Aufzucht
: Kürbisse sind mehr als nur ein Hobby

Nicht nur die Discounter sind voll mit ihnen, auch vielerorts am Straßenrand in Oder-Spree warten Kürbisse auf Abnehmer.
Von
Michael Heider
Beeskow
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  • Mit Leidenschaft gezüchtet: Stolz präsentiert der Raßmannsdorfer Hobbyzüchter Siegfried Klaar zwei bemalte Kürbisse aus der aktuellen Ernte.

    Mit Leidenschaft gezüchtet: Stolz präsentiert der Raßmannsdorfer Hobbyzüchter Siegfried Klaar zwei bemalte Kürbisse aus der aktuellen Ernte.

    Jörn Tornow
  • Zum Verkauf angebotene Kürbisse an einer Straße in Groß Rietz: Solche Tische lassen sich derzeit an vielen Stellen im Landkreis finden.

    Zum Verkauf angebotene Kürbisse an einer Straße in Groß Rietz: Solche Tische lassen sich derzeit an vielen Stellen im Landkreis finden.

    Jörn Tornow
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So selten ein solches Gewächs der Superlative auch sein dürfte, kleinere Exemplare findet man im Moment zuhauf. Nicht nur die Gemüseabteilungen der Discounter sind voll mit ihnen, auch am Straßenrand einiger Dörfer im Landkreis Oder-Spree warten sie auf Abnehmer.

So auch in Raßmannsdorf vor dem Haus von  Christel und Siegfried Klaar. Auf Paletten aufgereiht finden sich Kürbisse in den verschiedensten Formen und Farben. Von klassisch runden in sattem Orange bis hin zu kleinen grünen, die sich in die Länge ziehen. Das Ehepaar blickt auf eine gute Ernte zurück.

Auf dem kleinen Feld hinter ihrem Haus haben sich die Kürbisse dieses Jahr prächtig entwickelt, auch ohne zusätzliche Bewässerung. "In meinen Augen ist der Kürbis anspruchslos“, sagt Christel Klaar. Sie kann bereits auf über zehn Kürbisernten zurückblicken. Am Anfang stand die Neugier: "Kürbisse wollten wir einfach mal probieren, also haben wir kurzerhand Samen gekauft“, erinnert sich Siegfried Klaar.

Anspruchsvolles Hobby

Ganz so einfach sei es dann aber doch nicht. Das Feld will gepflegt, das Unkraut gehackt werden. Auch die Ernte nehme auf ihrem Feld bis zu vier Wochen in Anspruch. Eine Schweiß treibende Arbeit, schließlich wiegen die größeren Kürbisse mehrere Kilo. Doch Siegfried Klaar versichert: "Es macht Spaß.“ Darüber hinaus erzählt er, wie leicht man über den Verkauf der Kürbisse ins Gespräch mit seinen Mitmenschen komme. „Das braucht man auf dem Dorf.“ Doch auch von weiter her fanden sich bereits Abnehmer, zum Beispiel aus Thüringen.

Wie vielseitig das Hobby Kürbis über die Ernte hinaus noch sein kann, auch davon kann sich im Hause Klaar ein Bild gemacht werden. Bereits der Fenstersims des Wohnhauses beherbergt ein mit Gesicht bemaltes oranges Exemplar, daneben sitzt ein grünes in Form einer Ente. Mit den Kürbissen würden sozusagen auch die Ideen zur Bemalung reifen, bestätigt Christel Klaar. Als Vorlage dienen ihr dabei vor allem Motive aus dem Internet. Oft genug sei es auch Ehemann Siegfried, der mit Acrylfarbe auf Kürbissen verewigt wird, scherzt Christel Klaar. Auch diese verzierten finden regen Absatz. Viele Kürbisse sind mittlerweile nicht mehr übrig. Die letzten dürften vor Halloween noch Abnehmer finden. „Auf dem Teller muss er jedenfalls nicht kommen“, bentont Siegfried Klaar.

Groß Rietzer Kürbisse für Berlin

Auch in Groß Rietz warten zahlreiche Kürbisse am Straßenrand auf potentielle Abnehmer. Die in sattem Orange glänzenden Hokkaidos stammen aus der Zucht von Horst und Helga Schumacher. Im dritten Jahr bieten sie ihre Ernte nun schon auf diesem Weg an. „Man darf es allerdings nur als Hobby betrachten“, findet Horst Schumacher. Seine Frau esse gerne Kürbissuppe. Es lag also nahe neben anderen Gemüse auch Kürbisse selbst anzupflanzen.

Mit dem Verkauf am Straßenrand haben sie vor zwei Jahren begonnen. Angeboten werde aber nur der Überschuss. „Lediglich das, was nicht im Eigenbedarf aufgebraucht wird“, erklärt Frau Schumacher. Ein paar Exemplare finden sich vor der Haustür als Deko, umrahmt von bunten Blumenkästen. Die übrig gebliebenen werden verkauft, was fast von alleine passiert. Insbesondere die große Kürbisse finden schnell Abnehmer.

Viel Interaktion wäre nicht nötig, da die Kunden den zu zahlenden Betrag einfach in einer bereitstehenden Schüssel hinterlassen. Dennoch kommt man gelegentlich ins Gespräch. Vor allem Kunden aus Berlin würden sich immer wieder begeistert von der kräftigen Farbe der frischen Gewächse zeigen. Für Horst Schumacher kein Wunder: „Anders als im Discounter sind es ja nur 200 Meter von Feld zum Tisch.“