Wintersport: Wintersportverein Bad Freienwalde beklagt Schäden durch Rodler
- Wintersportverein Bad Freienwalde warnt: Schanzen sind für Rodler ungeeignet, Schäden an Matten drohen.
- Stahlkufen und Skikanten zerstören Kunststoffmatten – Schanzen sind für Leistungssport reserviert.
- Rodeln auf der 40-Meter-Schanze ist gefährlich: Unkontrollierte Schlittenfahrten bergen Verletzungsrisiken.
- Verein bietet Alternativen: Gegenhang für Wintersport nutzbar, Anlage bleibt öffentlich zugänglich.
- Training trotz Schnee: Kinder üben auf der 10-Meter-Schanze, neue Erfahrungen unter Winterbedingungen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Bad Freienwalde erlebt zurzeit ein Wintermärchen. Tief verschneit ist der Wald und auch auf der Schanzenanlage im Papengrund türmt sich der Schnee. Der Besucher wähnt sich wie in einem Mittelgebirge. Viele Kurstädter ziehen daher bereits am Sonntag mit Kind und Kegel in den Papengrund, um die Aufsprunghänge der Schanzen hinunter zu rodeln. „Das geht gar nicht, denn die Schlitten beschädigen die Kunststoffmatten“, beklagt Dieter Bosse, Präsident des Wintersportvereins (WSV) Bad Freienwalde. Als Vereinsmitglieder den Familien das Problem erklären wollten, sei es zum Wortgefecht gekommen, berichtet Bosse. Es handele sich um eine Wintersportanlage, die zudem der Stadt gehöre, deshalb lasse man sich vom WSV gar nichts sagen, tönt es den Vereinsmitgliedern entgegen. Ganz Mutige hatten sich schon auf den Aufsprunghang der 40–Meter–Schanze begeben, um von dort hinunter zu rodeln.
Schanzen sind Vereinseigentum
„Die Schanzen gehören dem Verein“, konstatiert Dieter Bosse. Die Schanzen seien eine Wettkampfstätte und dem Leistungssport vorbehalten. „Die Stahlkufen der Schlitten reißen die Borsten der Matten heraus“, erläutert Stefan Wiedmann, hauptamtlicher Landestrainer des WSV. Auch die Stahlkanten von Abfahrtsskiern beschädigen die Kunststoffmatten. Sprungski sind wie Langlaufski vollkommen glatt und haben an den Seiten keine scharfen Stahlkanten.
„Außerdem ist es sehr gefährlich, den Aufsprunghang der 40–Meter–Schanze mit einem Schlitten herunter zu fahren“, fügt der Cheftrainer hinzu. Wegen der Matten lasse sich ein Schlitten kaum noch steuern. „Wenn man mit 70 Sachen gegen die Bande kracht, kann man sich alle Knochen brechen“, warnt Wiedmann. Der WSV verbiete jedoch den Bad Freienwaldern nicht, auf der Anlage Wintersport zu treiben. Geeignet sei der gut verschneite Gegenhang. „Wir schließen die Anlage ja auch nicht ab“, fügt Vereinschef Dieter Bosse hinzu.
Training unter Schneebedingungen
Sprungtraining auf der 10–Meter–Schanze ist am Montagvormittag angesagt. Der Lockdown der Schulen kommt dem Verein gerade recht. Denn Stefan Wiedmann kann die 18 Kinder und Jugendlichen, die er gerade trainiert, in kleine Gruppen von zwei bis drei Sportlern einteilen und auf mehrere Tage verteilen. So kommt sich niemand zu nahe.
Das Training der Skispringer findet mit oder ohne Schnee statt. Die „Sparkassen–Ski–Arena“ ist wegen der Kunststoffmatten eigentlich eher eine Sommersprunganlage, die aber auch im Winter genutzt werden kann. Die weiße Pracht zum Training ist Zufall am Montag. „Der Schnee ist nass und schwer, er bremst den Sprung ab“, erläutert Stefan Wiedmann. Deshalb haben er und ein Helfer die Matten frei geschippt. Die Rasenfläche im Auslauf ist jedoch tief verschneit. „Für die Kinder ist das eine neue Erfahrung, unter Schneebedingungen zu trainieren“, sagt Wiedmann. Sie müssten die Skier zusammenhalten und auf dem Schnee konzentriert geradeaus fahren und nicht verkanten. Sonst droht ein Sturz.
Netze halten weiße Pracht fest
Denn nasser oder feuchter Rasen ist glatter als nasser Schnee. Mit Netzen könne der Verein den Schnee auf den Kunststoffmatten festhalten. Dies bringe aber nur bei Pulver– oder Kunstschnee aus der Schneekanone etwas, erläutert der Cheftrainer.
Der WSV ist in Bezug auf seine Kunststoffmatten geplagt. Unbekannte hatten im November versucht, mit einem Auto den Aufsprunghang der 60–Meter–Schanze hinauf zu fahren und waren eingebrochen. Dabei beschädigten den hölzernen Unterbau der Schanze so schwer, dass der Verein im Sommer alles erneuern muss.


