Ausbau in Lieberose
: Schnelles Internet – wie auch der Spreewald von Millionen-Etat profitiert

Die Finanzierung steht – auch entlegene Adressen im Ober- und Unterspreewald zwischen Lieberose und Lübben sollen bis Ende 2028 via Breitband mit moderner Internetinfrastruktur ausgerüstet werden.
Von
Jens Olbrich
Lieberose
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Bis 2028 wird der Breitbandausbau zwischen Lieberose und Lübben vorangetrieben. (Symbolfoto)

Sina Schuldt (dpa)

Das Internet, digitale Weiten. Wir schreiben das Jahr 2024. Dies sind die Abenteuer der Bewohner des abgelegenen Spreewaldhofs Błóta-Hans (Fantasie-Name: Spreewald-Hans, Niedersorbisch), auf dem drei Generationen seit gefühlten Ewigkeiten darauf warten, das World Wide Web zu erforschen. Viele Lichtjahre von der bereits erschlossenen, digitalen Zivilisation entfernt, erscheinen nun endlich bis 2028 die lang ersehnten Glasfasern am Horizont des Cyberspace. So der bisherige Stand beschrieben mit dem etwas umgedichteten Starttext aus dem Logbuch des Raumschiffs Enterprise (Sci-Fi Serie Star Trek).

In unserer Zeit geht so gut wie nichts mehr ohne eine schnelle Online-Verbindung. Laut Informationen von Kathrin Veh aus der Pressestelle des Landkreises Dahme-Spreewald ist man wieder ein Stück weiter. Zunächst war einer der beiden Infrastruktur-Förderanträge für den Ausbau der Breitbandinfrastruktur erfolgreich, der für den südlichen Teil des Landkreises, wurde vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr positiv beschieden. Der vorläufige Zuwendungsbescheid seitens des Bundes beläuft sich auf 77,6 Millionen Euro und ging Ende November 2023 bei der Kreisverwaltung ein.

51,7 Millionen vom Land Brandenburg

Anfang Februar sagte laut Landkreis auch das Land Brandenburg die Kofinanzierung zu. Die 51,7 Millionen Euro stammen aus dem Europäischen Fonds für einen gerechten Übergang (JTF).

„Durch die damit abgesicherte 100%-Finanzierung konnten Eigenmittel des Landkreises in Höhe von ungefähr 13 Millionen Euro eingespart werden“, informiert Stefan Klein, LDS-Dezernent für Wirtschaft, Finanzen, Sicherheit und Recht.

Ausschreibung für bauliche Umsetzung läuft europaweit

Mit schnellen Breitbandanschlüssen sollen in den kommenden vier Jahren Adressen wie die des abgelegenen Fantasie-Spreewaldhofs von Błóta-Hans versorgt werden, bei denen aus Kostengründen kein privatwirtschaftlicher Breitbandausbau möglich ist. Der Ausbau erfolgt in den Ämtern Unterspreewald, Lieberose/Oberspreewald, den Gemeinden Märkische Heide und Heideblick sowie in den Städten Luckau und Lübben.

„Gegenwärtig wird die europaweite Ausschreibung für die Vergabe der Leistung an ein Telekommunikationsunternehmen vorbereitet“, berichtet Gerhard Janßen, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Dahme-Spreewald.