Tiere in Storkow: Wann Alpakas Menschen anspucken

Der Dobrasee bei Storkow ist ein beliebter Badesee. Ab und zu tauchen auch Alpakas am Ufer auf. Müssen Spaziergänger befürchten, angespuckt zu werden?
Jens Olbrich- Dobrasee bei Storkow: Beliebter Badesee, Alpakas am Ufer.
- Alpaka-Wanderungen: Zwei Stunden, an zwei Meter langen Seilen.
- Tiere spucken selten Menschen an, meist untereinander.
- Alpaka-Produkte im Hofladen: Decken, Einlegesohlen, Seife.
- Touren auch für Menschen mit Behinderung geeignet.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die sechs Alpakahengste gucken neugierig mit ihren großen, dunklen Augen nach dem Besucher, der auf Anja Mühls Hof auf den Weidezaun gelehnt die Tiere auf der Weide unweit des Dobrasees beobachtet. Sie schauen zurück, aus respektvoller Entfernung, wahren den ihnen genehmen Abstand.
„Alpakas sind sehr neugierig, kommen aber freiwillig nie so nah heran, dass man sie streicheln kann“, erklärt Anja Mühl. Trotz der mehrere Tausend Jahre zurückliegenden Domestizierung in den südamerikanischen Anden blieben es Fluchttiere, die lieber die Distanz bewahren.
Wie die anderen Alpakahengste beobachtet auch Samu, ein eher kleinerer Hengst, das Geschehen. Sein Maul steht offen, die Zunge hängt über die großen Schneidezähne heraus. „Der lässt die Lippe so hängen, weil sie gerade gekämpft und sich gegenseitig angespuckt haben“, sagt Anja Mühl. Alpakas können sich selbst nicht riechen, finden den Geruch eklig und atmen dann so komisch durch den Mund, erklärt sie weiter.
Nur schlecht sozialisierte Alpakas spucken Menschen an
„Keine Angst, im Normalfall spucken sie sich nur gegenseitig an, weil sie untereinander die Rangordnung ausmachen“, beruhigt Anja Mühl. Nicht nur Samus Maul steht offen. Auch Blacky und Nelson lassen die Zunge hängen. Wichtig sei, dass Alpakas, gerade Hengste, respektvoll den Menschen gegenüber seien, erklärt die Alpaka-Besitzerin. „Wenn die Tiere denken, wir gehören zur Herde, dann kann es gefährlich werden.“

Dobrasee-Alpakas nennt Anja Mühl ihre aus sechs Hengsten bestehende Alpaka-Herde bedingt durch die Lage der Weiden am See. Für die Wanderungen sind Hengste besser geeignet als Stuten.
Jens OlbrichEs kann vorkommen, dass die Alpakas am Dobrasee im Storkower Ortsteil Schwerin unterwegs sind. Dann gibt es eine Alpaka-Wanderung. Die Spaziergänger dauern in der Regel zwei Stunden, inklusive Vorbereitung und Vermittlung von Wissenswertem über Alpakas. „Dann sucht sich jeder sein Tier aus“, erklärt die Alpakatouren-Veranstalterin. Ausgewählt werde nach Farbe, aber auch nach Charakter. Meistens passe es, finden sich der richtige Mensch und das richtige Alpaka zusammen.
Kontakt und Terminabsprache Dobrasee-Alpakas
Anja Mühl, Schweriner Dorfstraße 26, 15859 Storkow
Telefon: 0179 1589347, E-Mail: anjamuehl@gmail.com
Terminabsprache für 7 Tage die Woche möglich, pro Tag ein Termin wegen Regenerationsphase der Alpakas (Wiederkäuer)
Spaziergang mit Alpaka in Storkow
An einem etwa zwei Meter langen Seil können die Teilnehmer die Tiere führen. „Das Seil ist so lang, dass die Tiere auch ausweichen können und nicht unbedingt zu dicht am Menschen laufen müssen“, erklärt Anja Mühl. Der Weg führt querfeldein über Stock und Stein „durch unsere schöne Natur, vorbei an Wald und Feld zum schönen Dobrasee“. Die Tour selbst dauert zwischen einer und anderthalb Stunden. Die Tiere laufen sehr ausgeglichen am Strick. „Im Vergleich mit Pferden oder Hunden gibt es kein Ziehen, man geht ganz entspannt.“

Die Vielfalt der aus Alpakawolle hergestellten Produkte zeigt Anja Mühl im Hofladen. Auch Decken, Einlegesohlen, Seife und mehr können in Storkow gekauft werden.
Jens OlbrichDa Alpakas Ruhe ausstrahlen, übertrage sich das auf den Menschen, meint die Alpaka-Besitzerin. „Ich sehe das bei Kindern. Wenn die so wild sind, dann haben die ja keine Chance, irgendwie heranzukommen an die Alpakas.“ Die Tiere gingen dann weg. Das Erfolgserlebnis stelle sich erst in Momenten der Ruhe ein, vielleicht mit einem Büschel Gras in der Hand. Das ist eine therapierende Wirkung, die auch ein Geschäftspartner in Niedersachsen nutze, der mit traumatisierten Soldaten wandern gehe.
Gute Erfahrung bei Alpaka-Tour mit Menschen mit Behinderung
Ist die Tour auch für Menschen mit Behinderung geeignet? „Ja, die haben doch dann auch ein ganz anderes Verhältnis zu den Tieren“, erwidert Anja Mühl. Positive Erfahrungen hat sie im vergangenen Jahr erst mit einer Integrationsklasse aus Königs Wusterhausen gemacht.
Und diese mit den Tieren. Zugunsten von auf den Rollstuhl angewiesenen Schwerstbehinderten sei sie eine Tour über befestigte Wege gegangen. Sehbehinderte fanden es total toll, in die Wolle hineinzugreifen und auch teilnehmende Autisten fühlten sich wohl, da sie von den Tieren nicht bedrängt wurden.
Jede Tour gehe einmal zu Ende, und dann könne man sich noch im Hofladen umsehen, erzählt Anja Mühl. Da könne man sehen, „was man so alles aus der Wolle herstellen kann“. Bettdecken aus Alpaka-Faser hat sie im Sortiment, Strickwolle, Filz-Sachen wie Einlegesohlen, aber auch Seife. „Aus der Wolle, nicht aus den Knochen“, betont sie. Alpaka-Wolle enthalte Keratin, das sei sehr rückfettend. Aus der nicht so guten Wollqualität lässt sie Dünger herstellen.


