Gewässer
: Nur die Möwen freuen sich über tote Fische

Das Fischsterben im Storkower Kanal bleibt rätselhaft. Untersuchungen der Wasserbehörde blieben ohne Ergebnis.
Von
Bernhard Schwiete
Storkow
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An der Futterquelle: Eine Schar Möwen hat sich in Storkow auf dem Geländer zwischen Fußweg und Kanal niedergelassen. Im Wasser treiben tote Fische.

Bernhard Schwiete

Auch mehrere Wochen, nachdem im Storkower Kanal im Bereich der Zugbrücke in der Altstadt erstmals zahlreiche tote Fische im Wasser entdeckt wurden, bleibt das Rätsel um das Massensterben ungelöst. Die zuständige Untere Wasserbehörde des Landkreises Oder–Spree hat sich zwar mit dem Fall beschäftigt, aber keine Antworten auf die offenen Fragen gefunden. „Eine belegbare Ursache für die kurz vor Weihnachten festgestellte Ansammlung toter Fische konnte nicht ermittelt werden“, teilte Kreissprecher Mario Behnke am Mittwoch auf Nachfrage mit.

Keine Eintrübung mehr

Mitarbeiter der Behörde machten sich sogar mehrmals auf den Weg aus Beeskow nach Storkow. Bei einer Nachkontrolle hätten keine Anzeichen für eine Eintrübung des Wassers mehr festgestellt werden können, so Behnke weiter. Am Mittwoch waren im Bereich der Zugbrücke unterdessen noch immer zahlreiche tote kleine Fische im Wasser zu erkennen. Zeitweise war der Bereich bevölkert von zahlreichen Möwen, denen die Fische als Nahrung dienen.

Bekannt ist die Angelegenheit auch in der Storkower Stadtverwaltung; das Rathaus verwies allerdings auf die Zuständigkeit des Landkreises. Ähnlich äußerte sieh der Leiter des Außenbezirks Kummersdorf des Wasser– und Schifffahrtsamtes, Mirko Englisch. In anderen Bereichen der Wasserstraße seien keine Verunreinigungen wie im Bereich an der Zugbrücke aufgetreten, sagte er. Da sich der Wasserstand wieder normalisiert habe, seien außerdem die Wehre in Wendisch Rietz, Storkow und Kummersdorf wieder in Betrieb genommen worden. Über diese Anlagen wird Wasser in Richtung Berlin abgeleitet.

Bemerkt worden ist das Auftreten einer größeren Anzahl toter Fische nach Schilderung von Englisch bereits während der Bauarbeiten, die Ende vergangenen Jahres an der Konstruktion der Zugbrücke stattfanden. Damals waren auch Taucher im Einsatz. Storkows Bürgermeisterin Cornelia Schulze–Ludwig ging aber bereits damals davon aus, dass kein Zusammenhang besteht. Die von der Stadt beauftragte Firma habe bereits zu Beginn ihrer Arbeiten von toten Fischen und einer Wassereintrübung berichtet. Englisch sagte, das Schifffahrtsamt habe die Bauarbeiten lediglich aus wasserpolizeilicher Sicht überwacht.

Thema ist das Fischsterben unterdessen auch beim Angelverein Storkow Am Mühlenfließ. „Kindern aus unserem Verein ist es aufgefallen, sie haben mich darauf angesprochen. Eine Theorie, woran es liegen könnte, habe ich aber nicht“, sagt Rene Kohl, der Zuständige für Öffentlichkeitsarbeit bei den Anglern. Ihrem Hobby gehen die Angler auf dem Kanal nur im Bereich zwischen der Storkower Schleuse und Kummersdorf nach.

Bewirtschaftet wird das Gewässer von der Fischerei Aurora aus Kolberg. Deren Betreiber Reinhard Köllnick ist der einzige, der einen Zusammenhang mit den Bauarbeiten als Vermutung äußert. „Beweisen kann ich das aber nicht“, schränkt er ein. Da es sich bei den toten Fischen um sehr kleine Tiere handele, habe das Fischsterben keine negative wirtschaftliche Auswirkung für ihn.