Vernissage: Ständig in Bewegung
Ich hatte die Idee“, bestätigte Landrat Gernot Schmidt am Sonntagnachmittag im Schloss Neuenhagen bei der Vernissage. Nur hätte Emöke Pöstenyi nicht daran geglaubt, dass es ihr zu Ehren eine Ausstellung geben sollte. Bis zuletzt. „Ich habe ja, ja gesagt“, erinnerte sie sich im überfüllten Foyer des Schlosses Neuenhagen. „Ich war sehr skeptisch.“ Doch was sie sehe, erschlage sie förmlich. Und sei auch emotional sehr berührend. Zum Beispiel, weil in der Ausstellung zu ihrem Leben und Werk ein Bild zu sehen sei, das sie mit ihrer Schwester Ildiko als Kinder in ihrer Heimat Ungarn zeigt. „Sie ist vor zwei Jahren gestorben“, bedauerte Emöke Pöstenyi.
Viele Stationen ihres Lebens zeigt die Ausstellung in den verschiedenen Räumlichkeiten — per Video und in Fotografien. Aber auch Preise, die die Tänzerin und Choreografin gewann, werden präsentiert. Ebenso wie die Bilder vom Fernsehballett oder die Kostümbilder samt Stoffproben.
Christina Bohin Kuratorin
Kuratorin Christina Bohin zeigte sich dankbar, tief in das bewegte Leben von Emöke Pöstenyi eintauchen zu dürfen. Sie berichtete von fünf ereignisreichen und spannenden Monaten, in denen sie den Star und die Künstlerin kennenlernen konnte. Mit aller gebotenen Nähe und Distanz. „Danke, das Du mich an Deinem Leben hast teilhaben lassen“, so Christina Bohin. Ein Künstlerleben, wie Gernot Schmidt herausstellte, hinter dem viel Arbeit steckt. „Für uns Ostdeutsche ist es zudem ein Stück Zeitgeschichte“, so der Werbiger. Es sei eine wunderschöne Ausstellung geworden, in die man eintauchen könne und das Gezeigte mit dem eigenen Leben verbinden.
Dazu zählen auch die hölzerne Fundstücke, aus denen Emöke Pöstenyi Kunst macht. Skulpturen, die Titel wie „Showgirl“, „Josephine Baker“, aber auch „Angst“ oder „Schiffbruch“ oder „Eremit“ und „Nymphe“ tragen. „Kunst mit Esprit“, nannte Gernot Schmidt die Werke. „Und Du hast mir gesagt, Du machst was mit Stöcken“, sagte er lachend an Emöke Pöstenyi gewandt.
Das Wesen der Choreografie versuchte Tänzerin, Schauspielerin und Choreografin Elsa Loy den Besuchern der Ausstellung näherzubringen. Und fand herzliche Worte für Emöke Pöstenyi und ihre Arbeit als Choreografin, Tänzerin und Künstlerin. „Sie überzeugte mit ihrer einmaligen Präsenz“, so die junge Frau. Sie habe ihre eigenen Visionen umgesetzt, mit Liebe zum Detail und Taktgefühl. „Schnelle, elegante Stücke, die vor Energie sprühten“, so Elsa Loy weiter. „Ganz wie sie selbst.“ Der Tanz habe das Leben von Emöke Pöstenyi begleitet. „Ein Leben in Bewegung und der Kunst gewidmet.“
Die Ausstellung im Schloss Neuenhagen ist noch bis zum 22. Dezember zu sehen. Geöffnet ist immer Samstag von 14 bis 19 Uhr und Sonntag von 13 bis 16 Uhr sowie nach Vereinbarung. Kontakt unter Telefon 033369 775671 oder per E–Mail an info@schloss-neuenhagen.de. Internet: www.schloss–neuenhagen.de.

