Ausflugstipp
: Bilder vom Scharmützelsee in Wendisch Rietz zu sehen

Horst Dölle lebt am Ufer des Kolpiner See und segelte auf dem Scharmützelsee. Das hielt er in Bildern fest.
Von
Elke Lang
Kolpin, Wendisch Rietz, Bad Saarow
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Das Oder-Spree-Journal stellt in einer Serie Gesichter aus Oder-Spree vor. Heute: Horst Dölle.

Ein „Künstler vom Scharmützelsee“ nutzt seinen Ruhestand, um auf Gemälden die Schönheit seiner Heimat darzustellen. Durch das ganze Leben des 84-Jährigen, der mit Ehefrau Martina seit 2003 in Kolpin mit Blick auf den See heimisch ist, ziehen sich das Malen und der Wassersport. In seinen Bildern vereinen sich zur Freude der Betrachter beide Hobbys. 160 Bilder waren in seiner 30. und bisher größten Ausstellung 2016 im erzgebirgischen Annaberg-Buchholz zu sehen. Eine große Ausstellung fand vor zwei Jahren im Fürstenwalder Hotel Kaiserhof statt. Nun sind in Horst Dölles 32. Ausstellung unter dem Titel „Einblicke“ 91 Aquarelle, Pastelle, Ölgemälde und Grafiken zum Thema Segeln am Scharmützelsee sowie Landschaftsimpressionen vom Darß und von Reisen im Haus des Gastes in Wendisch Rietz zu besichtigen.

Seine Reiseschwerpunkte liegen im Elsass, wo seine Schwester lebte, in Frankreich, in Norwegen, in der Toskana und in China. In dem 4000-Seelen-Ort Unterbreizbach in der Vorderrhön aufgewachsen, hat sich die Liebe zur Natur schon früh in Horst Dölle ausgeprägt. Er denkt gern an Paddeltouren mit dem Vater auf der Ulster zurück. Dieser war im Kalibergwerk im Übertagebetrieb  leitender Angestellter. Per Rad ging es in den Nachbarort zum Gymnasium, denn Vater bestimmte: „Du sollst mal studieren.“

Da der 15 Jahre ältere Bruder Werner Schuldirektor war, lag es Horst Dölle nahe, an die Pädagogische Hochschule Dresden zu gehen, wo eine neue Fachkombination Geschichte/Kunsterziehung eingerichtet worden war. „Ich habe von Kindheit an gemalt, inspiriert von Gemälden an den Wänden im Elternhaus und bei Verwandten“, denkt er zurück.

Dabei hatte er Glück, die künstlerische Ausbildung in der Kunsthochschule Dresden bei einem heute berühmten Maler, Gerhard Richter, absolvieren zu können. Das war eine Erfahrung, die sich bis heute auf den Bildern des Kolpiners erkennen läßt.

Damals malte Richter sehr gegenständlich und realistisch, angelehnt an den Impressionismus. Es ging um Licht zu den verschiedenen Tageszeiten und das farbenfrohe Erfassen des Charakteristischen in der Landschaft.

Als Lehrer ging Horst Dölle dahin, „wo ihn der Staat brauchte“, so die Verpflichtung, die jeder Absolvent in der DDR unterschreiben musste. Das war Sömmerda und später Greußen in Thüringen, erst an der polytechnischen Oberschule, dann an der erweiterten Oberschule, heute Gymnasium. 1963 ließ sich Horst Dölle nach Bad Saarow versetzen.

Bootstouren mit der Ehefrau

Seit 1963 segelte er auf dem Scharmützelsee, von 1968 bis etwa 2015 in der SG Scharmützelsee in Saarow-Dorf. In den 1990er Jahren führten Horst und Martina ihre längste Bootstour mit P502 an die Müritz und den Plauer See. „Wir hatten ein Mahagoni- Segelboot mit Kajüte, daran gab es viel Arbeit“, begründet der Senior, warum er das Segeln aufgegeben hat.

Nach 60 Jahren Tischtennis als Mannschaftssport, davon 40 Jahre lang bei der SG Gaselan in Fürstenwalde, gab er altersbedingt auch diese Sportart auf.

1968 wechselte er an die 4. Oberschule in Fürstenwalde, danach an die Berufsschule des Handels, wo er als stellvertretender Direktor die theoretische Ausbildung leitete. Mit den Arbeiten der Berufsschüler in seinem Kunstzirkel veranstaltete er Ausstellungen im Kulturraum der HO, in den nicht mehr existierenden „Reichshallen am Dom“. Dort fand auch 1985 seine erste Personalausstellung statt.

Anzufügen sei noch, dass sich Horst Dölle von 1968 bis 1974 an der Humboldt-Universität Berlin im Fernstudium zum Diplomhistoriker qualifizierte.

Eine neue Herausforderung war für ihn ab 1994 eine Dozentur für Kunsterziehung an der Fachschule für Heilerziehungspflege der Samariteranstalten, um gestalterische Techniken zu vermitteln, die körperlich und geistig behinderte Kinder und Jugendliche anwenden können.

„Das hat viel Spaß gemacht, weil die Teilnehmer wirklich großes Interesse zeigten.“ 14 Jahre leitete der Künstler vom Scharmützelsee ehrenamtlich im Kulturverein Nord in Fürstenwalde Kinder und Erwachsene beim Töpfern an.

Ausstellung „Einblicke“ von Horst Dölle: ab 3. Juni im Haus des Gastes in Wendisch Rietz, Kleine Promenade 1, Telefon 033679 - 64840

Sieben Fragen an Horst Dölle

Wer hat Sie in Ihrer Entwicklung am meisten beeinflusst, geprägt?Meine Dozenten und Lehrer im Lehrer- und Historikerstudium sowie meine Arbeitskollegen.

Was würden Sie als erstes veranlassen, wenn Sie Bürgermeister Ihres Ortes wären?Preiswerte Wohnungen für Ältere und Sozialschwache zu bauen.

Was wünschen Sie sich seit Jahren?Viele schöne Eindrücke bei Reisen und in der Natur.

Möchten Sie noch einmal 17 sein?Nein!

Träumen Sie gern?Wie bei allen Menschen sind Träume die Voraussetzung für das Handeln: Ich trete für eine bessere und gerechtere Gesellschaft ein.

Was hält Sie in Ihrer Heimat? Würden Sie noch mal woanders hinziehen?Meine Familie und die im Alter noch zu bewältigenden Aufgaben im Garten und auf dem Grundstück, dazu die Malerei. Ich möchte gern hierbleiben.