Awo-Gelände: Anbau für Erlebnishof geplant

An der Giebelseite der einstigen Lagerhalle für Obst, Gemüse und Speisekartoffeln soll ein Anbau entstehen, in dem der Awo-Hof einen Essensaal einrichten will.
Jörn TornowIn der jüngsten Sitzung des Bauausschusses wurden erstmals Pläne und Grafiken gezeigt, die den künftigen Erweiterungsbau zeigen. Demnach soll das Quergebäude des Awo-Kinder- und Jugend-Erlebnishofs, das zu DDR-Zeiten ein Konsum-Lager für Obst, Gemüse und Speisekartoffeln war, einen Anbau mit nach vorne gewölbter Giebelfassade erhalten. In dem Anbau, der bis an den Geh- und Radweg Lübbener Chaussee heranreichen wird, soll Platz für den Essensaal geschaffen werden. In dem bestehenden Quergebäude ist der Einbau einer neuen Küche geplant.
Mit der Erweiterung soll nach dem Willen der Planer auch ein weiteres Problem gelöst werden: Der Diskothekenbereich im Keller und der Bereich der Awo im Hochparterre werden voneinander getrennt. „In der Vergangenheit hatte es manchmal Probleme mit der gemeinsamen Nutzung der Toiletten gegeben“, erläutert die stellvertretende Bürgermeisterin Kerstin Bartelt. In Zukunft werden beide Einrichtungen eigene Toiletten zur Verfügung haben.
Der Eingang zur Diskothek, der sich früher auf der Hofseite, im Hochparterre, ist bereits auf die Rückseite des Gebäudes in Richtung des Wegs „Zur Alten Spree“ , verlegt worden. Die Fahrzeuge der Partygänger sollen laut einer Idee der Stadtverwaltung künftig bereits auf der Höhe der einstigen Förderschule abgefangen und dort auch abgestellt werden.
Der Anbau wird von der Awo dringend benötigt, wie die Leiterin der Beeskower Einrichtung Heike Schönberg berichtet. „Unsere alte Küche stößt an ihre Kapazitätsgrenze.“ Kein Wunder, stammt sie doch noch aus Zeiten, als die Einrichtung über nur 40 Betten verfügte. Inzwischen sind es 120. Die Zahl der Übernachtungen hat sich in den vergangen Jahren kontinuierlich gesteigert. Gestartet war man 2001 mit 4000 Übernachtungen. Die 10 000er-Marke wurde 2008 überschritten, im vorigen Jahr verzeichnete Heike Schönberg 14 000 Übernachtungen. 2002/3 erfolgte ein erster Umbau, 2005 der zweite. 2014 wurden die Außenanlagen modernisiert und erweitert.
Der „Kopf“ an der Lübbener Chaussee wird mit seiner etwa 200 Quadratmeter fassenden Fläche der neue Speisesaal. Die neue Küche wird in dem länglichen Bauwerk dazwischen eingerichtet. Der alte Speisesaal wird laut Heike Schönberg zu einem Gruppenraum umfunktioniert. Die alte Küche solle als Lehrküche für das Programm „Gesunde Ernährung“ erhalten bleiben. Der nächste Schritt ist die Ausführungsplanung, anschließend muss die Baugenehmigung beantragt werden, erläutert Kerstin Bartelt.
Als Baukosten sind laut einer groben Vorkalkulation 560 000 Euro im aktuellen Haushalt der Stadt veranschlagt. Voraussetzung für die Realisierung des Projekts sei, dass Fördermittel fließen, so Beeskows Stadtkämmerer Steffen Schulze. Für den Fördermittelantrag müsse aber die Baugenehmigung vorliegen.
Die Discothek im Keller wurde lange vom Verein Treibstoff, und danach danach vom Verein Combinat Ton betrieben. Nach einer kurzen Zwischennutzung unter dem Namen „Fruitys“ haben im Jahr 2016 Matthias Weickhardt und Marian Weihrauch die Räumlichkeiten von der Stadt gepachtet.