Vandalismus in Bad Freienwalde: Büste von Albert Schweitzer – Nase abgeschlagen

Nase abgeschlagen: Die 1964 von der Kurstadt Bad Freienwalde in Auftrag gegebene Porträtbüste des Arztes und Humanisten Albert Schweitzer ist wahrscheinlich Vandalismus zu Opfer gefallen.
Ulf GriegerAm 14. Januar 2024 kann die Bad Freienwalder Förderschule den 60. Jahrestag ihrer Namensgebung feiern. Allerdings wird dann die 1977 auf dem nahen Albert-Schweitzer-Platz aufgestellte Büste des Namenspatrons fehlen. Das liegt aber nicht an der am Donnerstag, 12. Oktober, festgestellten Beschädigung des Kunstwerkes. Möglicherweise durch Vandalismus ist der aus Pirnaer Sandstein geschaffenen Büste ein Teil der Nase abgeschlagen worden.
Verwaltung wird den Fall anzeigen
Die Stadt wird eine Strafanzeige gegen Unbekannt stellen, informierte Bauamtsleiter Guido Voigt auf Nachfrage der MOZ. Die Beschädigung scheint erst vor kurzem erfolgt zu sein. Die Stadt bittet mögliche Zeugen, sich im Rathaus (Tel. 03344 412 125) zu melden.
Er sei gerade mit einem Baubetrieb in Verhandlungen, der das Denkmal komplett demontieren und für die Zeit des Kreisel-Baues einlagern soll. „In diesem Zusammenhang können wir auch eine Restaurierung veranlassen“, meint Voigt.

Albert-Schweitzer-Denkmal in Bad Freienwalde: Es wurde am 30. April 1977 feierlich eingeweiht. Der Sockel besteht aus geschliffenem Granit, die Büste aus Pirnaer Sandstein.
Ulf GriegerAm 89. Geburtstag Albert Schweitzers am 14. Januar 1964 hatte die bis dahin namenlose „Hilfsschule“ in feierlichem Rahmen den Namen „Albert Schweitzer“ bekommen. Die Lehrer und Schulleiter Werner Richter hatten sich vor 60 Jahren direkt an den Arzt und Humanisten gewandt. Schon zehn Tage später antwortete der Friedensnobelpreisträger: „Herzlich gern gebe ich meine Zustimmung, dass die Hilfsschule meinen Namen führt.“
Albert Schweitzer war am 16. April 1913 nach Lambaréné in Gabun gekommen und gründete an der dortigen Missionsstation das Krankenhaus, in dem er Jahrzehnte lang wirkte. Dort sind er und seine Frau Helene auch begraben. 1964 hatte die Kurstadt die Porträtbüste für den Schweitzer-Platz beauftragt, 1977 wurde sie aufgestellt.

