Wald
: Vom Stadt- zum Hoheitsförster

Peter Rüffler (59) ist nicht mehr Stadtförster in Bad Freienwalde. Als Hoheitsförster blickt er auf 5200 Hektar Wald.
Von
Steffen Göttmann
Bad Freienwalde
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Großes Gebiet: Peter Rüffler, Hoheitsförster der Oberförsterei Strausberg, verantwortlich fürs Revier Freienwalde mit 5200 Hektar Wald.

Steffen Göttmann

Ich werde immer wieder gefragt, ob ich jetzt Rentner bin“, sagt Peter Rüffler. Das ist mitnichten der Fall. Nachdem der Dienstleistungsvertrag zwischen dem Land und der Stadt Bad Freienwalde aufgelöst wurde, ist Peter Rüffler Hoheitsförster der Öberförsterei Strausberg. Sein Dienstsitz ist in der ehemaligen Lehroberförsterei in der Melcherstraße. Seit 2012 heißt sie „Bürogemeinschaft Freienwalde“. Neben Peter Rüffler arbeitet dort Holger Pölzing, Hoheitsförster für das Revier Brunow. Beide gehören der Oberförsterei Strausberg an. Uwe Birlem, Hoheitsförster fürs Revier Oderberg gehört der Oberförsterei Eberswalde an und Rico Goyke, Revierförster für das Landeswaldrevier Bralitz der Oberförsterei Chorin.

Statt 1200 Hektar Stadtwald gehören zu Rüfflers Revier nun 5200 Hektar Wald. Hinzu kommt die gesamte Insel. „Die Hoheitsförsterei ist zuständig für alle Waldeigentümer: Kommunen, Land, Kirche, Privatleute und Treuhand“, erläutert er. Der Stadtforst gehört auch dazu, mit der Bewirtschaftung des Waldes und dem Absatz des Holzes hat er jedoch nichts mehr zu tun. Wer ihn nach Brennholz fragt, begibt sich also auf den Holzweg.

Ordnungsbehördliche Aufgaben

Wie ein Revierpolizist sei er Ansprechpartner für die Eigentümer., verfolgt Ordnungswidrigkeiten und ermittelt im Auftrag der Staatsanwaltschaft. Der häufigste Fall seien Autos im Wald. Das Befahren des Waldes sei verboten.

„Wir sind zuständig für die Einhaltung des Waldgesetzes“, bringt es Peter Rüffler auf den Punkt. „Wir beraten Waldbesitzer, was er in seinem Wald tun muss und darf“, erläutert Thomas Pietschmann, Leiter der Oberförsterei Strausberg und damit Vorgesetzter von Peter Rüffler. Das war er die ganze Zeit, denn Peter Rüfflers Arbeitgeber war schon immer das Land. Sein Nachfolger im Stadtwald Christoph Nass ist dagegen Angestellter der Kurstadt. Zudem ist Peter Rüffler Dienstleister für Privatwaldbesitzer, berät sie beispielsweise über Waldumbau, Holzeinschlag, Holzmarkt, Waldpflege und Fördermittel. Ab nächstes Jahr gilt dies nur noch für Waldbesitzer bis zehn Hektar Fläche. Alle größeren können sich die Dienstleistung einkaufen. Im Revier Freienwalde sind 62 Prozent Wald Privatbesitzer, die Hälfte Kommunen, der Rest gehört dem Land.

Nach 22 Jahren Stadtförster hätte sich Peter Rüffler einen anderen Abschied gewünscht als  ein Essen mit dem Bauausschuss. „Für mich der entscheidende Ansprechpartner war Wolfgang von Allmen, wir haben zusammen zum Wohl des Stadtforstes gearbeitet“, sagt er. Dessen Bewirtschaftung sei eine wichtige Etappe für ihn gewesen. „Es war eine tolle Truppe: Waldarbeiter und Verwaltung“, fügt er hinzu. Ihm habe die Arbeit Spaß gemacht, weil er selber entscheiden konnte. Seinem Nachfolger, dem er als Hoheitsförster zur Seite steht, wünsche er viel Erfolg.