Fachtagung
: Experten sehen Wald im Wandel

Auf der Tagung in Sauen wird deutlich, dass Trockenheit, Stürme, Schädlinge und Brände dem Wald zusetzen.
Von
Monika Rassek
Sauen
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Ralf Petercord, Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, informiert über neue Insektenschäden.

Monika Rassek

Carsten Engelmann, Waldbesitzer und Chirurg sagt: „Die Tagung ist vor dem geplanten großen Waldgipfel Ende September eine wichtige Zusammenkunft. Denn allein mit dem Waldumbau ist es nicht getan. Auch im Mischwald gehen Bäume ein.“ Auf die Frage, warum angesichts der kritischen Lage, die Fördergelder für den Waldumbau nicht vollständig abgerufen wurden, sagt er: „Das ist viel zu kompliziert. Das Antragsformular umfasst 27 Seiten. Abschreckend.“

Der Wald stirbt nicht

Aus Sachsen–Anhalt kommt die Waldschutzbeauftragte Jessica Waschkowski vom Landesforstbetrieb. Sie sucht nach neuen Wegen in Sachen Prävention:  „Bei uns sind sehr viel Bäume abgestorben. Sturm und Borkenkäfer kosten uns zwischen 300 und 500 Tausend Festmeter Fichte“, informiert Waschkowski. Darüber hinaus berichtet sie, dass auch ältere Buchen absterben.

Einen kleinen Lichtblick brachte ihr der Vortrag von Professor Ralf Kätzel vom Landeskompetenzzentrum Forst in Eberswalde: „Der Wald wird nicht sterben. Es wird ein anderer Wald werden, aber es ist immer noch Wald.“ Des Weiteren betonte der Wissenschaftler, dass noch enormer Forschungsbedarf besteht: „Wir haben gerade mal eine nebulöse Ahnung, wie ein Wald funktioniert.“ Sein Rat: „Im Wald sollten vier bis sechs Baumarten stehen.“

Professor Conrad Baldamus, Vorsitzender der Stiftung August Bier in Sauen, räumte ein, dass es auch im Sauener Wald punktuelle Schäden gibt und warnte: „Die Schäden von heute sind noch nicht sichtbar. Und, es muss jetzt schnell aufgeforstet werden, denn wir brauchen den Wald als Kohlenstoffdioxid–Senker.“ Zudem wies er darauf hin, dass großflächiges Abholzen verhindert werden muss, nicht nur in Deutschland oder Europa, sondern überall, weltweit. Vom geplanten Wald–Gipfel erhofft sich Baldamus, dass der Wald als Ökosystem Anerkennung erfährt.