Einzelhandel: Im Amtshof schließt auch der Blumen-Shop

Nur noch zwei Wochen lang gibt es Blumen: Wolfgang Forster in seinem Laden im Amtshof. Den weißen Pavillon vor der Tür, unter dem der 69-Jährige einen Teil seiner Ware anbot, hat er bereits abgebaut.
Bernhard SchwieteForster, der zur Wendezeit am Markt eine Drogerie eröffnete und 2001 mit seinem Blumenladen im Amtshof startete, beobachtete bereits seit geraumer Zeit einen Rückgang der Umsätze. Bis vor drei Jahren habe er noch zwei Halbtagskräfte beschäftigt, zuletzt sei er alleine im Geschäft gewesen und habe sich den Tag über mangels Kunden zunehmend gelangweilt. Die Gründe liegen für ihn auf der Hand – die Konkurrenz der Großen, nicht nur in Storkow, mache den Kleinen das Leben schwer. Mit seiner Drogerie sei es bergab gegangen, nachdem in Wildau das A10-Center eröffnete. Im Blumen-Shop seien die Umsätze zurückgegangen, nachdem an der Goethestraße rund um die Drogerie Rossmann und den Discounter Aldi ein neues Einkaufszentrum entstand. „Die Großen haben alles und können das auch meist günstiger anbieten“, sagt Forster.
Bäckerei macht weiter
Durchhalten im Amtshof will hingegen Ingo Förster mit seiner Bäckerei, obwohl er mit dem Fleischer seinen Partner, mit dem er sich einen Laden teilte, verloren hat. „Ich habe einen Mietvertrag bis 2022“, sagt er. Einen Umsatzrückgang habe er seit dem Abschied des Fleischers noch nicht feststellen müssen. „Nur mittags ist es etwas weniger geworden. Früher kamen die Kunden zum Fleischer zum Essen, und viele haben auch bei mir etwas mitgenommen“, sagt er. Aber auch Förster spricht von schwierigen Bedingungen im Amtshof. „Die Ecke hier ist tot“, sagt auch er, mit der selben Wortwahl wie Forster.
Der Inhaber des Blumenladens, zu dessen Sortiment auch Zeitungen und Zeitschriften sowie Tabakwaren gehören, hat mit dem Räumungsverkauf begonnen. Sogar Zigaretten, für die eigentlich ein Festpreis gilt, bietet er als „Schnäppchen“ an. Diesen Sonnabend ist aus privaten Gründen geschlossen, am 14. Dezember ist der letzte Öffnungstag. „Ich freue mich auch auf das Ende. Dann habe ich mehr Zeit für meinen Wohnwagen auf dem Campingplatz in Dahmsdorf“, sagt Forster.