Doch das sind Äußerlichkeiten. Die eigentlichen Probleme schlummern im Untergrund. "Die Technik ist kaputt", bestätigt Kerstin Müller, die Sanierungsbeauftragte der Stadt Beeskow. "Zu Beginn des Frühjahrs wurde festgestellt, dass der Wasserablauf nicht mehr funktioniert", erklärt Kämmerer Steffen Schulze. Im Jahr 2016 sei es schon einmal zu einem Wasserschaden gekommen, der Pumpe und Elektrik zerstörte: "12 000 Euro kostete die Reparatur." Das habe jedoch die Versicherung übernommen, die die Stadt abgeschlossen habe.

Immer wieder Ärger

Die Elektrik für die Pumpe liegt unter der Erde. Zugang gibt es über einen runden Schacht: "Die eindringende Feuchtigkeit verträgt sich nicht mit der Technik",  so Kerstin Müller. Jetzt würde ein Elektriker die Anlagen zum Betrieb der Pumpe in einer Stele an die Oberfläche verlegen. "Die Stadt hat ein Angebot beauftragt, welches jedoch noch nicht vorliegt", teilt Steffen Schulze mit.
Auf einer Bank neben dem Brunnen sitzt das Ehepaar Möllmann aus Neubrück. Gerade haben sie ihre Einkäufe auf dem Marktplatz erledigt. "Der Brunnen hat mir noch nie gefallen", sagt Wolf-Dieter Möllmann. Aber wenn er schon da sei, dann auch mit Wasser. Seine Frau Sylvia sieht das genauso: "Da sollte es schon richtig sprudeln."
Der Brunnen gilt schon lange als Skandalobjekt, sorgte vor und während der Bauzeit für Diskussionen und Zwist. Im März 2003 wählte eine Jury im Rahmen eines Wettbewerbs aus fünf Arbeiten das Siegermodell: die "Spreefrau" von Erika Doberstein aus Schöneiche. Rund 150 000 Euro hat der Brunnen gekostet, die Stadt hat 20 Prozent getragen, der Rest stammt aus Fördermitteln von Bund und Land.
Etwa ein Jahr später, im August 2004, war die komplette Wassertechnik für die Spreefrau fertig. In einem Technikschacht wurden Armaturen und Pumpen verstaut. Das Saugverfahren sichere, dass Frischwasser nur minimal zugeführt werden müsse, das Wasser ständig im Umlauf sei. Schon damals verwies Kerstin Müller auf die Schwierigkeiten, die ein Sonderbauwerk, bei dem es viele Details zu klären gebe, mit sich bringe. Sie sollte Recht behalten.
Erste Schäden zeigten sich bereits 2005 und ein Streit zwischen Stadt und Künstlerin entbrannte. Das Hauptproblem war der Wasserfall, der bei Wind über die Mauern des Brunnens plätscherte. Das Tablett vor der Brust der Spreefrau, von der Wasser plätscherte, war zu kurz, es landete auf dem Rock der Figur und spritzte von dort aus dem Becken.

Beeskower votierten für Abriss

Seit der Einweihung im Mai 2005 treten unentwegt Probleme auf. Anfangs wurde der zu sehr spritzende Wasserfall bemängelt, dann gab es Reparaturen, es zeigten sich starke Kalkausblühungen und es gab Vandalismusschäden, Steine wurden herausgebrochen. Zwischenzeitlich wurde auch der Wasserablauf geändert. Er führt nicht mehr vom Tablett der Spreefrau, wie Künstlerin Erika Doberstein den Brunnen angelegt hatte – das Wasser kommt jetzt aus einem Rohr zu ihren Füßen.
Eine Leserumfrage der MOZ ergab damals: Es gibt nur eine Lösung, die Spreefrau muss abgerissen werden, sie lässt sich nicht reparieren. Die Stadtverordneten der Stadt Beeskow sprachen sich jedoch für die Erhaltung des Spreefrau-Brunnens aus. "Ein Abriss ist keine Option", sagt die Sanierungsbeauftragte. Da der Brunnen aus Fördermittel finanziert wurde, müsse er 25 Jahre erhalten bleiben.