Dreharbeiten: Storkows Innenstadt wird zur Filmkulisse

Dreharbeiten in der Altstadt: Die Schauspieler Kida Ramadan (links) und Emma Drogunova, im Film Vater und Tochter, spazieren die Rudolf-Breitscheid-Straße in Storkow entlang. Beobachtet werden sie von zahlreichen Mitgliedern des Filmteams.
Bernhard SchwieteEs war ein emsiges Werkeln am Montagnachmittag auf dem Storkower Marktplatz. Just in dem Moment, in dem die Händler vom Wochenmarkt anfingen, ihre Stände abzubauen, rückten die Filmschaffenden an und starteten mit dem Auspacken ihres Equipments. An mehreren Stellen in der Stadt sind danach Szenen gedreht worden für den Fernsehfilm „In Berlin wächst kein Orangenbaum“, der nächstes Jahr — ein genaues Datum wurde noch nicht genannt — in der ARD zu sehen sein soll.
Nachfragen zum Geschehen und zu der Frage, warum ausgerechnet Storkow für die Dreharbeiten ausgewählt wurde, waren am Montag vor Ort nicht zugelassen. Es handele sich um ein „Closed Set“, teilte Regine Baschny, Geschäftsführerin der auf Filme spezialisierten PR–Agentur Just Publicity aus München, mit. Auf Nachfrage übermittelte sie lediglich eine kurze Inhaltsangabe zum Film. Die Hauptfigur Nabil wird nach 15 Jahren aus dem Gefängnis entlassen und will nun von seinem Partner Ivo seinen Anteil aus dem letzten Überfall, den die beiden verübt haben. Weil er glaubt, nicht mehr lange zu leben, will er damit seiner Ex–Frau Cora eine finanzielle Perspektive bieten. Und schließlich ist da noch Coras Tochter Juju, deren Vater Nabil ist, ohne dies zu wissen ...
In den Hauptrollen zu sehen sind die Schauspieler Kida Ramadan, der erstmals auch als Regisseur auftritt, Stipe Erceg, Anna Schudt und Emma Drogunova. Zwei von ihnen, Kida Ramadan und Emma Drogunova, spazieren am Montag ab 16.30 Uhr immer wieder die Rudolf–Breitscheid–Straße entlang. Im Film spielen sie Vater und Tochter. Über was sie sich auf der Straße unterhalten, ist aus der Beobachter–Position nicht zu verstehen. Für jeden der Spaziergänge wird die Straße kurz abgesperrt; Autofahrer, Radler und Fußgänger müssen dann ein paar Minuten warten.
Ende vergangener Woche ist für die Rudolf–Breitscheid–Straße und auch die Heinrich–Heine–Straße für den Nachmittag ein mehrstündiges Parkverbot beschildert worden. Nur auf diese Weise waren die Dreharbeiten im Vorfeld bekannt geworden. Für die Aufnahmen hat die Stadtverwaltung sogenannte Intervallsperrungen von jeweils maximal fünf Minuten genehmigt.
In der Heinrich–Heine–Straße sind die Anwohner schon um die Mittagszeit gespannt. „Ich werde auf jeden Fall aus dem Fenster schauen und auch fotografieren“, sagt Wolfgang Gutschke. Seine Frau Annemarie hatte vor einiger Zeit sogar schon eine Begegnung mit Regisseur und Hauptdarsteller Kida Ramadan. "Ich kenne ihn aus dem Fernsehen und habe ihn daher sofort erkannt, als er vor zwei oder drei Wochen schon einmal hier war“, erzählt sie. „Er kam mit einem Transporter und hielt an. Er hat sich die Häuserfronten angeschaut und sich Notizen gemacht. Dann sagte er mir noch, er sei gleich wieder weg.“
Auch Ursula Schulze will auf jeden Fall zuschauen, was in der Heinrich–Heine–Straße vor sich geht. „Ich bin eine alteingesessene Storkowerin, da interessiert mich natürlich, was in der Stadt passiert“, sagt sie. Nur Gudrun Schreier weiß noch nicht, ob sie sich die Zeit nimmt. Dabei hat sie sogar extra Vorbereitungen getroffen. „Ich habe noch den Streifen vor meinem Haus geharkt“, berichtet sie. „Vielleicht ist er ja im Film zu sehen.“ Als Komparsin würde sie gerne mal in einem Film mitspielen, ergänzt sie. Aber nach Statisten war für „In Berlin wächst kein Orangenbaum“ in Storkow nicht gesucht worden, zumindest nicht öffentlich.
Nächtlicher Dreh an Tankstelle
In der Heinrich–Heine–Straße müssen sich die Anwohner am Nachmittag länger gedulden als gedacht. Ab 15 Uhr gilt das Parkverbot, zu diesem Zeitpunkt haben die Schauspieler aber noch nicht einmal in der Rudolf–Breitscheid–Straße angefangen. Insgesamt dauern die Dreharbeiten bis in die Nacht. Für 22 bis 2 Uhr sind Aufnahmen an der Q1–Tankstelle angekündigt worden, heißt es aus der Stadtverwaltung. Zwischen den Tankstellen in der Kummersdorfer Straße hat das Filmteam bereits den Tag über seine Lastwagen und Transporter geparkt. Und es ist noch nicht Schluss: Für Donnerstag sind Dreharbeiten in der Straße der Jugend in Kummersdorf angemeldet, teilt das Rathaus mit.