Betrug am Telefon in Beeskow: Falscher Polizist bringt Rentner um große Summe Geld

Geldübergabe in Beeskow: Ein Rentner ist auf einen falschen Polizisten hereingefallen und händigte neben Schmuck und Girocard auch Bargeld aus. (Symbolfoto)
Marcel GädingEs gibt immer noch Menschen, die sind mit Namen und Adresse in Telefonverzeichnissen eingetragen. Dieser Umstand wurde einem älteren Herrn in Beeskow zum Verhängnis. Denn die wenigen Informationen und die Gutgläubigkeit des Rentners reichten einem noch unbekannten Täter aus, um den Mann auf betrügerische Art und Weise um Geld, Schmuck und Bankkarte zu bringen.
Zugetragen hat sich die Tat Mittwochabend (7. Februar) in der Kreisstadt. Wie die Polizeidirektion Ost mitteilte, habe der ältere Herr zunächst einen Anruf erhalten. Am anderen Ende der Leitung meldete sich ein vermeintlicher Polizist. Man habe eine Diebesbande dingfest gemacht, bei Durchsuchungen einen Zettel mit Namen und Anschrift des Rentners gefunden.
Falscher Polizist besucht Rentner in Beeskow
Um zu vermeiden, dass er das nächste Opfer der Bande wird, bot sich der falsche Polizeikommissar an, bei dem Rentner Wertgegenstände abzuholen, damit diese angeblich in Sicherheit gebracht werden können. Der Angerufene willigte ein, vereinbarte mit dem mutmaßlichen Beamten einen Übergabetermin und sicherheitshalber ein Passwort. An der Wohnungstür händigte der Senior Geld, Schmuck und Geldkarte in gutem Glauben aus.
„Der Schaden ist fünfstellig“, sagt Polizeisprecher Till–Justus Hille. Die Masche, mit der sich der Unbekannte das Vertrauen seines Betrugsopfers erschlich, sei bekannt. Es sei nicht auszuschließen, dass der Täter Komplizen habe und sich ähnliche Fälle in der Region zutragen könnten. Den Tatablauf bezeichnete der Sprecher als professionell.
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„Die Polizei nimmt niemals Wertgegenstände oder Bargeld an“, sagt Hille. Wer einen Anruf von vermeintlichen Polizisten erhalte, sollte misstrauisch sein. „Am besten ist es, sich die Rufnummer zu notieren und sich bei der Polizei zu melden“, rät Hille. Zudem sei es immer ratsam, nie Erspartes im Haus zu haben und Wertgegenstände gegebenenfalls in einem Tresor oder in einem Bankschließfach zu verwahren.
Der falsche Polizist wird als untersetzter, gut 1,85 Meter großer Mann bezeichnet, der zwischen 35 und 40 Jahre alt sein soll. Er trug eine Jeans, weiße Turnschuhe und eine schwarze Jacke. Der Täter hatte kurze, braune Haare und sprach akzentfrei Deutsch.



