Könnte, weil es aus dieser Zeit keine Stadtpläne gibt. Korrekt sind die markanten Gebäude: St. Marien und die Burg, die Stadtmauer, die an der östlichen Seite aus Holz-Palisaden im sumpfigen Gelände steht, mit ihren Türmen. Der Gasthof "Grüner Baum", der 1918 abgebrannt ist, und das Rathaus, das einst mitten auf dem Marktplatz stand.
Das Stadtmodell hat Kramarczyk in seiner Freizeit für den Unterricht angefertigt. Er bildet am Oberstufenzentrum Palmnicken in Fürstenwalde "Gestaltungstechnische Assistenten" aus. Die jungen Leute beschäftigen sich mit Farbenlehre, Drucktechniken und Typografie. Sie üben sich im Freihandzeichnen und Fotografieren. "Ich habe sogar schon Kalligrafie-Stunden gegeben", sagt Kramarczyk. Auch der Modellbau ist in der Lehrzeit möglich. Anhand seines Stadtmodells vermittelt der Berufsschullehrer Stadtplanung, die städtebauliche Entwicklung. Das Modell selbst braucht er dazu nicht. Mit seinen Ausmaßen ist es für die tägliche Nutzung im Unterricht eh viel zu unhandlich. Kramarczyk hat deshalb viele Fotos gemacht, die reichen ihm aus. Seine selbst gebauten Häuser und Bäume hat er der Burg als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt.
Dort steht das Modell nun auch schon eine Weile. Die Ausstellung ist schwierig. Das filigrane Bauwerk muss geschützt werden. Geschützt vor zugreifenden Fingern, die leicht einen Baum oder ein Haus abbrechen können, geschützt vor dem allgegenwärtigem Staub und auch vor Feuchtigkeit. Außerdem, so die Historikerin Kristina Geisler, braucht es unbedingt Erklärungen zu dem Modell. Denn natürlich, das betont auch Kramarczyk, ist Beeskow zwar Vorbild für das Modell, es  ist aber kein historisch korrektes Abbild.
Für den Bau hat der Berufsschullehrer aktuelle Satellitenaufnahmen der Stadt per Beamer auf die Grundplatte übertragen. Die Dimensionen, der Abstand zwischen Burg und Kirche, die Mauer und die Straßenverläufe sind also korrekt. Aber niemand kann genau sagen, wo und wie die Häuser exakt standen, ob es tatsächlich viele große Bäume innerhalb der Mauern gab. Vor allem aber ist der genaue Verlauf der Spree in den vergangenen Jahrhunderten unklar, ist fraglich, ob die Wasserläufe um die Burg herum wirklich Fließe waren oder ob sie nur bei Gefahr geflutet wurden.
Kramarczyk hofft dennoch, dass seine Fleißarbeit öffentlich präsentiert werden kann. "Vielleicht gibt es ja im Rathaus einen Platz oder im Ältesten Haus." Er würde das 2017 fertiggestellte Modell dann auch noch einmal überarbeiten und ergänzen. Ein paar Bäume haben schon Schaden genommen.
Gestaltungstechnischer Assistent kann man am OSZ-Fürstenwalde in einer zweijährigen Ausbildung werden. Für das neue Ausbildungsjahr sind noch Plätze frei. Wer sich für den Beruf interessiert, erhält nähere Informationen über Jörg Höhnow (hoehnow.j@osz-oder-spree.de, Tel: 033613762150).