Entsorgung: Ärger über illegal abgekippten Unrat

Illegale Mülldeponie: Kühlschrank, Elektroherd, Schrankteile, Spiegel, Mikrowelle und vieles, vieles mehr haben unbekannte im Behrensdorfer Weg bei Glienicke dreist abgeladen.
Jörg KühlIn Glienicke sorgt Müll, der in großer Menge auf dem Behrensdorfer Weg gekippt worden war, für Ärger. „Seit dem Wochenende ist das hier Gesprächsthema“, bestätigt Ortsvorsteher Mario Kiesow. Auf dem Weg, der von Glienicke bis zur Bahnlinie Beeskow-Storkow führt und dort seit der Beschleunigung der Bahntrasse 2014 in einer Sackgasse endet, ist illegal Müll und Sperrmüll im großer Menge entsorgt worden. In Glienicke hat der Umweltfrevel zu einer regelrechten Welle der Entrüstung gesorgt.
Zu den ersten, die die illegale Deponie entdeckt hatte, zählt die Kossenblatterin Jessica Simon, die den Weg benutzte, um zu ihrem Waldstück zu gelangen. Weil sie sich so sehr über die Dreistigkeit ärgerte, beschloss sie, auf eigene Faust etwas über die Urheber zu erfahren. Jessica Simon postete Fotos einiger der Gegenstände in ein Online-Portal. Die elektronische Sendung sei mehr als 600 Mal geteilt worden. Daraufhin ergaben sich Hinweise auf ein mittlerweile geschlossenes Berliner Café. Den Auftrag zur Entsorgung habe der Nachpächter des Cafés in Auftrag gegeben.
Inzwischen hat die Gemeinde Rietz-Neuendorf die illegale Abfallentsorgung zur Anzeige gebracht. Seit Montag ist der Bauhof der Gemeinde damit beschäftigt, den Weg zu beräumen, so Rathaus-Mitarbeiter Stefan Horstmann. Der Weg werde von zahlreichen Hunde-Spaziergängern regelmäßig betreten, der Müll könne also nicht sehr lange hier liegen. Er bittet, bei Fahrzeugen, die mit verdächtiger Ladung in die Natur fahren, die Augen offen zu halten. „Das sicherste Beweismittel ist ein Foto.“ Wenn dies nicht möglich sei, oder womöglich unangenehme Reaktionen hervorrufen könnte, sei es vorteilhaft, zumindest das Autokennzeichen zu notieren.
Mario Kiesow, Ortsvorsteher von Glienicke, dankt der aufmerksamen Zeugin Jessica Simon für deren beherztes Handeln. „So etwas ist vorbildhaft!“
René Schadin, Fuhrhofleiter beim kommunalen Abfallentsorgungsbetrieb KWU (Fürstenwalde), ärgert sich über die illegale Müllentsorgung im Landkreis: „Wahnsinn, was hier durch solche illegale Aktionen für Dreckecken entstehen!“ Dabei bietet die KWU für Bürger, die im Landkreis gemeldet sind, je nach Abfallart teilweise kostenlose Entsorgungsmöglichkeiten an. So könne man Sperrmüll und Elektroschrott entweder bei den Abfall-Kleinmengenanlagen abliefern (bis zu einem Kubikmeter kostenfrei), oder eine Abholung telefonisch vereinbaren. In diesem Fall sei die Abholmenge innerhalb dessen, was „haushaltsüblich“ ist, unbegrenzt, teilt Schadin mit.
Kommunale Entsorgung Oder-Spree (KWU), Servicetelefon Sperrmüll, Elektroschrott, Tel. 03361 7743 62