Fußball
: Storkower Abgesang

Der Storkower SC hat das Kellerduell der Landesklasse Ost gegen Preußen Bad Saarow 1:2 verloren und kaum noch Chancen auf den Liga-Erhalt.
Von
Kai Beißer
Storkow
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  • Chance zur Führung: Der Saarower Stefan Hoppe (Mitte) bekommt in der 43. Minute aber nicht genug Druck hinter den Ball. Die Kapitäne Daniel Preusker (Storkower SC/links) und David Düree flankieren den Schützen.

    Chance zur Führung: Der Saarower Stefan Hoppe (Mitte) bekommt in der 43. Minute aber nicht genug Druck hinter den Ball. Die Kapitäne Daniel Preusker (Storkower SC/links) und David Düree flankieren den Schützen.

    Andreas Hoffmann
  • Ratlosigkeit auf der Storkower Bank: Trainer Jochen Meyer (links) und Auswechselspieler Matti Neubert

    Ratlosigkeit auf der Storkower Bank: Trainer Jochen Meyer (links) und Auswechselspieler Matti Neubert

    Andreas Hoffmann
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´War es das für den Storkower SC? Nach der 1:2-Heimniederlage im Derby gegen Preußen Bad Saarow sind die Chancen auf den Klassenerhalt in der Fußball-Landesklasse Ost für den Verlierer wohl nur noch theoretischer Natur, während die Gäste drei wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg sammeln konnten.

Für drei Euro Eintritt bekamen die Zuschauer auf dem Sportplatz Karlslust drei Tore zu sehen. Nur waren diese aus Sicht der gastgebenden Storkower falsch verteilt. „Was willst du machen, es ist doch jede Woche das Gleiche“, sagte Trainer Jochen Meyer, der kaum tröstende Worte für seine Spieler fand. „Es ist ja nicht so, dass die Jungs keinen Fußball spielen können. Bis zum Strafraum sieht das ganz ordentlich aus, aber der entscheidende Ball will uns einfach nicht gelingen.“

Nach dem 3:0-Sieg des MTV Wünsdorf bei Rot-Weiß Luckau beträgt der Rückstand des Schlusslichts auf den Tabellenvorletzten zehn Punkte, auf einen Nichtabstiegsplatz sind es elf, auf die Saarower 13. Rechnerisch ist bei neun ausstehenden Partien zwar immer noch alles möglich, aber Meyer sprach nach dem Abpfiff am Sonnabend bereits davon, „die Saison jetzt mit Anstand zu Ende bringen“ zu wollen.

Am Verdienst des Preußen-Sieges mochte niemand wirklich zweifeln – wie die Niederlage der Storchenstädter allerdings zustande kam, war schon mehr als bezeichnend für deren Situation. In einer durchaus abwechslungsreichen Partie erarbeiteten sich die Gäste Mitte der ersten Halbzeit leichte Vorteile, waren vor allem bei Standards gefährlich, bei denen oft Rechtsverteidiger Jannik Rottenberg im Mittelpunkt stand. Nach einer halben Stunde hatte der als Mittelstürmer agierende Stefan Hoppe die Riesenmöglichkeit zur Führung, scheiterte aber aus vier Metern (!) an Thiemo Fey im SSC-Tor.

Sieben Minuten später auf der anderen Seite eine fast deckungsgleiche Szene, als Jan Haupt aus etwas größerer Entfernung frei zum Schuss kam, Marek Noack im Kasten der Saarower ebenfalls per Fußabwehr klärte. Die letzte Chance vor der Pause besaß dann noch einmal Hoppe, bekam nach schöner Rechtsflanke von Paul Zucker aber zu wenig Druck hinter den Ball, konnte danach selbst kaum fassen, dass auch diese Möglichkeit dahin war (44.).

Die Storkower kamen mit viel neuem Schwung aus der Kabine. Ein Schuss von Marc Ewler wurde von Daniel Gross aufgehalten, die anschließende Ecke köpfte Dominic Bracki in Richtung Winkel, aber Paul Zucker klärte auf der Linie (48.).

Bitter für das Schlusslicht: Der erste Treffer fiel kurz darauf auf der anderen Seite. Noch bitterer: Nach einem Freistoß von Rottenberg aus dem linken Mittelfeld köpfte Felix Brunzel den Ball ebenso unglücklich wie unhaltbar hoch ins eigene Netz. Wieder einmal hatte sich die Fußball-Weisheit bewahrheitet: Wenn du unten drin stehst, ...

Jetzt häuften sich die Torszenen. Bei einem starken Schuss von Tom Herrmann riss Fey im kurzen Eck die Fäuste hoch (59.), gegen den ebenfalls erst kurz zuvor eingewechselten Alec Buder klärte der SSC-Keeper erneut mit dem rechten Fuß (73.). Fast im Gegenzug zischte ein schöner Rechtsschuss von Maximilian Fiedler weniger als einen halben Meter am rechten Pfosten vorbei. Da wäre Noack ohne Chance gewesen.

Nach einem Querschläger ausgerechnet des starken Storkower Kapitäns Daniel Preusker legte dann Hoppe zu Herrmann, der ohne Mühe mit der Innenseite vom Elfmeterpunkt zum 2:0 traf. Danach hätten die Preußen alles klar machen können, aber Hoppe, Hermann und der aufgerückte Tim Strey verpassten. In der Nachspielzeit tankte sich Florian Guhr gegen vier Saarower durch und traf mit strammem Schuss in lange Eck. Die Gäste hatten ein doppeltes Handspiel moniert, waren ohnehin mit etlichen Entscheidungen des Unparteiischen Marcel Grünheid in einer angesichts ihrer Bedeutung für beide Seiten aber sehr fairen Partie nicht einverstanden.

„Am Ende ist der Sieg sicher verdient. Wir hätten ja schon zur Halbzeit 2:1 führen müssen“, sagte Preußen-Trainer Thomas Tretschok, der ob des wichtigen Dreier sichtlich erleichtert war, aber durchaus auch Lob für den Verlierer parat hatte. „Die Storkower haben jedenfalls nicht wie ein Tabellenletzter gespielt.“

Für die Gastgeber, denen nach dem Abpfiff die Ratlosigkeit ins Gesicht geschrieben stand, ein schwacher Trost. Meyer lobte indes noch einmal die sensationelle Trainingsbeteiligung und den intakten Mannschaftsgeist. „Und da die Truppe nach Lage der Dinge zusammenbleibt, ist mir um die Zukunft nicht bange“, fügte der 52-Jährige hinzu.