„Ihr dürft gern schunkeln, das finde ich sexy“, ruft Annett Louisan mit ihrer glasklaren Stimme ins Mikrofon. Pünktlich um 20 Uhr steht sie am Sonnabend (16. Juli) auf der Bühne im Hof der Burg Storkow. „Ich will doch nur spielen“, das Lied, das ihr zum Durchbruch verholfen hat, ist auch das erste, das sie an diesem Abend singt.
Die Zuhörer hängen an ihren Lippen. Die Bratwürste und Steaks, mit denen sich etliche der rund 900 Gäste gestärkt haben, sind verspeist. Annett Louisan, in weißer Bluse und rostrotem Hosenrock, gehört die ganze Aufmerksamkeit.

Anspruchsvolle Texte statt Schlager-Gedudel

Christiane Ernst hat die Karten bei der Moz gewonnen und genießt das Konzert. „Das ist nicht das übliche Schlager-Gedudel, sondern das sind anspruchsvolle Texte“, sagt die Limsdorferin. „Man kann jedes Wort verstehen, es ist toll“, stellt sie erfreut fest, als die ersten Lieder verklungen sind. Christiane Ernst ist über das Lied „Prosecco“ das erste Mal mit der Sängerin in Kontakt gekommen. „Nach einem Ostseeurlaub, mit meiner Nichte im Auto“, weiß sie noch ganz genau.

Stimmung im Burghof ist magisch

Und natürlich gibt es auch diesen Song in Storkow – zur blauen Stunde, nach der Pause. Angelika Schulz geht noch ein Stück dichter an die Bühne und tanzt ein wenig mit. Sie hat die Karten von der Stadt Storkow geschenkt bekommen. „Ich habe 45 Jahre für die Stadt gearbeitet und bin vor kurzem in Rente gegangen“, verrät sie. Zu den jüngsten Gästen gehört Edda (11) aus Markgrafpieske. Sie ist mit Mama Insa Sadler gekommen.
Gibt in Storkow etliche Zugaben: Annett Louisan
Gibt in Storkow etliche Zugaben: Annett Louisan
© Foto: Manja Wilde
Die Stimmung im Burghof ist magisch. Das scheint auch die Künstlerin zu spüren, mehrere Zugaben singt sie, darunter auch bislang unveröffentlichte Stücke, bevor sie gegen 22.10 Uhr die Bühne verlässt.

Laue Sommernacht lockt Kurzentschlossene

Für das Konzert von Annett Louisan waren bereits im Vorverkauf bis Freitag (15. Juli) zahlreiche Eintrittskarten abgesetzt worden. Zunächst war der Kartenverkauf schleppend angelaufen, doch je näher der Konzertabend kam, desto besser lief der Absatz.
Die angekündigt laue Sommernacht sorgte dann dafür, dass auch noch Kurzentschlossene sich auf den Weg machten, um die Sängerin mit der zarten, großen Stimme live zu erleben. Die Burg Storkow war mit rund 900 Besuchern gut besucht und die Künstlerin sang nicht nur auf der Bühne, sondern auch mitten im Publikum des historischen Ensembles. „Ich bin total zufrieden, sie selbst ist zuckersüß“, sagte Veranstaltungskoordinatorin Steffi Lemcke über den Abend und die Künstlerin.

Open Air mit verschiedenen DJs am 5. August

Nach dem Jahres-Höhepunkt geht es mit dem Musikprogramm auf der Burg Storkow im August nahezu nahtlos weiter, auch wenn bei den Folgeterminen anders als bei Annett Louisan nicht die Stadt als Veranstalter auftritt. Am Freitag, 5. August, ab 17 Uhr, steigt dort das „Klein aber fein“-Open-Air, dessen Schauplatz im vergangenen Jahr der Badestrand in Karlslust war. Zahlreiche DJs werden angekündigt, darunter in der Szene bekannte Namen wie Thomas Lizzara und Martin Books.

Nach zwei Jahren Pause wieder ein Alinae-Lumr-Festival

Am Wochenende vom 12. bis 14. August steht das von einem Verein organisierte Alinae-Lumr-Festival an, das seit 2015 fester Bestandteil im Storkower Veranstaltungskalender ist, in den vergangenen zwei Jahren aber wegen Corona nicht stattfand. Der Burghof ist dann nur einer von vielen Schauplätzen, zu denen auch der Marktplatz, das Mühlenfließ, die evangelische Kirche und das Irrlandia gehören.
Am 27. August schließlich sind „The Cashbags“ mit einer Show in Erinnerung an Johnny Cash zu Gast. Anders als bei Annett Louisan wird der Burghof dazu teilweise auch bestuhlt, Tickets gibt es entsprechend in zwei verschiedenen Kategorien. Abgesagt hingegen ist die ursprünglich für 28. August von derselben Veranstaltungsagentur geplante „Himmlische Schlagerparade“. Wie es aus Storkow hieß, liegt das daran, dass der Vorverkauf nicht lief wie erhofft.