenau habe in großem Umfang Bäume gepflanzt dazu gehörten auch die beiden Blutbuchen am Schloss.