"Es ist ein Modellprojekt", sagt Christian Rußig, Leiter der Abteilung Tierproduktion bei der Agrargenossenschaft Ranzig, der das Projekt betreut. Getestet werde der Einfluss von Pflanzen auf das Wohlbefinden der Tiere und die CO2-Bilanz der Umwelt, als einen Beitrag zur Verbesserung des Klimas insgesamt. Ein Schild am Eingang nennt es beim Namen "Innovative Stallbegrünungssysteme in der Tierhaltung zur Verbesserung des Tier- und Umweltschutzes".
Entwicklung bislang positiv
Bevor jedoch Zutritt zum Stall gewährt wird, führt der Weg ausnahmslos für alle durch eine Hygieneschleuse. Gegenstände, die später im Stall benutzt werden, müssen zur Desinfektion:  Kamera, Mikrofon, Handy, Notizbuch, Kugelschreiber. Dann heißt es, Schuhe, Strümpfe aus, Klamotten runter und unter die Durchgangsdusche, einschließlich Haare waschen. Auf der anderen Seite liegen Handtuch und neue Montur wie Strümpfe, Slip und Overall. In bereitstehenden Gummistiefeln geht es in den Stall. "Wir haben hier einen hochgesunden Sauenbestand und beugen mit diesen Hygienevorschriften einer Infektion der Tiere vor", erklärt Rußig, der in Kiel Nutztierwissenschaft studiert hat. Er betont: "Wir machen das nicht erst seit der Bedrohung durch die Schweinepest. Es gibt  andere Krankheiten, die den Bestand gefährden könnten."
Das Grün-Projekt läuft seit etwa einem Jahr in zwei Ferkelaufzuchtbereichen parallel – einer begrünt, der Vergleichsstall nicht. "In der ersten Woche filmten wir täglich 24 Stunden, ob und wie die Pflanzen das Sozialverhalten der Tiere verändert", so der 30-Jährige. "Die Schweine blieben ruhig und aufmerksam, interessierten sich für ihre Umgebung." Darüber hinaus gibt es eine messtechnisch Überwachung. Neben Temperatur und Sauerstoffgehalt der Luft würden der Gehalt von CO2, Ammoniak, Lachgas und Methan erfasst und ausgewertet. Ein abschließendes Ergebnis liegt noch nicht vor, informiert Christian Rußig. Aber: "Die Ferkel im begrünten Stall nehmen pro Tag ein paar Gramm mehr zu, als die im Vergleichsstall und auch die Emissionen scheinen im begrünten Bereich geringer zu sein." Das Ergebnis werde voraussichtlich Ende 2020 vorliegen und statistisch belegt sein.
Komplett regionale Produktion
Im Stremmener Stall der Genossenschaft leben 120 Sauen und 680 Ferkel. 115 Tage nach der Besamung kommen die Ferkel zur Welt und bleiben vier Wochen zum Säugen beim Muttertier. Weiter geht es für acht Wochen in den Ferkelaufzuchtstall, dann in den Maststall. Nach sechs bis sieben monatiger Mast werden die Tiere im eigenen Betrieb geschlachtet, zerlegt und vermarktet. Das Futter wird auf den Flächen der Genossenschaft angebaut und in Fürstenwalde bedarfsgerecht zusammen gemischt.