Gebrauchtes
: Trödel-Fans strömen in Scharen zum Markttag nach Beeskow

Am Sonnabend fand in Beeskow der erste Trödelmarkt seit Corona statt. Mehr als 40 Händler boten ihre Waren feil und hunderte Besucher kamen.
Von
Jörg Kotterba
Beeskow
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  • Ab 9 Uhr gehörte Sonnabend Beeskows Breite Straße und ein Teil der Bodelschwinghstraße den Trödelmarkt-Fans. Sie guckten, feilschten und kauften – oder auch nicht. Für jedermanns Geschmack war etwas dabei.

    Ab 9 Uhr gehörte Sonnabend Beeskows Breite Straße und ein Teil der Bodelschwinghstraße den Trödelmarkt-Fans. Sie guckten, feilschten und kauften – oder auch nicht. Für jedermanns Geschmack war etwas dabei.

    Jörg Kotterba
  • Marktleiter Dietmar Kruschke (im grünen T-Shirt) konnte sich über das bunte Markttreiben freuen.

    Marktleiter Dietmar Kruschke (im grünen T-Shirt) konnte sich über das bunte Markttreiben freuen.

    Jörg Kotterba
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„Eine tolle Resonanz“, freute sich Sonnabendvormittag Landrat Rolf Lindemann mit Blick auf die mehr als 40 Händler. Er lief über die Berliner Straße, wollte zum Gemüse-Einkauf Richtung Marktplatz. „Der Trödelmarkt hat natürlich in diesen Corona-Zeiten eine besondere Bedeutung. Die Menschen freuen sich, endlich wieder Bekannte treffen zu dürfen – mit gebotenem Sicherheitsabstand, versteht sich. Und die Hobby-Händler packten den Lockdown beim Schopfe und räumten ihre Keller und Böden aus.“

Eine wertlose Lithografie

„Genau so. Wir haben alte Kisten mit Kunst und Kitsch, teilweise noch aus Schwiegermutter-Zeiten, hervorgekramt und feiern heute Trödelmarkt-Premiere“, bestätigte Carmen Schwaneberg. Die Rentnerin aus Frankfurt saß Samstag ab acht bis 14 Uhr neben dem Reporter – die Sparkasse im Rücken, den Augenoptiker und eine Rechtsanwaltskanzlei vis-á-vis. „Ich habe unter anderem eine China-Untertasse mit Geisha-Motiven verkauft. Da kommt jetzt Milch „rein. Für meine Katze, sagte mir die Dame.“ Kurios auch: Der Chronist dieser Zeilen verkaufte an einen Papageien-Besitzer für kleines Geld eine Damenhandtasche. „Da knabbert mein Ara eine Woche dran herum – und ich habe meine Ruhe.“

Keine 15 Schritte von uns hatte der Eisenhüttenstädter Dietmar Lange mit Ehefrau Almita und den Kindern Dalina (12) und Michelle (10) einen bunten Stand aufgebaut: Mit Puppenstuben, einem Rucksack, Kinderbücher und jede Menge Spiele. „Unsere Mädchen haben all jene Dinge, von denen sie sich trennen wollen, noch mal auf Hochglanz poliert und die Puppenkleider sogar gewaschen“, erzählte der Familienvater stolz. Zum kleinen Preis würden sie damit Kindern, die bedeutend jünger sind als seine „Damen“, eine große Freude bereiten. „Und sich ein zusätzliches  Taschengeld zu verdienen ist ja auch keine schlechte Idee.“

In „Hütte“ hätte die über die Grenzen der Stadt hinaus bekannte Tanzpädagogin Simone Selle über Jahre Flohmärkte organisiert. Vergangenheit. Ein Nachfolger sei nicht in Sicht, so Dietmar Lange. „Aber Beeskow ist eine gute Alternative.“

Aus Berlin war Gerhard Jänicke angereist. Der 57-jährige Pankower outete sich als Spezialist für Edel-Trödel – kauft preiswert, um es dann zur doppelten Summe zu veräußern. Bei mir erstand er eine kleine, für mich wertlose Lithographie. „Komme gern wieder“, meinte  Jänicke mit Schalk in den Augen. Sie verrieten mir: Jetzt hat er dich ganz schön übers Ohr gehauen...

Marktleiter Dietmar Kruschke kündigte Sonnabend für den 26. September den letzten Trödelmarkt dieses Jahre an. „Für 2021 stehen die Termine  noch nicht fest.“ Hobby-Händler können sich bei Kruschke anmelden: Telefon 0152 25164720 – E-Mail dkruschke@kabelmail.de