Ob mitten im Wald oder direkt vor der Haustür, die Badeseen im Landkreis Oder-Spree locken auch über Brandenburg hinaus mit vielfältigen Angeboten. Manch ein Geheimtipp ist so abgelegen, dass es sich problemlos allein baden lässt, während an anderen Seen Kanuverleih und Känguru-Gehege neben vollwertigen Gaststätten angeboten werden. Auch die goldene Mitte findet sich im Umland von Beeskow, für alle, die zwar ruhige Plätzchen suchen, aber nicht auf ein sauberes stilles Örtchen verzichten wollen.
Allerdings sei anzumerken, dass an den aufgezählten Seen keine Rettungsschwimmer eingesetzt sind. Familien mit Nichtschwimmern können für mehr Sicherheit das Spreebad in Beeskow besuchen.

Tiefer See

Peggy Neumärker und ihr Sohn Louis sind extra aus Thüringen angereist, um im tiefen See zu baden. Schon zum achten Mal machen sie in der Gegend Urlaub.
Peggy Neumärker und ihr Sohn Louis sind extra aus Thüringen angereist, um im tiefen See zu baden. Schon zum achten Mal machen sie in der Gegend Urlaub.
© Foto: Jörn Tornow
Radfahrer aufgepasst! Etwa 20 Minuten benötigen stramme Waden von Beeskow auf dem Spreeradweg an dieses idyllische Fleckchen. Angaben des Enviteams, einem Umwelt-Netzwerk für Gewässer und Landwirtschaft zufolge, handelt es sich hierbei um einen der klarsten Gewässer der Region, denn die Badestelle ist eigentlich auch vom Naturschutzgebiet „Spreewiesen südlich von Beeskow umringt“.
Für klares Wasser, klare Luft und Nähe zur Natur zahlen Besucher keinen Eintritt, auch Parken ist kostenfrei. Auf der Kehrseite gibt es keine spülbaren WCs. Lediglich ein Dixi steht vor Ort. Bis August 2020 hatte es dafür in Form der Seeterrasse eine vollwertige Gastronomie gegeben, diese hat jedoch seitdem keine neuen Betreibenden gefunden.

Ranziger See

Im Sommer sind Heiko Jurk und Tochter Lisa (10) aus Beeskow fast täglich am Ranziger See baden. Für den Familienvater ist das der beste See in der Umgebung.
Im Sommer sind Heiko Jurk und Tochter Lisa (10) aus Beeskow fast täglich am Ranziger See baden. Für den Familienvater ist das der beste See in der Umgebung.
© Foto: Jörn Tornow
Nur 2,3 Kilometer weiter südlich, die B 87 oder den Spreeradweg entlang, befindet sich der Ranziger See, doch ist er gar kein ranziger See. Dieser soll dem Enviteam zufolge noch klarer sein als der Tiefe See, mit einer durchschnittlichen Sichtweite von mehr als zwei Metern. Durch den anliegenden Campingplatz „Waldreich“ ist einiges an Infrastruktur geboten.
Feste WCs mit Spülung, ein Kiosk für Getränke, der ab Mittag öffnet, eine Cocktailbar, ein Volleyballfeld und ein Kinderspielplatz sowie einige Tische mit Bänken stehen bereit. Ins Wasser führt ein weißer Sandstrand. Für das Parken fällt während der Saison ab Mai bis Ende September zwischen 8 und 20 Uhr eine Gebühr an. Für zwei Stunden zahlt man 50 Cent, für fünf Stunden 1,50 Euro und für den ganzen Tag 2,50 Euro.

Zaue am Schwielochsee

In Zaue baden Tina Miethling, Pia und Lena (r.) aus dem Ort Wiese im Schwielochsee. Tina Miethling war hier schon als Kind baden.
In Zaue baden Tina Miethling, Pia und Lena (r.) aus dem Ort Wiese im Schwielochsee. Tina Miethling war hier schon als Kind baden.
© Foto: Jörn Tornow
Der Schwielochsee ist mit seiner Fläche von 1 327 Hektar kein Geheimtipp, und doch sind die Badestellen um ihn herum nicht miteinander zu vergleichen. So findet man von der Bundesstraße abweichend am Ende der Sawaller Dorfstraße den Ludwig-Leichhardt-Campingpark.
Gegen eine Tagesgebühr von zwei Euro kann hier an einem großen Sandstrand mit vielfältigen Angeboten gebadet werden, parken ist kostenfrei. Hunde sind am Strand allerdings verboten.

Angermünde

Wem das Schwimmen zu langweilig wird, kann anbei ganz bequem Paddelboote, Tretboote, Stand-Up-Paddle und weitere Sportgeräte anmieten. Feste, spülbare Toiletten sind vor Ort, ebenso wie ein Restaurant und ein Spielplatz mit Hüpfburg. Das Besondere: Neben dem Restaurant legt eine vierköpfige Känguru-Familie im Wildgehege.

Goyatz am Schwielochsee

Amrei Baasner aus Hildesheim macht Yoga auf der Freilichtbühne Goyatz. Sie macht zum ersten Mal Urlaub am Schwielochsee und ist begeistert.
Amrei Baasner aus Hildesheim macht Yoga auf der Freilichtbühne Goyatz. Sie macht zum ersten Mal Urlaub am Schwielochsee und ist begeistert.
© Foto: Jörn Tornow
Wem es am Sandstrand bei Zaue zu voll und sandig ist, kann den Schwielochsee auch in ganz anderer Manier genießen. Statt Sandstrand führt ein grünes Ufer ins Wasser, statt großem Wirtshaus lockt ein kleiner Imbiss. Ein Kinderspielplatz, ein Volleyballnetz und eine überdachte Picknickstelle sind frei nutzbar und im Wasser treibt eine kleine blaue Schwimminsel. Eintritt oder Parkgebühren gibt es nicht, die Toiletten können jedoch nur von 9 bis 21 Uhr für 50 Cent verwendet werden. Eine ruhige, grüne Alternative zu Zaue.

Herzberger See

Die Badestelle am Herzberger See ist kaum bekannt. Sie liegt an einem Hang.
Die Badestelle am Herzberger See ist kaum bekannt. Sie liegt an einem Hang.
© Foto: Jörn Tornow
Dann gibt es aber auch die richtigen Geheimtipps. Wer auf sanitäre Anlagen und gastronomische Angebote verzichten kann, könnte sich auf die Reise zum Herzberger See machen. Von Herzberg aus muss die Seestraße nach Nordosten befahren werden, um über einen Feldweg einen kleinen Parkplatz am Waldesrand zu erreichen.
Dort steht zunächst ein Schild, welches den „Fußweg zur Badestelle“ deutet. Dieser führt in den Wald hinein, an der ersten Abzweigung muss links abgebogen werden, und schon wird der See sichtbar. Infrastruktur wird hier bis auf wenige Sitzbänke nicht geboten, der See ist gänzlich naturbelassen.
Das Schilf öffnet sich an einigen Stellen als Einstiegsmöglichkeit, Besucher werden außerdem durch einzelne handschriftliche, laminierte Appelle darauf hingewiesen, keinen Müll zurückzulassen.