Zukunftspläne
: Der Oderbruchzoo in Altreetz soll modernisiert werden

Viele Neuerungen stehen im Oderbruchzoo Altreetz an, um bessere Bedingungen für die Tiere und Besucher zu schaffen.
Von
Thomas Berger
Altreetz
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  • Na, wie geht es euch? Gern legt Roman Bourwieg bei seinen Lieblingen, den Eseln, eine Streichelpause ein.

    Na, wie geht es euch? Gern legt Roman Bourwieg bei seinen Lieblingen, den Eseln, eine Streichelpause ein.

    Thomas Berger
  • Zwergziegen: Ihr Gehege soll schon bald erweitert werden.

    Zwergziegen: Ihr Gehege soll schon bald erweitert werden.

    Thomas Berger
  • Willkommen: Blick auf den Eingang mit Corona-Schutzhinweisen. Für die Erneuerung des vorderen Zaunes werden Sponsoren gesucht.

    Willkommen: Blick auf den Eingang mit Corona-Schutzhinweisen. Für die Erneuerung des vorderen Zaunes werden Sponsoren gesucht.

    Thomas Berger
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Vor allem aber will man den generellen Neuanfang nutzen, um zahlreiche Umgestaltungen vorzunehmen. Einiges davon wird sich schon in nächster Zeit für die Besucher mit ersten Veränderungen zeigen, das Gesamtpaket dürfte sich aber über einen Zeitraum von schätzungsweise drei Jahren erstrecken.

An vielem auf dem Areal, gewissermaßen das Lebenswerk des langjährigen Zooleiters Peter Wilberg, nagt inzwischen sichtbar der Zahn der Zeit. Eines der ältesten Gehege ist beispielsweise das der Berberaffen. Die werden demnächst erst einmal ein Stück weiter ins Affenhaus umziehen — denn die Makaken, deren Domizil das jetzt noch ist, werden Anfang Mai abgeholt. Sie treten die Reise in einen slowenischen Zoo an. Insgesamt sei man für alle Affen, zehn Tiere in drei Arten, auf der Suche nach einem geeigneten neuen Zuhause. Denn zu den Umgestaltungen gehört, sich auf einheimische Tierarten zu konzentrieren. Das letzte der Kängurus — die anderen zwei, schon älter, waren kurz nacheinander gestorben – ist bereits in Eberswalde untergekommen, hätte ohnehin nicht allein in Altreetz verbleiben können.

Es geht um die Erneuerung alter Gehege, aber auch moderne, artgerechtere Haltung, vor allem an vielen Stellen mehr Platz. Für Kameldame Rosi soll deshalb nicht nur ihr jetziges Quartier aufgehübscht werden. Sie erhält auch das ehemalige Kängurugehege dazu und die andere Nachbarfläche, wo zuvor die Emus wohnten. Die sind inzwischen auf den Straußenhof übergesiedelt.

Das Berberaffengehege wird verschwinden, damit ist dann Platz für die Erweiterung des Domizils der erzgebirgischen Zwergziegen nebenan. Damit soll ein großes Streichelgehege für die Kinder entstehen — in Nachbarschaft und von dort gut durch Eltern oder Großeltern zu beobachten vom künftigen Zoocafé. Denn zu diesem sollen das bisherige Tropenspielhaus und die Freifläche davor ausgebaut werden. Ebenso wie die Pferde aus ihrem angestammten Gehege weiter nach hinten ziehen, dort vorn gleich am Eingang erst einmal eine Sammel– und Begrüßungsfläche geschaffen werden soll, wie Bourwieg weiter erklärt. Und auf dem Gelände vor dem Feriendorf für Behinderte ist rund um den kleinen Teich und das Gehege mit den Ziegen — eine ganz freche, die Kinderliebling ist, und ein blindes Tier – eine künftige Bauernhof–Fläche im Gespräch.

Inka, die schwarzbraune Lamadame, wird wiederum ins Nachbargehege umziehen, mittelfristig kann sich Bourwieg beispielsweise auch noch Alpaka–Wanderungen ins Umland vorstellen. Und mit Flächeneigentümern sei man schon über eine Erweiterung nach hinten hinaus im Gespräch.

Gern hält der Chef für ein paar Streicheleinheiten bei seinen besonderen Lieblingen an, den drei Eseln. „Die beiden Jungs sind zugezogen, Benna ist aber hier im Zoo geboren“, erklärt er. Ihren Namen hat sie noch gar nicht so lange: „Den hat ihr mein jüngste Tochter verpasst.“ Gern genutzt, so für Kindergeburtstage und Weihnachtsfeiern, sei nach wie vor die Zoobaude, die gut intakt ist und nur demnächst mal einen frischen Anstrich erhalten soll.

Zoogalerie wird Studierzimmer

Die einstige Zoogalerie wird im Zuge der Neuerungen in eine Art Studierzimmer umgewandelt. Mit Bildern zur Zoogeschichte an den Wänden und einer Vitrine, in der an Exponaten wie Stachelschwein–Nadeln oder Krokodilledertasche gezeigt wird, dass der Zoo auch Zollverwahrstelle ist. Elektro– und Wasserinstallation stehen ebenfalls an, zudem bleibt der Anspruch, perspektivisch barrierefrei zu werden — auch das wird aber seine Zeit brauchen.