Eiscreme: „IceGuerilla“ und „Zucker am Markt“ bieten exotische Sorten in Beeskow und Friedland

Florian Glagau ernährt sich vegan und isst gerne Eis. Und verkauft es im "Zucker am Markt" in Friedland. Fruchteis wie "Johanna Kuss", "Mango Traum" und "Pinke Erdbärin" wird hier ohne Milch und Molke-Bindemittel hergestellt.
Jörn TornowDort im „Carmeleon“ rotiert Inhaberin Carmen Simroth mit ihren Angestellten. Gäste im Café sowie am Eisfenster wollen gleichzeitig bedient werden. „Die Nachfrage steigt jedes Jahr“, sagt sie gehetzt, aber zufrieden. Denn es kommen immer mehr Touristen, viele Radfahrer, immer mehr Familien. „Das hat schon in den letzten Jahren zugenommen, nicht nur wegen Corona in diesem Jahr“, meint sie.
Dunkle Überraschung
Gemeinsam mit der Villa Rosengarten in Frankfurt bestellt sie ihr Speiseeis bei einer kleinen Manufaktur am Berliner Rand. Täglich wechselt sie das Angebot. Besonders beliebt sind bei ihren Kunden die Sorten Orange–Zartbitter, Jogurt–Pfirsich und Kinder–Bueno mit Haselnussgeschmack. „Und ‚Dunkle Schokolade’ ist sehr beliebt, sogar bei Kindern“, so Simroth. „Das hat mich überrascht, weil es ja doch weniger süß ist.“
Im Beeskower Industriegebiet läuft in der Eisfabrik der IceGuerilla, die im vergangen Jahr von der Witt Trading GmbH aus Wildau übernommen und damit vor dem Aus gerettet worden war, derweil die Produktion wieder auf Hochtouren. Rund 1,4 Tonnen Eis werden an jedem der fünf Arbeitstage der Woche hergestellt, sagt Produktionsleiter Karsten Binder. Nachdem wegen der Pandemie Hotels und Gastronomen schließen mussten und Kunden zeitweise ausfielen, sei die Nachfrage mittlerweile aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen wieder sehr hoch.
Im Beeskower Schukurama und seiner Bad Saarower Filiale gibt es seit der Übernahme der IceGuerilla hausgemachtes Eis unter eigenem Namen.
Das IceGuerrila beliefert noch Stores in München und Düsseldorf sowie Kunden an der Ostseeküste, in Berlin, Potsdam und im Spreewald. Regional steht es am Tiefen See bei Ranzig, „Am Kleistpark“ in Frankfurt (Oder), „Zum Messingkrug“ in Wendisch Rietz sowie im Strandbad Storkow auf der Karte.
„Klassiker wie unsere Meistervanille, Edelmond Schokolade sind weiterhin sehr gefragt“, teilt Melanie Röhl von der IceGuerrila auf Anfrage mit. „Dazu kommen unsere Fruchteissorten wie Mango, Himbeere oder Erdbeere Basilikum. Immer beliebter werden auch die Joghurt–Kreationen und Exoten wie Bisquit & Cookies, Gesalzenes Caramell und Persische Pistazie.“
Eis als Corona–Trost
Ähnlich ausgefallene und hausgemachte Sorten bietet das „Zucker am Markt“ in Friedland an. Besonders gern gekauft werden hier die Sorten Limette–Gurke, Friedländer Quark und Mango, sagt Inhaberin Luise Eckner: „Aber auch Schoko, Vanille und Erdbeer werden immer gern gegessen.“ Im Angebot findet sich mit „Jenseits von Melonen“ (mit Dill, angelehnt an das Festival „Jenseits von Millionen") und dem Rot–Weiß-Eis mit integrierter Spende von einem Euro pro verkauftem Liter Eis an die Friedländer Jugendfeuerwehr auch Lokalkolorit. „Während der Corona–Schließzeiten kamen die Leute zum Eisessen als Seelentröster“, meint Eckner. Jetzt in der Hochsaison kämen aber auch in Friedland gefühlt mehr Touristen. Knapp eine halbe Tonne Eis wird hier in der Woche produziert, davon 300 Liter Milcheis. Fruchtsorten sind zunehmend vegan, die Bindemittel enthalten keine Molke. „Das Eis ist aber genauso lecker“, betont Eckner. Denn manchmal reagierten Kunden durchaus skeptisch auf den Info–Zusatz „vegan“ am Angebotsschild. Das Zucker–Team beliefert das Burg–Café „Cucina verde“, die Tankstelle Lindenberg, Klosterküche Neuzelle, Bistro „Cityblick“ in Guben und den „Wohlschmecker“ in Bad Saarow.