Bauarbeiten: Beeskows Ruderer bekommen mehr Raum zum Schwitzen

Auf dem Gelände des Bootshauses heben Heiko Haase (l.) und Kevin Blum einen Schacht für die Grundleitungen aus. Noch dieses Jahr soll hier ein neues Fitnesszentrum für den Beeskower Rudererclub entstehen.
Jörn TornowWenn alles klappt, trainieren dort, wo jetzt ein Rotationslaser misst und Stahlbetonstäbe aus dem Boden ragen, ab August die Sportler des Ruderclubs Beeskow in einem neuen Fitnesszentrum.
Die Kapazitäten im alten Kraftraum hätten längst nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprochen, sagt Ruderclub–Ehrenmitglied Eberhard Keil. 30 Leistungssportler, die zwei bis drei Mal die Woche trainieren, seien derzeit im Verein aktiv. Hinzu kämen noch knapp 50 Freizeitsportler. Da konnte es schon mal eng werden, erklärt Keil. Die Idee, neue Trainingsmöglichkeiten zu erschließen, habe es daher schon seit Jahren gegeben. Mit dem Wechsel der Pensionsleitung auf dem Bootshausgelände und der anschließenden Umwandlung des alten Kraftraums in eine Fahrradreparaturstation war die Zeit schließlich gekommen.
Gebäude in Vereinsfarben
Die Baugenehmigung lag vergangenen Sommer vor. Los ging es dann im Oktober mit dem Abriss einer Garage und zweier überdachter Bootsständer. Demnächst wird die Bodenplatte gegossen. Mit knapp 75 Quadratmetern Fläche werde der Fitnessraum knapp doppelt so groß wie der alte, sagt der verantwortliche Architekt Dierk Müller vom gleichnamigen Ingenieursbüro. Das eingeschossige Fitnesszentrum werde über jeweils zwei Duschen für Frauen und Männer sowie Toiletten und Umkleideräume verfügen. Die Bauzeichnung enthält zudem eine barrierefreie Toilette und eine Sauna.
Entsprechend der Gestaltungssatzung wird das Gebäude über ein Satteldach und Fenster mit Holzrahmen verfügen. Die Fassade soll einen weißen Anstrich erhalten. Lediglich die Giebel würden Blau. „In den Vereinsfarben“, wie Müller anmerkt.
Die Kosten für den Bau sind mit 690 000 Euro veranschlagt. Ein Viertel davon übernimmt die Stadt Beeskow, die auch Besitzerin des Grundstücks und des darauf entstehenden Gebäudes ist. Der übrige Teil stamme aus Fördermitteln, die je nach Bearbeitungsstand abrufbar seien, erklärt die stellvertretende Bürgermeisterin Kerstin Bartelt. Nach Fertigstellung werde das Fitnesszentrum dem Ruderclub übergeben, der die Betriebskosten zu tragen hat und für die Pflege des Geländes zuständig ist.
Darüber hinaus ist der Verein für die Ausstattung der Räumlichkeiten verantwortlich. „Ein paar neue Geräte müssen wir schon kaufen“, sagt Eberhard Keil. Gut die Hälfte des vorhandenen Bestands sei veraltet oder nicht mehr funktionsfähig. Im Moment absolvieren die Ruderer ihr Wintertraining abwechselnd in einem Fitnessclub im Spreepark und in einer Turnhalle eines nahegelegen Sportplatzes. „Eine provisorische Lösung“, wie Keil betont. Die Einweihung des neuen Kraftraums, dessen Fenster dann auch einen direkten Blick aufs Wasser ermöglichen, könne daher nicht früh genug stattfinden. „Die Kinder wollen sich bewegen, aber hier ist kein Platz. Deshalb ist so ein Fitnessraum, wo sie sich richtig ausarbeiten könnten, ganz wichtig.“
Gelingt die Fertigstellung im August, sei ein Sommerfest angedacht, erklärt Keil. Es wäre die zweite große Feier für den Ruderclub dieses Jahres. Am 20. November wird der Verein hundert Jahre alt. Geplant ist eine Jubiläumsveranstaltung im örtlichen Schützenhaus, dem Gründungsort. „Dieser Fitnessraum ist wirklich ein Geschenk zur Hundertjahrfeier“, findet Eberhard Keil.
