Altlast
: Fund entpuppt sich als Rakete

Teile einer Kurzstreckenrakete sind in der Lieberoser Heide gefunden worden. Das teilte der Kampfmittel-Beseitigungsdienst mit.
Von
Jörg Kühl
Lieberose
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Monument des Kalten Kriegs: Eine Rakete dieses Typs lag in der Heide vergraben.

Jeon Heon-Kyun

Wie der Kampfmittel-Beseitigungsdienstes (KMBD) des Landes Brandenburg nach mehr als einer Woche Bearbeitungszeit mitteilte, wurden Teile einer 8K14 (NATO- Bezeichnung „SS 1 Scud B") im Boden entdeckt. Der Flugkörper stamme aller Wahrscheinlichkeit nach aus Beständen der ehemaligen sowjetischen Armee, teilt der KMBD mit. Die Raketenteile wurden offenbar beim Abzug der russischen Streitkräfte auf dem damaligen Truppenübungsplatz vergraben.

Der Abtransport der gefundenen Raketenteile zum Munitionszerlegebetrieb des KMBD erfolgte am Freitag. Die Verklappungsstelle und das unmittelbare Umfeld wurde mit Sondiertechnik durch den KMBD nochmals überprüft. Das Ergebnis sei negativ, weitere Funde wurden nicht gemacht. Die Arbeiten vor Ort seien am Freitag abgeschlossen worden und die Grube verfüllt. Die Fundstelle war tageweise mit Absperrband gesichert worden.

Der Fund hatte in der Region für Rätselraten gesorgt, auch weil der KMBD sich drei Tage nach dem Fund nicht zum Ergebnis äußern konnte.

Munition auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Lieberoser Heide ist spätestens seit den Waldbränden der vergangen Jahres ein heißes Eisen, weil Löschkräfte auf Grund der im Boden vermuteten Explosivstoffe das offene Gelände nicht betreten und befahren dürfen. Landesforstbetrieb und die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg sind seit mehr als zehn Jahren dabei, Teile der Lieberoser Heide von Kampfmitteln beräumen zu lassen.

Der nun beseitigte Flugkörper zählt zu den am häufigsten gebauten und  am weitesten verbreiteten Kurzstreckenraketen des Warschauer Paktes. Das System ist bis heute in mehreren Ländern im Einsatz.