Bewertung: Beeskow erlebt eine große Parade Deutscher Schäferhunde
Mira strahlt. Sie ist nicht nur als Eigentümerin im Zuchtbuch eingetragen, sie hat Natan auch als Hundeführerin vorgestellt. Außerhalb des Rings waren die Eltern unterstützend dabei. Jetzt will sie dem Hund neue Ziele stellen, sich mit Natan auf die Fährtenprüfung vorbereiten.
Mehr Nennungen als gedacht
Mira Erdmann gehört zu den 24 Mitgliedern der Beeskower Ortsgruppe des Vereins für Deutsche Schäferhunde, die am Sonntag ihre bereits 36. Ortsgruppenzuchtschau ausgerichtet hat. 60 Meldungen aus der ganzen Bundesrepublik waren am Ende beim Vorsitzenden Torsten Baese eingegangen, mehr als gedacht. Coronabedingt fallen andernorts Veranstaltungen aus, in Berlin–Brandenburg war es die zweite Zuchtschau in diesem Jahr.
„Es ist eine tolle Atmosphäre, familiär und professionell“, lobt Zuchtrichterin Nancy Herms. Seit sechs Jahren bewertet sie Hunde. Den Beeskower Platz und Verein kennt sie, weil sie in den vergangenen Jahren oft selbst Tiere vorgestellt hat. "Da ist es toll, dass man mich nun auch mal als Zuchtrichterin eingeladen hat.“ Nicht immer seien Züchter oder Eigentümer mit der Bewertung ihrer Tiere einverstanden, dann werde auch schon mal laut in den Ring geschimpft. Aber in Beeskow sei es harmonisch zugegangen, die Eigentümer wüssten schließlich sehr genau über die Stärken und Schwächen ihrer Tiere.
Die harmonische Atmosphäre genossen auch die Besucher der Veranstaltung. Viele beobachteten bei Bratwurst und Bier das Geschehen und den erstaunlich entspannten Umgang der Schäferhunde untereinander. Manuela Meyer aus Bocholt blieb dafür allerdings nur wenig Zeit, immerhin stellte sie gleich zwei Hunde vor. Ihre Hermine vom Bieseland bekam ein SG2 in der Jugendklasse. Für die Züchterin gab es zur Erinnerung die entsprechende Urkunde und einen Pokal. Später stellte sie Hermines Mutter Fine vor. Warum kommt man von Bocholt nach Beeskow? Die Liebe ist schuld daran. Ehemann Christian stammt aus Diehlo, arbeitete in Nordrhein Westfalen auf Montage. Dort haben sich die beiden kennen gelernt. Nun machen sie mit dem Wohnmobil Urlaub, haben Freunde besucht, dann die Zuchtschau. Nun folgt eine Sonnenwoche an der Ostsee.
Mira Erdmann will die kommenden Tage mit ihrem Natan genießen. Ab Mitte August geht sie wieder in Berlin zur Schule. Sie lernt an der Staatlichen Ballettschule und Schule für Artistik. Jeden Tag fährt sie dafür von Alt Stahnsdorf in die Hauptstadt. Ins Internat will sie nicht. So eine lange Trennung kann sie Natan und wohl auch sich selbst nicht antun.
Wer sich für die Arbeit mit Schäferhunden interessiert, kann einfach auf dem Hundeplatz am Oegelner Bahnhof vorbeischauen. Mittwochs und freitags ab 17 Uhr, sonntags schon ab 9 sind die Mitglieder der Ortsgruppe vor Ort.


