Bahnstreik in Brandenburg: Erneut Bahnstreik ab Mittwoch – fahren Züge der NEB?

Ein Zug der NEB (RB36) am Bahnhof in Beeskow in Richtung Frankfurt (Oder) - wird auch diese Linie vom Streik der GDL betroffen sein?
Karl BaptistDer angekündigte Bahnstreik durch die GDL soll ab Mittwoch, den 24. Januar ab 2 Uhr in die nächste Runde gehen. Demnach wollen die Beteiligten der Bahn für sechs Tage in Folge die Arbeit niederlegen. Für Pendler bedeutet das erneut ein eventuelles Zugchaos, das zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch viele Fragen offenlässt. Werden die Züge im und um den Landkreis Oder-Spree trotzdem fahren?
Ein großer Teil der hiesigen Zugverbindungen wird durch die NEB (Niederbarnimer Eisenbahn) bedient, die sich, laut deren Angaben, nicht an dem kommenden Streik beteiligen wird. Allerdings sei die NEB von den Geschehnissen bei der Bahn und den Streikfolgen abhängig.
Bahnstreik in Beeskow, Frankfurt und Storkow: NEB optimistisch
„Den Erfahrungen aus den letzten GDL-Streiks nach, wird es auf den Linien der NEB keine oder nur wenige Einschränkungen geben“, heißt es vom Pressesprecher der Niederbarnimer Eisenbahn, Holger Reimann. Laut ihm seien Zugausfälle nur dann wahrscheinlich, wenn sich unter den Streikenden auch Fahrdienstleiter befinden, die die Strecken der NEB betreuen.
Dennoch bleibt Holger Reimann zuversichtlich, dass ein Chaos aufgrund fehlender Fahrdienstleiter auf den Abschnitten der NEB unwahrscheinlich ist, denn „das war bei den letzten Streikrunden der GDL nicht der Fall“, heißt es von ihm auf Anfrage der MOZ. „Da der RE1 der ODEG ebenfalls nicht bestreikt wird, ist auch nicht mit einem erhöhten Fahrgastaufkommen zu rechnen“, führt der Pressesprecher weiter aus. Die NEB verweist trotzdem auf deren Webseite, dass Einschränkungen in ihrem Bahnverkehr nicht auszuschließen sind.
Fahrgäste zeigen wenig Verständnis für Bahnstreik
Am Bahnhof in Beeskow spiegelt sich etwa zwei Tage vor dem ankündigten Streik unter den Fahrgästen ein Bild, das so vermutlich bundesweit gültig ist. Auf die Frage, ob Marcel Friebel, der an jenem Tag auf die Regionalbahn 36 in Richtung Frankfurt (Oder) wartet, noch Verständnis für die zahlreichen Bahnstreiks hat, schüttelt er nur leicht mit dem Kopf. Ein weiterer Fahrgast, der etwas entfernt neben ihm steht, tut es ihm auf dieselbe Frage hin gleich.
„Man sollte mal langsam die Kirche im Dorf lassen“, gibt Friebel im Gespräch mit der MOZ an. Zwar fahre er nicht häufig mit diesen Linien und habe wenig Verständnis für die zahlreichen Streiks, könne aber trotzdem bestätigen, dass die NEB auch bei den vergangenen Streiks regelmäßig fuhr. Er muss es wissen. Friebel wohnt in der Nähe der Bahngleise.


