Der Landkreis Dahme-Spreewald hat am Donnerstag verfügt, dass von 6 bis 21 Uhr kein Wasser mehr aus den Flüssen gepumpt werden darf. Es ist einfach zu trocken. "Im Schnitt fallen an einer repräsentativen Wetterstation Cottbus 566 Millimeter Niederschlag pro Jahr", sagt Helge Albert, Sachgebietsleiter der unteren Wasserbehörde des Nachbarkreises. Allein in den vergangenen beiden Jahren habe sich dort ein Defizit von 360 Millilitern ergeben. "Und auch der 2020 bisher gefallene Niederschlag liegt dort erheblich unter dem Durchschnitt." Dass in der Spree und beispielsweise dem Schwielochsee der Pegel nicht noch stärker fällt, liegt vor allem daran, dass es im gesamten Flusssystem der Spree viele Stauanlagen und Wehre gibt. Außerdem wurde in diesem Frühjahr die Wasserabgabe aus der Talsperre Spremberg verstärkt. Dort sollte der Wasserstand sinken, um Reparaturarbeiten ausführen zu können.
Dennoch ist die Spree fast wieder zu einem stehenden Gewässer geworden. Der Mindestabfluss am Pegel Leibsch am Ende des Spreewalds in Richtung Berlin sollte auch bei Niedrigwasser bei zwei bis drei Kubikmetern pro Sekunde liegen. Aktuell ist das nicht so,  die Menge liegt deutlich unter zwei Kubikmetern. Und eine Entspannung sei derzeit nicht zu erwarten, teilt der Kreis Dahme-Spreewald mit. Schon im Mai flossen in Leibsch gerade mal zwei Kubikmeter in der Sekunde. Normal sind in dem Monat mehr als neun.
Auch im Kreis Oder-Spree hat man den Wasserstand im Blick. Ein Entnahmeverbot per Allgemeinverfügung gibt es aber aktuell nicht. Man setze auch auf die Eigenverantwortung der Wassernutzer. Die sind aufgefordert, Pegel  und Durchflussmengen im Blick zu behalten, so Kreissprecher Mario Behnke. Und das bedeutet,  dass auch hier die Wasserentnahme im Moment eingeschränkt ist. "Für einen schonenden Ressourcenverbrauch werden seit dem Vorjahr neu erteilte Erlaubnisse mit der Einschränkung versehen, dass die Wasserentnahme aus der Spree auszusetzen ist, wenn der Abfluss am Unterpegel Leibsch 2,5 Kubikmeter pro Sekunde unterschreitet", teilt der Kreis auf Nachfrage mit. Direkte Regulierungsmöglichkeiten habe man kaum, da es ja hier keine Talsperre gebe.

Schwarze Elster trocknet aus

Dramatisch ist die Wassersituation auch in anderen Regionen des Landes. Der Landkreis Barnim hat die Wasserentnahme aus Oberflächengewässern untersagt. Der Zufluss aus der Müritz sei gering, was sich insbesondere auf den Oder-Havel-Kanal, Finowkanal und die Seen der Umgebung auswirke. Ein ähnliches Verbot gab es dort bereits im Vorjahr. Viele Wasserwerke, darunter im Raum Wandlitz und Panketal, hatten damals besonders mit zu großen Wasser-Entnahmen zu kämpfen und reglementierten das Sprengen von Grundstücken oder Befüllen von Pools.
Auch im Süden des Landes gibt es Beispiele: Die Schwarze Elster, die im vergangenen Jahr praktisch ausgetrocknet war, führte bereits Ende Mai an der Landesgrenze zwischen Sachsen und Brandenburg erneut kein Wasser mehr. Auch der Landkreis Elbe-Elster hat ein Wasserentnahmeverbot aus Flüssen und Seen ausgesprochen und droht bei Zuwiderhandlungen sogar ein Bußgeld von bis zu 50 000 Euro an.