Mit dem Awo-Gästehaus „Schnute“ ist es ein wenig so wie mit dem gleichnamigen Esel der dort lebt. Beide sind bei den Kindern, die sich dort aufhalten, sehr beliebt und beide kränkeln. Beim Esel sind es die Atemwege, die immer wieder Behandlungen nötig machen, beim Haus ist es jetzt das Dach.
2004 war das Gebäude zuletzt grundhaft saniert worden. Damals wurde auch das Dach neu eingedeckt. In diesem Jahr nun hat die Stadt als Eigentümerin weitere Brandschutzmaßnahmen umgesetzt. Unter anderem wurde ein Brandgiebel zum Nachbargrundstück fällig. Dabei fiel auf, dass sich die Dachziegel auf dem Haus praktisch auflösen.
Normalerweise garantieren Dachziegelhersteller lange Jahre Haftung. Im konkreten Fall aber lief nur die gesetzlich festgeschriebene Garantiezeit, die lange abgelaufen ist. Die Herstellerfirma hat Insolvenz angemeldet, ein anderer Hersteller die Firma übernommen. Doch da ist nichts zu holen. Das Internet ist voller Leidensgeschichten betroffener Bauherren. So wie Beeskow haben sie Dachsteine verbaut, die aus so genannten Fehlbränden stammten. Auch die Beeskower Wohnungsbaugesellschaft hat nach Angaben der Stadtverwaltung bei einem Gebäude Am Graben mit dem Problem zu tun.
Um am Haus Schnute Abhilfe zu schaffen und Feuchtigkeitsschäden zu verhindern, sollen dort nun neue Dachziegel verlegt werden. Gewählt wird ein Dachstein der beim gleichen Lattenabstand verlegt werden kann wie der bisherige. Rund 30.000 Euro wird das kosten.