Weltdiabetestag am 14. November
: Zeigen, was trotz Krankheit möglich ist

Der 14. November ist Weltdiabetestag. Auch in Bad Freienwalde treffen sich Erkrankte regelmäßig zum Erfahrungsaustausch.
Von
Anett Zimmermann
Bad Freienwalde
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Wichtige Ansprechpartnerinnen: Christel Pluschke (r.) hat die Diabetes-Selbsthilfegruppe in der Region mitgegründet und engagiert sich heute noch immer in Bad Freienwalde. Marion Brunnert ist die Leiterin der Selbsthilfekontaktstelle in der Kurstadt.

Anett Zimmermann

Christel Pluschke bezeichnet ihren Diabetes als „Wendezucker“. „Er ist damals plötzlich dagewesen“, erzählt die 67–Jährige. Typ 1, der vor allem bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen auftritt, sei bei ihr festgestellt worden. Das heißt: Der Körper produziert kein Insulin mehr und Betroffene müssen ein Leben lang mehrfach am Tag Insulin spritzen. Dabei sei sie familiär nicht vorbelastet, berichtet die Kurstädterin.

Auch ihre Mutter als gelernte Krankenschwester habe auf die Diagnose erschrocken reagiert. „Sie wusste ja aus ihrer Erfahrung, was auf mich zukommt.“ Die Folgeerkrankungen würden allerdings oft erst einmal ausgeblendet. Viel schlimmer aber noch: Häufig bleibe die chronische Stoffwechselkrankheit unerkannt und unbehandelt. Dies trifft insbesondere für den Typ 2 zu, der für rund 90 Prozent aller Diabetesfälle verantwortlich ist, wie es auf Internetseiten zu dem Thema heißt.

Treff ist einmal im Monat

In den Kliniken in Karlsburg und Birkenwerder habe sie zu Beginn der 1990er–Jahre dann auch erstmals von Selbsthilfegruppen gehört. „Danach hatte ich selbst das Interesse an der Gründung einer solchen Gruppe“, blickt Christel Pluschke zurück. Die Erste in Wriezen sei so groß geworden, dass sie sich geteilt habe und es seit Oktober 1998 eine Zweite in Bad Freienwalde gab.

Diese treffe sich noch heute an jedem letzten Donnerstag um 19.30 Uhr im Haus der Begegnung in der Ringstraße 1. „Die Zeit haben wir beibehalten, auch wenn viele von uns inzwischen Rentner sind.“ Die Gruppe in Wriezen habe sich dagegen bereits vor etwa 15 Jahren aufgelöst. „Dort fand sich niemand mehr, der die Gruppe leiten wollte“, bedauert sie.

Die Gespräche und der Erfahrungsaustausch seien das Wichtigste auch in ihrer Selbsthilfegruppe. Hinzu kämen Vorträge und andere gemeinsame Aktivitäten. „Wir brauchen das und bekommen während der Sommerferien meist schon Entzugserscheinungen“, sagt Christel Pluschke. Die Pause werde aber auch gebraucht — für den Garten, Reisen oder/und die Enkel. Doch danach gebe es beim Wiedersehen immer ein großes Hallo.

Für die Vorträge habe man quasi sämtliche Ärzte in der Region und auch Heilpraktiker gewinnen können. So habe Dr. Thomas Müller aus Wriezen zum Beispiel über Erkrankungen der Herzkranzgefäße berichtet. Für eine der nächsten Zusammenkünfte will die Selbsthilfegruppe eine Ernährungsberaterin verpflichten. Christel Pluschke erinnert sich noch gern an das gemeinsame Kochen mit den beiden Ernährungsberaterinnen aus der Fachklinik und Moorbad. „Die haben gefühlt aus einem Esslöffel Öl eine ganze Mahlzeit gezaubert“, zeigt sie sich begeistert.

Auch Angehörige dabei

Und natürlich seien Familienmitglieder in der Gruppe willkommen. Da gebe es zum Beispiel Ehepartner, aber auch einen Vater, der einst wegen der Erkrankung seiner vierjährigen Tochter Rat suchte. „Sie ist heute unser aller großes Kind“, sagt Christel Pluschke lachend und freut sich über den anhaltenden Kontakt. „Sie studiert, besucht uns aber, wenn sie bei ihren Eltern ist.“ Hauptaugenmerk sei, was trotz Krankheit alles geht. Christel Pluschke verfolgt dafür auch den medizinischen Fortschritt und berichtet dann in der Gruppe.

www.selbsthilfekontaktstelle.vfbq.de